Die Päpstliche Basilika Maria - Radna

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Die Päpstliche Basilika Maria - Radna, 
der bedeutendste Wallfahrtsort der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar.
  
  

1241 Schon bald nach dem großen Tatarensturm gab es vier urkundlich erwähnte Ortschaften namens „Radna“. Diese waren im Besitz der Burg „Solumnus“ (Şoimoş / Schoimosch).

1347 Der König von Ungarn Karl Robert von Anjou läßt in Lipova (Lippa) ein Kloster und eine dem Heiligen Ludwig von Toulouse, seinem Onkel, gewidmete Kirche erbauen. Beide wurden den Franziskanern anvertraut. 

1440 Radna ist erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname, der nun zum ersten Mal alleine erscheint, kommt aus dem slawischen Wort „ruda“, das durch „Metall“ übersetzt wird.

1520 Um dieses Jahr herum läßt eine fromme Witwe die erste Kapelle am Berg zu Radna errichten. Nachdem das Banat von den Türken erobert wurde, diente die Kapelle den Gläubigen und den Franziskanerbrüdern, die vor den Eindringlichen am Nordufer der Marosch geflüchtet sind.

1642 Pater Andrija Stipančić, Franziskaner-Observant der Provinz „Bosna Argentina” und Pfarrer zu Radna, gelingt es nachdem er einen langen und anstregenden  Weg zu Fuß bis Istambul und zurück gegangen ist, vom Sultan ein „Embre” für die Renovierung seiner Kapelle zu erhalten. Während der otomanischen Herrschaft durften die Christen Kirchen weder erbauen, noch reparieren, ohne das sehr schwer zu erhaltende Einvernhmen des Sultans.

1668 Der Greis Georg Vričonosa schenkt der Kapelle der Franziskanerbrüder aus Radna eine auf Papier gedruckte Ikone aus dem Atelier des Buchdruckers Remondini aus Bassano del Grappa, Italien. Das ist die bis in unsere Tage verehrte wundertätige Ikone.

1695 Während der Belagerung der mittelalterlichen Festung Lippa steckten türkische Soldaten die Franziskanerkapelle, welche sich auf dem Berg jenseits der Marosch, in Radna befand, in Brand. Auf wunderbarer Weise verbrannte das auf Papier gedruckte Bild nicht; es wurde zwischen den verkohlten Resten von Gläubigen vorgefunden.

1709 In Folge der Pest machten die Bewohner der Stadt Arad ein Versprechen, zum Zeichen des Dankes für die Beendigung und Rettung vor dieser furchtbaren Plage, eine Wallfahrt nach Maria-Radna zu gestalten.

1750 Nach gründlicher Erforschung wird von Seiten der Kirche der Wallfahrtsort Maria-Radna offiziell anerkannt, was durch die Vermittlung des Kanonikus Johannes Szlezak bekanntgegeben wurde.

1756 Am 7. Juli zu Pfingsten, wird der Grundstein für eine neue Kirche in Maria-Radna gelegt, weil die alte Kirche schon nicht mehr entsprach, sie war zu klein. Die Festlichkeit leitete der Prepositus Major des Tschanader Domkapitels, mit der Residenz in Temeswar, Clemens Rossi. Die damals neue Kirche steht bis heute.
1757 Am 9. Juni, wieder zum Pfingstfest, überführt der Bischof Franz Anton Leopold von Engl zu Wagrain feierlich und persönlich das wundertätige Bild aus der alten Kapelle in die neue schöne Kirche, die er den vorhergehenden Tag einweihte.
1768 ist der Erzherzog Josef von Österreich, der zukünftige Kaiser Josef der II. Von Habsburg-Lothringen in Maria-Radna zu Gast. Über ihn sagt man, er war so beeindruckt von diesem Ort der Gnade, daß er behauptet habe, wäre er nicht Erzherzog von Österreich so wollte er Guardian von Maria-Radna sein.

1779 Das Gnadenbild erhält einen wertvollen Schmuck: aus Wien wurde der große silberne Rahmen gebracht, ein Werk des offiziellen Goldschmiedes des kaiserlichen Hofes, Josef Moser.

