Wie sich die Einstellung zu Schule und Studium nach dem Zweiten Weltkrieg verändert hat

DruckversionSend by emailPDF-Version

Hans Fink


Die Einmaligkeit des muttersprachlichen Unterrichts für die nationalen Minderheiten im europäischen Vergleich


Die Rumäniendeutschen bildeten keinen einheitlichen Bevölkerungsteil, sie setzten sich aus mehr als zehn Gruppen zusammen, die sich nach Herkunft, Geschichte und Lebensraum unterschieden. Gestützt auf die Ergebnisse der Volkszählung vom 15. März 1966 hat Heinrich Lauer diese Situation im Almanach des „Neuen Wegs“ für das Jahr 1967 beschrieben.[1] Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Rumäniendeutschen keine eigenen Schulen, ihre Kinder und Jugendlichen besuchten staatliche Einrichtungen. Deshalb gibt es keine offiziellen statistischen Angaben für die Banater Deutschen (zu denen nicht nur die sogenannten Banater Schwaben in der Heide und Hecke, sondern auch die Steirer und die Deutschböhmen im Banater Bergland, Alt-Österreicher, Bayern und Alemannen gehörten).

1966 lebten in Rumänien zusammengenommen 376.000 Deutsche, davon rund 180.000 im Banat und im Kreis Arad. Den Außenstehenden mag diese Formulierung verwundern. Tatsächlich reichte das Banat im Norden streng genommen nur bis zum Fluss Marosch/Mieresch/Mureş, der Kreis Arad dagegen erstreckte sich viel weiter. Aus kultureller Sicht aber zählten die nördlich der Marosch siedelnden Deutschen zu den Banater Schwaben. Nach der Gebietsreform vom Jahre 1968, als das Land in 39 Kreise (judeţe) gegliedert wurde, zu denen sich als 40. Verwaltungseinheit die Hauptstadt gesellte, hat sich der Begriff „Banat“ verändert, unter diesem Begriff wurden nun die drei Kreise Karasch-Severin, Temesch und Arad zusammengefasst, und so ist es bis heute geblieben.

Rumänien war das einzige kommunistisch regierte Land, das für seine nationalen Minderheiten umfassend Schulen einrichten ließ und ihnen ein Kulturleben in der Muttersprache ermöglichte. Zu den Minderheiten gehörten nicht nur die Ungarn und die Deutschen, sondern auch die Serben, die Ukrainer und die Bulgaren, ferner die Albaner, die Armenier, die Juden, die Polen und die Russen, dann die Tschechen und die Slowaken, die Türken und die Tataren, schließlich die Zigeuner (damals die offizielle Bezeichnung für Sinti und Roma), die jedoch über keine Schriftsprache verfügten. Nach offiziellen Angaben stellten die nationalen Minderheiten annähernd 15 Prozent der Landesbevölkerung. Einerseits politischer und ideologischer Terror (aus den Funktionären der Kommunistischen Partei entwickelte sich, wie vorher in der Sowjetunion, eine neue Ausbeuterklasse mit zahlreichen Privilegien) – andererseits Schulbücher in vierzehn Sprachen, vom Staat finanzierte Zeitungen, Zeitschriften und Kulturformationen. Kein Ausländer, der für kurze Zeit in Rumänien weilte, ob er nun von dort stammte oder nicht, konnte diese komplexe Situation verstehen. Gewöhnlich schlug ihn die eine Komponente in Bann, und er ignorierte oder minimalisierte die andere.

