Zauner, Josef

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Josef Zauner wurde am 18. November 1895 in Engelsbrunn geboren und gilt als ein Visionär, der sich bereits lange vor der Gründung einer Europäischen Union für ein Vereinigtes Europa und eine gemeinsame Europäische Währung engagierte. Außerdem war er ein engagierter Vertreter einer gemeinsamen Sprache (Esperanto). 

Hier gab es also einen echten Engelsbrunner, der eine Vision für ein Vereinigtes Europa entworfen hat, lange bevor die Schlachten der beiden Weltkriege geschlagen wurden und lange bevor die Völker Europas anschließend begriffen, dass sich die Nationalstaaten zusammenschließen müssen, um ein friedliches Nebeneinander zu gewährleisten. Es ist erstaunlich, dass diesem Sohn Engelsbrunns bisher nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Josef Zauner entwarf ein USxE-Programm, wobei USxE eine Abkürzung in Esperanto für "Vereinigte Staaten von Europa" ist. Die Leitsätze dieser in einer Broschüre aus dem Jahr 1931 publizierten Programms (Zitat): 

1. Das Hauptprinzip: die Schaffung je größerer Wirtschaftsgebiete  
2. Es ist für Europa eine Notwendigkeit, dass im vereinigten europäischen Wirtschaftsgebiete sowohl Großbritannien, wie auch Russland mitinbegriffen sei.  
3. Die Basis der administrativen Organisation der USxE sei die größtmögliche Autonomie der einzelnen Staaten, Provinzen und Städte. 
4. Einheitlich, bzw. gemeinsam sei in den USxE: 
- das Geld,  
- die Armee  
- die Zoll- und  
- Außenpolitik.  
5. Die offizielle Hilfssprache für Europa sei die "europäische" Sprache (Esperanto). 

Einige dieser Ideen sind bereits heute verwirklicht (Währung, Zollpolitik, einheitliches Wirtschaftsgebiet). Andere Ideen, wie zum Beispiel die Integration von Russland, erweisen sich in der heutigen Situation als noch nicht realisierbar. Auch war zum damaligen Zeitpunkt die Dominanz der englischen Sprache noch nicht vorauszusehen, die sich später (hauptsächlich durch den Einfluß der USA) auch in Europa herausbilden sollte. Zu beachten ist, dass Josef Zauner schon damals großen Wert darauf legte, dass Großbritannien in das Vereinigte Europa mit einbezogen werden muss. Zauner erkannte jedoch das Problem der Sprachvielfalt und versuchte dieses durch das Propagieren der künstlichen Sprache "Esperanto" zu lösen. Dabei betonte er stets, dass Esperanto die Nationalsprachen nicht ablösen soll, sondern eine Bedeutung nur als übergeordnete Sprache hat.  
Interessant sind auch die Aussagen zum Aufbau einer Europäischen Union als Prozess "von unten", also im Rahmen eines demokratischen Prozesses. Dazu sagt Zauner in der genannten Broschüre unter Bezugnahme auf das "Paneuropa-Programm", das damals ebenfalls als Konzept für ein Vereinigtes Europa entwickelt wurde (Zitat): 

"Wie weit das Paneuropa-Programm bisher gediehen ist, ist allgemein bekannt. Auch das, dass die Paneuropa-Bewegung in eine Sackgasse geraten ist, weil man die Vorbedingungen der Lösung des europäischen Problems außer acht ließ.  
Man begann das Haus vom Dach aus zu bauen. Man vergaß, dass die derzeitigen Führer Europas von Staatsbürgern gewählt wurden, deren Gesinnung noch überwiegend landesnational und nicht "europäisch" (im politischen Sinne) ist.  
Verlangt man von den gewählten aktiven Politikern, dass sie eine "europäische" Politik betreiben, so verlangt man eben Unmögliches, da sie nur allzu sehr von ihren Wählern und ihrer Partei abhängig sind. Um schon hier auf den Leitgedanken dieser Broschüre hinzuweisen, sei erwähnt, dass, meiner Ansicht nach, die Lösung des europäischen Problems von "unten" aus, bei den Wähler-Massen - dem Fundament jeder demokratischen Politik - begonnen werden muss." 

Zum Thema einer Europäischen Währung schrieb Zauner: 

Um zu einer gemeinsamen einheitlichen europäischen Valuta zu kommen (derzeit mehr als 20!), muss Europa sich vorher politisch finden. Dass das europäische Valuta-Chaos eine einheitliche Valuta ablösen wird, ist wahrscheinlich, weil auch eine wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit unausbleiblich ist. Ein Ansatz zu einer Europäischen Zentral-Staatsbank bedeutet die Gründung der B. I. Z. (Bank für Internationale Zahlungen), deren Aufgabe derzeit zwar eine andere ist, aber in der Zukunft geeignet erscheint, die Rolle der Zentral Notenbank Europas zu spielen. 

Um die zukunftsweisende Bedeutung dieser Aussagen zu unterstreichen braucht man nur zu erwähnen, dass es inzwischen sowohl eine Europäische Währung als auch eine Europäische Zentralbank (in Frankfurt) gibt. Einzigartig ist die von Josef Zauner in Temeswar herausgegebene Postkarte (von der ein abgestempeltes Exemplar erhalten geblieben ist), auf der in der Sprache Esperanto zu einer einheitlichen Europäischen Währung aufgerufen wird. 

In Anbetracht der Tatsache, dass wir inzwischen in einem Vereinten Europa leben, sollten wir (als Engelsbrunner) es als unsere Aufgabe betrachten, das Leben und das Werk von Josef Zauner aufzuarbeiten und, wo immer möglich, darzustellen. Der Zeitpunkt (Eintritt Rumäniens in die Europäische Union) ist günstig. Wer hätte gedacht, dass man das kleine Dorf Engelsbrunn im Banat als Ausgangspunkt für die Idee eines Vereinigten Europa und einer gemeinsamen Europäischen Währung betrachten kann! Engelsbrunn als Europäisches "Weltdorf", das ist doch was! Und dabei gibt es nirgendwo in Engelsbrunn einen Hinweis auf diesen Mann! Josef Zauner ist 1959 in Temesvar verstorben. Es bleiben viele Fragen zu seinem Leben und Wirken offen.  
Wir wissen inzwischen, dass sein Elternhaus das Haus Nummer 14 (heute Nummerierung) ist. Er hat auch einige Zeit in Neupetsch als Lehrer gearbeitet (vielleicht gibt es einige ehemalige Schüler, die sich an ihn erinnern und die vielleicht auch Fotos von ihm haben). Anschließend hat er eine Buchhandlung ("Libro") auf dem Domplatz in Temesvar eröffnet (hat jemand diese Buchhandlung gekannt?). Josef Zauner hatte noch einen Bruder (Franz, geb. 25.03.1898), der in USA gelebt hat. Dort sind auch noch dessen beide Kinder (Sohn und Tochter). Über die Tochter von Josef Zauner (Gertrud) ist uns zur Zeit nichts bekannt. Wir sollten versuchen, alle Quellen auszuschöpfen, um möglichst viele Fragen zu klären.  
Wer Informationen zu Josef Zauner hat, wird gebeten, diese an die Email-Adresse der Homepage (info@engelsbrunn.de) zu schicken. 

Quellen für diesen Artikel: Ulrich Matthias: "Esperanto - Eine Chance für Europa" Wikipedia  
  
 

Links im Internet:  
www.u-matthias.de/informado/euro.htm 
www.u-matthias.de/chance/chance_r.rtf 
http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Zauner 

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