1820 In diesem Jahr wurden die Arbeiten an der Gnadenkirche zu Maria-Radna beendet. Der Fürst-Erzbischof und Primas Ungarns, Alexander Rudnay aus Esztergom, konsekriert die Wallfahrtskirche feierlich und  beschenkt das Gnadenbild mit zwei goldenen Kronen. Der Familienname des Erzbischofs bedeutet „von Radna“ und er verlangte testamentarisch sein Herz nehme man nach seinem Tode aus seiner Brust und setze es zur Ruhe in die Nähe des Gandenbildes der Muttergottes von Radna.

1895 Anläßlich der Zweihundertjahrfeier seit der Aufzeichnung des ersten Wunders zu Maria-Radna, wurde die Kirche mit einem neuen Hauptaltar aus Carrara-Marmor verschönert.

1911 Die beiden Kirchtürme werden um 30 Meter erhöht, so daß sie eine gesamthöhe von 67 Meter erhielten.Es ist eine Verwirklichung des Pater Augustinus Prieszter OFM, auf dessen Vorschlag auch der Hügel mit dem Kreuzweg, hinter der Wallfahrtskirche, erneuert wurde.

1935 Dies ist das Jahr mit der höchsten Anzahl von Pilgern aus der gesamten Geschichte Maria-Radnas. Über 73.000 Pilger kamen zusammen mit dem Diözesanbischof Dr. h. c. Augustin Pacha nach Maria-Radna, viele davon zu Fuß zusammen mit ihrem Bischof.

1948 Pater Ernst Harnisch OFM wird der neue Guardian des Klosters und des Wallfahrtsortes Maria-Radna. In schweren und für den katholischen Glauben feindlichen Zeiten sicherte er fast ein halbes Jahrhundert lang die Leitung dieses uns allen so lieben Gnadenortes.

1951 Nach dem Verbot der Orden durch die kommunistische Herrschaft (1949) hat man alle Franziskaner Rumäniens in Maria-Radna unter besonders schweren Bedingungen konzentriert. Später wurden die Ordensleute im ganzen Land zerstreut. 

1964 Nach dreizehnjähriger Haft in den kommunistischen Gefängnissen wird der geheimgeweihte Bischof Dr. Adalbert Boros entlassen. Sein erster Weg aus dem Gefängnis führte ihn direkt zur Muttergottes von Radna. 

1992 Der Heiliger Vater, seligen Gedenkens, Papst Johannes Paulus der II.verleiht der Wallfahrtskirche von Maria-Radna den Titel „Basilica Minor“. Zu diesem Anlaß schenkt Titularerzbischof Dr. Adalbert Boros, Weihbischof unserer Diözese, der Basilika von Maria-Radna einen neuen Altar als Zeichen des Dankes an die Muttergottes von Radna für ihren, der Kirche und der Diözese in den schweren Zeiten der kommunistischen Herrschaft gewährten Schutzes.

2003 Mit dem 1. Oktober dieses Jahres verlassen die Observanten-Franziskaner nach einer reichen mehreren Jahrhunderte alten Präsenz das Kloster Maria-Radna wegen Mangel an Brüdern. Ab dieser Zeit ist das gesamte kirchliche Leben dieses Wallfahrtsortes dem Diözesanklerus anvertraut. Als erster Pfarrer aus der Reihe des Diözesanklerus ist H.H. Andreas Reinholz, Canonicus Iunior des Domkapitels der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar ernannt.
 
 

                                                                                          Drd. Claudiu CĂLIN  MA
                                                                                      Archivar der Diözese Temeswar

Temeswar, am 1. Februar 2007
 

Bibliografie:
1. Roos, Martin Maria-Radna. Ein Wallfahrtsort im Südosten Europas, Band I., Schnell & Steiner, Regensburg 1998.

2. Roos, Martin Maria-Radna. Ein Wallfahrtsort im Südosten Europas, Band II., Schnell & Steiner, Regensburg 2004.

3. *** Maria-Radna ist Päpstliche Basilika, in Katholischer Wandkalender 1993 
 
 

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