Eines Tages hielt sich eine Delegation des Europaparlaments in Bukarest auf, und einige ihrer Mitglieder, unter ihnen auch ein Bretone, besuchten die Redaktion des „Neuen Wegs“. Die Bretonen zählen weit mehr als zwei Millionen Seelen. Damals starben an der rumänisch-jugoslawischen Grenze täglich Menschen, die das Land illegal verlassen wollten, um den trostlosen politischen und wirtschaftlichen Zuständen zu entkommen. So war es seit den frühen siebziger Jahren. Der Gast begann zu weinen, als er hörte, was die Rumäniendeutschen alles haben: Unterricht in der Muttersprache, zwei Tageszeitungen, zwei Bühnen, jährlich rund 50 Buchveröffentlichungen, alles vom Staat subventioniert. Ich war nicht dabei, doch der Chefredakteur hat die Szene wiederholt geschildert, und ich sehe keinen Grund, an seinen Worten zu zweifeln.

Nun war die Minderheitenpolitik Rumäniens nicht nur im ehemaligen Ostblock einmalig, sondern auch im europäischen Vergleich eine Ausnahme. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Elsass die deutsche Sprache unterdrückt wie in Polen, wo man auf der Straße nicht deutsch sprechen durfte. In Ungarn war sie unerwünscht. In Frankreich konnte bis Mitte der achtziger Jahre nur in französischer Sprache unterrichtet werden, nicht aber in Bretonisch oder in Okzitanisch. In Spanien waren Katalanisch und Baskisch bis in die späten fünfziger Jahre bei Gefängnisstrafe verboten. In Griechenland, dem angeblichen Mutterland der Demokratie, riskierten die Aromunen, eingesperrt zu werden, wenn sie sich in der Öffentlichkeit in ihrer Muttersprache verständigten.


Die Schulreform vom Jahre 1948 als Wende im sozialen Leben


Die rumänische Schulreform vom Jahre 1948 wurde mit Blick auf die Industrialisierung des Landes vorgenommen, mit der die Kommunistische Partei ihren Machtanspruch legitimierte. Durch die Industrialisierung sollte Rumänien seine wahre Unabhängigkeit erlangen. Ohne ein komplexes, differenziertes Schulwesen wäre sie nicht möglich gewesen. Zur allgemeinen Überraschung gewährte die politische Führung der bis dahin verfemten deutschen Minderheit im Rahmen der Reform die Gleichberechtigung, weil sie, wie man heute weiß, die als tüchtige Arbeiter und als geschickte Organisatoren geschätzten Deutschen für den geplanten sozialistischen Aufbau gewinnen wollte.

Die deutsche Minderheit befand sich in einer tragischen, verzweifelten Lage. Vor dem Krieg und während des Krieges hatte das Dritte Reich die sogenannten Volksdeutschen auffällig protegiert, allerdings mit dem Hintergedanken, sie bei seinen Raubzügen als Helfershelfer zu missbrauchen. Nach dem Machtwechsel im Jahre 1944 warfen alle politischen Parteien, nicht nur die Kommunistische, sondern auch die bürgerlichen, den Volksdeutschen Mitschuld am Ausbruch des Krieges vor. Mehr als 17.000 Männer waren gefallen, unter ihnen 9.000 Banater.[2] Im Januar 1945 hatte die Besatzungsmacht 70.000 Deutsche im arbeitsfähigen Alter, Männer und Frauen, in sowjetische Arbeitslager verschleppen lassen; kein Mensch konnte sagen, wann sie zurückkehren. Im März 1945 hatte die Regierung die deutschen Landwirte, d. h. 70 Prozent der Familien, von Haus und Hof enteignet, sie lebten im Elend. Räuber aus allen Schichten der Bevölkerung nahmen die Gelegenheit wahr, um die Schutzlosen zu erleichtern. Die politische Führung hatte den Deutschen das Wahlrecht entzogen. Mit Ausnahme einiger konfessioneller Einrichtungen waren die deutschen Schulen seit vier Jahren geschlossen. Und nun, im Herbst 1948, richtete die Rumänische Volksrepublik deutsche Grundschulen und Mittelschulen ein, ließ Schulbücher für sie drucken und gründete zwei Lehrerbildungsanstalten.[3]

