Billed - Sozialstation

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Unser Heimathaus in Billed

von Peter Krier

Als sich der Billeder Bauer Jakob Schmidt zusammen mit seiner Frau 1927 mitten im Dorf ein stattliches Haus errichten ließ, dachte er bestimmt nicht daran, dass dieses Haus einmal das letzte Gemeinschaftshaus der Billeder Deutschen werden sollte. Das quer zur Straße stehende räumliche Haus wurde im damaligen Dorfstil erbaut, auf dem Giebel stehen, wie im Dorf üblich, in großer Schrift die Namen der Erbauer: Jakob und Magdalene Schmidt. 
  
Jakob Schmidt war ein tüchtiger, erfolgreicher und fortschrittlicher Bauer. 1935 ließ er den Pferdestall, in dem 10 Pferde ordentlich Platz hatten, und die weiteren Wirtschaftgebäude neu erbauen. Schmidts ging es gut, sie hatten beim Kriegsausbruch zwei erwachsene Söhne, die Bauern werden sollten, entsprechende Partnerinnen waren ausgemacht, die Zukunft war geplant.

Doch wie wir wissen, verlief diese nicht nach Plan, es kam anders. Die Söhne mussten in den Krieg, sie kamen nicht wieder in die Heimat. Schmidts wurden enteignet, in die Baragansteppe verschleppt, 1968 konnten sie nach Deutschland auswandern. Sie lebten bis zu ihrem Tode bei ihrem, nun auch schon verstorbenen, ältesten Sohn Adam in Wolfsburg.

Der jüngere Sohn Nikolaus wurde tatsächlich Bauer. Nicht auf dem Feld und Hof seines Vaters, sondern einen halben Erdumfang von Billed entfernt im Staate Parana in Brasilien. Dort hat er zusammen mit seiner nun schon verstorbenen Ehefrau Margareta, geb. Seibert (309), in der Donauschwabensiedlung Entre Rios eine große Farm aufgebaut, die heute von seinen beiden Töchtern mit ihren Familien bewirtschaftet wird.

Das Staatseigentum gewordene Haus Nr. 421 in Billed hat während der kommunistischen Diktatur mehrmals den Besitzer gewechselt und war bei der Wende 1989 stark heruntergekommen. Das unbewohnbar gewordene Haus wurde 1991 dem gerade gegründeten Demokratischen Forum der Deutschen in Billed überlassen. Mit großem Arbeitseinsatz wurde das Haus renoviert und konnte Sitz des von Adam Csonti geleiteten Deutschen Forums und Begegnungshaus der in Billed verbliebenen Deutschen werden, es wurde das „Deutsche Haus“ in Billed.

Das Hilfswerk der Banater Schwaben konnte 1994 in dem Haus eine Sozialstation einrichten, durch die 20 - 25 Landsleute verpflegt werden und bei Bedarf nach Möglichkeit versorgt und gepflegt werden. Die Sozialstation wird von Roswitha Csonti geleitet. Die Ausstattung der Küche und der Begegnungsräume erfolgte durch Eigenmittel des Billeder und Banater Forums, durch Zuwendungen des Hilfswerkes und der HOG Billed. Immer wieder waren Reparaturen und Erneuerungen an dem Haus notwendig. So mussten Türen und Fenster, Dachpfetten, Mauerteile, Fußböden und alle technischen Installationen erneuert werden. Immer wieder standen Arbeiten an, musste auch Geld eingesetzt werden. Allerdings hatte sich dabei auch die Frage gestellt, ob weitere Investitionen in ein Haus, das dem rumänischen Staat gehört und durch eine einfache Entscheidung des Gemeinderateseiner anderen Nutzung zugeführt werden kann, sinnvoll sind.

Als in Rumänien 2001 das Immobilienrückgabegesetz mit all seinen Verwirrungen in Kraft trat, haben wir schnell gehandelt. Das Haus wurde Nikolaus Schmidt zurückgegeben, der es der Billeder Heimatgemeinschaft e.V. schenkte. Unsere Gemeinschaft wurde Eigentümer des Hauses. Vor zwei Jahren wurde die Erneuerung der Küche notwendig, um dem aktuellen Stand hygienischer Vorschriften zu entsprechen. Die Lösung wurde in einem Anbau an das Längshaus gefunden. Im Erdgeschoss des Neubaus wurde in einem entsprechend großen Raum die neue Küche mit modernen Geräten eingerichtet. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich Lagerräume, ein Sanitärraum und ein Büro.

Im Obergeschoss wurden drei Doppelzimmer für Gäste eingerichtet. Die Gästezimmer sind jeweils mit einem modern gestalteten Bad, mit Fernseher und geschmackvollen Möbeln eingerichtet. Der Anbau ist schön gestaltet und gut durchdacht, zumal Gäste auch verpflegt werden können. Stück für Stück wurden Haus und Hof schöner und besser.

Das Haus, in dem auch die Jugendgruppe „Billeder Heiderose“ ihren Sitz und Begegnungsräume hat, ist längst zur Anlaufstelle für Besucher Billeds geworden. Kurzbesucher, Urlauber, Touristen, offizielle Besucher, Minister und hochrangige Politiker haben das „Deutsche Haus“ in Billed schon besucht.

Besucher, die keine Banater sind, wundern sich immer wieder über den großen, nun zum Speisesaal umfunktionierten Pferdestall. Dies gibt dann Anlass darauf hinzuweisen, dass man "an dem Stumpf noch erkennt, wie mächtig die gefällte Eiche einst war".

Primär bleibt das Haus die Sozialstation zur Versorgung der in Billed verbliebenen alten Landsleute, es bleibt auch Sitz des Forums, ist aber schon längst Begegnungshaus der dort verbliebenen Billeder und Besucher aus der ganzen Welt geworden. Ein offenes Haus der Heimat – unser Haus - zu dessen Besuch alle eingeladen sind.

 

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