Auf einmal ergab sich für viele Deutsche – wegen der politischen Diskriminierung nicht für alle – eine Perspektive. Die vom Regime begünstigten Kinder der Arbeiter und der ehemaligen Knechte nutzten die Chance, um sich durch Schulbildung eine soziale Position zu schaffen. Ebenso die Kinder der Bauern, die ihren Hof, und die Kinder der Handwerker, die ihre Werkstatt verloren hatten. Viele nahmen die Qual der Abendschule auf sich. Die guten Lehrer gaben ihr Bestes und rissen die anderen mit. Die Zöglinge der Lehrerbildungsanstalten bewältigten mit gutem Mut das erdrückende Pensum; ihre Absolventen gingen wie Apostel in die abgelegenen kleinen Dörfer, wo man noch mit Petroleumlampen hantierte und die bei Schlechtwetter aufgeweichten Straßen auf Stelzen überquerte. Nach und nach bewirkten sie einen Neubeginn des kulturellen Lebens, indem sie Chöre, Tanz- und Theatergruppen auf die Beine stellten, Bälle, Kronenfeste, Kirchweihfeste und Faschingsprogramme organisierten. Nachdem Hans Speck in seinem Geburtsort Jahrmarkt zum Kulturheimdirektor aufgestiegen war, richtete er 1973 ein Heimatmuseum ein, welches vom „Museum des Banats“ (mit Sitz in Temeswar) als Abteilung anerkannt worden ist. Nikolaus Horn, der anschließend Philologie studierte, richtete später an der Hatzfelder Allgemeinschule Nr. 1 den landesweit ersten Fachunterrichtsraum für das Fach Deutsch-Muttersprache ein.[4]

Sehr bald entwickelten sich die nach 1948 neu- oder wiedergegründeten deutschen Schulen zum, wie Heinrich Schubkegel es formuliert, „Dreh- und Angelpunkt“ des kulturellen Lebens in den einzelnen Ortschaften. „Die Schulen – sprich Lehrer – übernahmen auch Aufgaben und Funktionen, die früher hauptsächlich von verschiedenen Vereinen wahrgenommen worden waren. Es entfaltete sich eine rege und erfolgreiche Kulturtätigkeit in deutscher Sprache. Das Schulgesetz von 1948 bot den Deutschen – wenn auch unbeabsichtigt – die Möglichkeit, schulisch und außerschulisch im Sinne der nationalen Identitätsbewahrung zu wirken. Der Erfolg dieser Bemühungen hing von der Einsatzbereitschaft und den Fähigkeiten der einzelnen Lehrer ab.“[5]

Das Hochschulstudium, schreibt Gudrun Schuster, wurde ausdrücklich als Bildungskapital wahrgenommen, vermutlich sei es diesem Umstand zuzuschreiben, dass es in der Geschichte der Rumäniendeutschen noch nie so viele Universitätsabgänger gegeben hat wie zur Zeit des Sozialismus.[6]

Statt auf den Besitz an Boden und Vieh richtete sich der Ehrgeiz der Deutschen unter den neuen Verhältnissen auf die Bildung, ausgedrückt durch Titel wie Ingenieur, Agronom, Professor, Doktor und Architekt.[7] Die große Zahl von Deutschen, die nach der verpflichtenden Allgemeinschule mit ursprünglich sieben, später acht Klassen die Mittelschule besuchten, anschließend eine zweijährige oder dreijährige technische Schule absolvierten oder sogar studierten, war die Basis für die Blüte des rumäniendeutschen Kulturlebens in den sechziger und siebziger Jahren.

Als bundesdeutsche Soziologen sich 1970-1971 im Dorf Klein-Betschkerek unweit von Temeswar für eine ethnografische Monografie dokumentierten, verzeichneten sie auch folgende Einschätzung: „Die Leistungen, die die Schulen heute erbringen, werden allgemein sehr viel besser bewertet als die Schulergebnisse vor dem Krieg. Zum Teil wird dies darauf zurückgeführt, dass jetzt die begabten Kinder die weiterführenden Schulen besuchen, während es in früheren Zeiten die Kinder wohlhabender Eltern gewesen seien, denen aber häufig das Talent oder der Lernwille gemangelt habe.“[8]

Die Soziologen aus der Bundesrepublik erwähnen einen aufschlussreichen Fall aus der Zwischenkriegszeit. Die kleinbäuerlichen Eltern eines Mädchens, das durch gute Leistungen in der Schule aufgefallen war, schlugen das Angebot eines Stipendiums für ihre Tochter aus; da ihre Tochter armer Leute Kind war, empfanden sie den Besuch einer höheren Lehranstalt als unangemessen. Sie vertraten den Standpunkt, die Tochter solle „verdienen gehen“. Das Mädchen lernte nähen und arbeitete dann im Tagelohn.[9]

Die politische Diskriminierung an den weiterführenden Schulen äußerte sich in der betonten Förderung von Jugendlichen mit einer sogenannten „gesunden sozialen Herkunft“. Mehr als ein Jahrzehnt wurde diese sehr eng definiert, denn sie galt nur für die Kinder von Arbeitern und von werktätigen Bauern, für die von Kleingewerbetreibenden und Mittelbauern schon nicht mehr.


Die Struktur des Schulsystems. Änderungen im Laufe der Jahre


Der Unterricht in der Muttersprache begann im Kindergarten und wurde in der Allgemeinschule fortgesetzt. Er endete in der Mittelschule, in Rumänien Lyzeum genannt. Nach der Allgemeinschule gabelte sich der Weg. Von vier Absolventen der Allgemeinschule gelangte einer ins Lyzeum, wenn er die Aufnahmeprüfung bestand. Die Alternative zum Lyzeum war die Berufsschule mit einer Dauer von zwei, zweieinhalb oder drei Jahren. Dort fand der Unterricht in rumänischer Sprache statt. Das Lyzeum umfasste zunächst nur drei Jahrgänge (mit Ausnahme der Lehrerbildungsanstalten); im Jahre 1958 wurde es auf vier Jahrgänge ausgeweitet.

Zu Beginn des neuen Schulsystems haben vorübergehend auch Abteilungen von Fachmittelschulen und Berufsschulen mit deutscher Unterrichtssprache in Temeswar, Reschitz, Arad, Großsanktnikolaus und Lippa bestanden.

Im Jahre 1959 gab es die Lyzeumsstufe, d. h. die vierklassige Mittelschule mit deutscher Unterrichtssprache, außer in Bukarest in 14 Ortschaften, davon sechs im Banat, nämlich in Temeswar, Reschitz, Arad, Lugosch, Hatzfeld und Lippa. Ende der fünfziger Jahre ging Lippa aus Mangel an Schülern ein (die letzte Serie absolvierte 1962), aber 1966 wurde eine deutsche Abteilung in Großsanktnikolaus eingerichtet.

Für die Bevölkerung unerwartet ließ das Ministerium im Herbst 1959 alle bis dahin selbstständigen Schulen der Minderheiten mit einer rumänischen Schule zusammenschließen.[10] Das Temeswarer Lenau-Lyzeum etwa verwandelte sich nach der Angliederung von rumänischen Klassen und nach der Einsetzung eines rumänischen Schulleiters (1962) in eine rumänische Schule mit einer deutschen Abteilung. Erst ein Jahrzehnt später, in den Jahren 1971-1972, erreichten die Kreisräte der Werktätigen deutscher Nationalität[11], dass vier große, traditionsreiche Schulen erneut als Lehranstalten mit deutscher Unterrichtssprache eingerichtet werden: die Lenau-Schule in Temeswar (Klassen I-XII), die Neuarader Schule (Klassen I-XII), die Brukenthal-Schule in Hermannstadt (offiziell „Lyzeum für Mathematik-Physik Nr. 2“, Klassen IX-XII) und die Honterus-Schule in Kronstadt (Klassen I-XII). Alle vier Einheiten entwickelten sich in kürzester Zeit wieder zu Drehscheiben des Kulturlebens in deutscher Sprache.

Ab 1960 wurden die Fächer Geschichte Rumäniens und Geografie Rumäniens sowohl im Lyzeum als auch im VIII. Schuljahr der Allgemeinschule in rumänischer Sprache unterrichtet. Durch die zahllosen Fachausdrücke sahen sich die Schüler aus den Reihen der nationalen Minderheiten hoffnungslos überfordert. Dazu verlautete aus dem Unterrichtsministerium, dass es anders ja nicht möglich wäre.

Ende der sechziger Jahre führte die Regierung abermals eine Schulreform durch. Im Sommer 1968 ist ein Schulgesetz in Kraft getreten, welches die Aufnahme in den Kindergarten ab drei Jahren vorsah und für jedes Kind verpflichtend zehn Schuljahre vorschrieb. Das neue Gesetz leitete die Profilierung der Lyzeen auf Fachbereiche ein, von Geschichte, Philologie, Mathematik und Physik über Elektrotechnik und Forstwirtschaft bis Pädagogik, Sport und Kunst. Mit der Abschlussprüfung nach dem zwölften Schuljahr, dem Bakkalaureat, erwarb man die Hochschulreife.

Damals entbrannte der Kampf um die Gründung deutscher Klassen an Lyzeen mit rumänischer Unterrichtssprache. Sie konnte nur gelingen, wenn sich genug Interessenten für einen Fachbereich zusammenfanden. Laut Heinrich Schubkegel besuchten im Schuljahr 1977-1978 rund 10.000 Schüler „deutscher Nationalität“ rumänischsprachige Lyzeen, weil der von ihnen bevorzugte Fachbereich an keinem deutschsprachigen Lyzeum existierte oder – aus Mangel an genügend Kandidaten – keine deutsche Klasse an einem rumänischsprachigen Lyzeum zustande kam.[12]

Ab 1968 erlaubte das Gesetz, für mindestens sechs Schüler im Grundschulalter einen Lehrerposten zu schaffen, für 31 Schüler zwei Posten, für 61 Schüler drei Posten und für 81 Schüler vier Posten. Noch mehr fiel ins Gewicht, dass der Volksrat[13], wenn die Kontinuität gesichert war, für mindestens 15 deutsche Schüler eine V. Klasse einrichten konnte. Doch um diese für ein Land des Realsozialismus großzügigen Bestimmungen in die Wirklichkeit umzusetzen, war viel diplomatisches Geschick erforderlich, man musste mancherlei Hindernisse auf lokaler Ebene überwinden. Dazu hat Jakob Neumann, der von 1956 bis 1973 General-Schulinspektor im Unterrichtsministerium war (ein Banater), entscheidend beigetragen.[14] Dessen Arbeit wurde von Heinrich Schubkegel (ebenfalls Banater), von 1973 bis 1979 fortgesetzt.[15]

Die Unterrichtsreform vom Jahre 1973 brachte für die Minderheiten neue Richtzahlen, die ungünstiger waren als die vom Jahre 1968: Mindestens 25 Schüler für die Klassen V-X.

Im Schuljahr 1970-1971 bestanden im Kreis Temesch an 95 Schulen Abteilungen mit deutscher Unterrichtssprache: an 41 Vierklassenschulen, an 41 Achtklassenschulen, an 8 Zehnklassenschulen und an 5 Lyzeen. In diese Abteilungen waren 11.865 Schüler eingeschrieben. Insgesamt gab es im Kreis Temesch in diesem Schuljahr 412 Schulen mit annähernd 93.000 Schülern. Davon besuchten 71.300 die Allgemeinschule, 12.000 das Lyzeum, 8.600 die Berufsschule und ungefähr 400 eine Spezialschule.[16]

In sämtlichen Schulformen war der Unterricht von der offiziellen Ideologie durchtränkt, bis hin zu den Textaufgaben in der Rechenstunde. Die systemspezifische Kinder-Organisation – die „Organisation der Pioniere“ – und die kommunistische Jugendorganisation setzten die im Unterricht vorgeschriebene ideologische und politische Erziehung fort. Sie erfassten praktisch alle Kinder und Jugendlichen, für die Ausnahmen ergaben sich Schwierigkeiten bei der beruflichen Laufbahn.

Andererseits bot die Pionier-Organisation den Rahmen für sinnvolle Tätigkeiten in Schüler-Zirkeln, für Betriebsbesuche und Ausflüge. Viele Lehrer haben diese Möglichkeiten ausgeschöpft. Verbreitet waren Zirkel für Bastel-Arbeiten, physikalische und chemische Experimente, Botanik, Geografie, Geschichte, Tanz, Musik und Sport.

Ab Mai 1968 veröffentlichte die Tageszeitung „Neuer Weg“ wöchentlich eine Beilage für Pioniere und Schüler, die populäre „Raketenpost“, die so erfolgreich war, dass sie die Auflage stabilisierte.

Unmittelbar nach der Schulreform verwendete man zunächst viele aus dem Russischen übersetzte Lehrbücher; erst nach und nach traten Werke rumänischer Autoren an deren Stelle, die ebenfalls übersetzt werden mussten. Für den Unterricht im Fach Deutsch-Muttersprache verwendete man von aller Anfang an auch Bücher einheimischer Autoren, z. B. die Fibel.

In der Temeswarer Filiale des Schulbuchverlags, eingerichtet Anfang der fünfziger Jahre, betreuten die Redakteure die Originalbücher für den muttersprachlichen Deutschunterricht (Klassen I-VIII) und die Übersetzungen der rumänischen Originalbücher (Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Erdkunde usw.). Die auswärtigen Mitarbeiter der Filiale arbeiteten hauptamtlich an deutschen Lyzeen bzw. an Lyzeen mit einer deutschen Abteilung. Es gab auch deutsche Hochschullehrer, die sich nicht zu schade waren, für ein dürftiges Honorar als Referenten mitzuwirken: Lektor Julius Amberg, Lektor Alfred Geier, Prof. Dr. Peter Lamoth, Dozent Dr. Josef Philips.[17] [18] Nach dem Zweiten Weltkrieg war die komplexeste Form der Zusammenarbeit zwischen Banater Schwaben, Siebenbürger Sachsen und anderen in Rumänien lebenden Deutschen das Verfassen bzw. Übersetzen, Begutachten, Revidieren und Drucken von Schulbüchern.

Großes Aufsehen erregte eine Serie von Lehrbüchern für den muttersprachlichen Deutschunterricht an der Lyzeumsstufe, die 1972 bis 1976 in die Schulen gelangte. (Weil das Schulwesen bald darauf umorganisiert wurde, musste man die Bücher umschreiben, die zweite Serie erschien 1978 bis 1983.) Diesen Lehrbüchern lag die Überzeugung zugrunde, dass die Zugehörigkeit zum deutschen Kulturkreis nur über den Literaturunterricht vermittelt werden kann, außerdem sollte ein undogmatisches Literaturkonzept begründet werden. An dem schwierigen Unternehmen, das viele Kompromisse erforderte, waren 13 Autoren beteiligt, zu ihnen gehörten die Banater Dorothea Götz, Peter Kottler, Hans Müller, Walter Engel und Heinrich Lauer, zu den Referenten Dr. Johann Wolf, Dorothea Götz und Franz Storch. Die Leitung des Projekts lag in den Händen des Klausenburger Hochschullehrers Michael Markel. Im Rückblick schätzte Markel das Unternehmen als abenteuerlich ein, weil es die herrschende Ideologie unterlief. Über die Schwierigkeiten hat er sich wiederholt geäußert, sowohl in einem umfangreichen Bericht in der „Siebenbürgischen Zeitung“[19] (1995) als auch in einem Referat im Rahmen des zweiten Seminars zur kommunistischen Vergangenheit an der „Akademie Mitteleuropa“ in Bad Kissingen im Februar 2008. Er würdigte den Initiativgeist von Maria Rózsa, Leiterin der Minderheiten-Abteilung im Schulbuchverlag, die Unterstützung von Heinrich Schubkegel, Inspektor im Unterrichtsministerium, und von Franz Storch, stellvertretender Direktor im Kulturministerium.

Für den Aufsatzunterricht gab es lange keine eigene einheimische Methodik, bis 1979 das Lehrerhandbuch von Dorothea Götz erschienen ist.[20] 


Die Unterstützung der Schulen durch die Elternschaft und die deutschsprachige Presse


Den deutschen Schulen bzw. den deutschen Abteilungen wurde von zwei Seiten Unterstützung zuteil. Wenn die Eltern merkten, dass die Lehrer sich Mühe gaben, unterstützten sie die Schule mit Ratschlägen, Beziehungen, Dienstleistungen und Spenden. Als das rührige Lehrerehepaar Franz und Therese Pretz sich Ende der fünfziger Jahre an der Allgemeinschule von Glogowatz einarbeitete, flogen ihm die Herzen der Eltern zu. Der einzigartige Fachunterrichtsraum von Franz Pretz, der als Erster in Rumänien Aufbauteile in den Physikunterricht einführte[21], wäre ohne die begeisterte Mithilfe der Eltern kaum zustande gekommen; u. a. wurden bestimmte Metallteile von den Vätern, die in der Waggonfabrik arbeiteten, mit Genehmigung der Werkleitung nach Schichtende aus Abfall gefertigt[22]. Als im Sommer 1972 auch in Arad eine selbstständige deutsche Schule mit zwölf Klassen gegründet wurde, strömten die Eltern herbei, um Direktor Franz Straub und seiner Mannschaft bei der Renovierung und Ausstattung der Gebäude zu helfen.[23] Mit solchen Beispielen könnte man ein Buch füllen.

Die Studenten der Temeswarer Mathematik-Physik-Fakultät wurden von ihrem Methodik-Lektor Julius Amberg zum passiven Praktikum in die Glogowatzer Allgemeinschule geschickt, um zu erleben, wie moderner Physikunterricht aussieht.

Als aktive Freunde der Schulen traten die deutschsprachigen Zeitungen in Erscheinung, im Falle der Banater schulischen Einrichtungen die überregionale Tageszeitung „Neuer Weg“ (1949-1992, mit Sitz in Bukarest) und die in Temeswar redigierte Zeitung „Die Wahrheit“ (1957-1968), gefolgt von der regionalen Tageszeitung „Neue Banater Zeitung“ (1968-1993). Der in Warjasch tätige Lehrer Hans Tittenhofer, zeitweilig (1953-1959) Schulleiter an der dortigen Allgemeinschule, hat die deutschsprachige Presse mit Überzeugung „unsere Lobby“ genannt.[24] Veröffentlicht wurden nützliche Informationen, Porträts von Lehrern, Berichte über Feste und Ausfahrten. Besonderen Erfolg hatten die von der „Neuen Banater Zeitung“ eingeführten Schülerseiten für Arad, Großsanktnikolaus, Hatzfeld, Lugosch und Reschitz sowie die monatliche Beilage „Lenau-Schüler-Stimmen“. Unzählige Male halfen die Chefredakteure den Schulen dank ihrer Beziehungen.

Um einen Begriff zu vermitteln, wie viele Texte die deutschsprachige Presse der Schulproblematik gewidmet hat, zitiere ich eine Veröffentlichung der Zeitschrift „Volk und Kultur“ aus dem Jahre 1972. Die Zentrale Staatsbibliothek in Bukarest hat laufend alle Publikationen bibliografisch ausgewertet, auch die deutschen. Die Texte zur Schulproblematik wurden sorgfältig in nicht weniger als zwölf thematische Gruppen geordnet. „Volk und Kultur“ hat im November 1972 eine Übersicht abgedruckt, die vom 1. Januar 1971 bis zum 30. Oktober 1972 reicht, das sind 22 Monate. Es handelt sich um die Publikationen „Neuer Weg“, „Neue Banater Zeitung“, „Karpaten-Rundschau“, „Hermannstädter Zeitung“ (bzw. „Die Woche“), „Neue Literatur“, „Volk und Kultur“. Die Übersicht nennt mehr als 300 Texte vom Bericht aufwärts, d. h. vom Bericht bis zur Sonderseite. Es tauchen 60 Namen von deutschen Journalisten auf und mehr als 60 Namen von Mitarbeitern.[25]

Nun war im kommunistisch regierten Rumänien jede Zeitung, jede Zeitschrift entweder ausdrücklich das Organ einer Parteistelle (wie die „Neue Banater Zeitung“) oder sie wurde dessen ungeachtet (wie der „Neue Weg“) von der Presseabteilung der Kommunistischen Partei angeleitet und von der Zensur kontrolliert. Die einmütige Unterstützung der Schulen durch die deutschsprachige Presse wurzelte in der Einsicht, dass dem Unterricht in der Muttersprache wesentliche Bedeutung für die Identität der Minderheit und für ihren Fortbestand zukommt.

Hier ist ein Vermerk zur Einstellung von Organisationen fällig, die nicht aus Initiativen der deutschen Minderheit hervorgegangen, sondern auf Anweisung der politischen Führung gegründet worden sind: des Deutschen Antifaschistischen Komitees (1949-1953) und der Räte der Werktätigen deutscher Nationalität (1969-1989).

Als wichtigste Aufgaben des Deutschen Antifaschistischen Komitees galten die Beseitigung der faschistischen Überbleibsel, der Kampf gegen das eigene Bürgertum, die Erziehung im Geiste der Verbrüderung mit dem Mehrheitsvolk und den anderen Minderheiten sowie die Aufbietung der Massen für die Erfüllung des Staatsplans. Mit einem Wort: sehr schwierige Aufgaben, doch schon nach vierjährigem Bestehen wurde das Komitee aufgelöst, angeblich weil das Nationalitätenproblem in der Rumänischen Volksrepublik im Geiste des proletarischen Internationalismus und der Verbrüderung der Werktätigen aller Nationalitäten gelöst worden war. In Wirklichkeit hatte sich das DAK als Hindernis für die Parteiarbeit erwiesen, indem es sich nicht nur um Schul-Angelegenheiten kümmerte (was mit dem Vorhaben der Industrialisierung übereinstimmte), sondern auch um andere Probleme: es bereitete die Rückgabe der im Jahre 1945 enteigneten Häuser und Gärten im ländlichen Raum vor – es setzte sich ein für das Recht, 1950 an den Volksratswahlen teilzunehmen – es bemühte sich, Arbeitsplätze für die Heimkehrer aus der Deportation zu finden – es unterstützte die Kulturarbeit in deutscher Sprache.[26]

Die „Räte der Werktätigen“ wurden vom Partei- und Staatschef Nicolae Ceauşescu erfunden. Nach dem Einmarsch der Ostblockstaaten in die Tschechoslowakei im August 1968 (an dem Rumänien nicht teilgenommen hatte) rief Ceauşescu die „Front der sozialistischen Einheit“ ins Leben (später „Front der sozialistischen Demokratie und Einheit“ genannt), die alle vorhandenen Organisationen und mehrere neue zusammenfasste. Die Abteilungen der „Front“ waren dazu bestimmt, die Menschen besser zu kontrollieren, zeitraubend zu beschäftigen und eine Entwicklung wie in der Tschechoslowakei, bekannt als „Prager Frühling“, zu verhindern. Im Oktober und November 1968 entstanden als neue Organisationen die „Räte“ der Minderheiten, unter diesen auch die Kreisräte und der (Landes-)Rat der Werktätigen deutscher Nationalität. Viele ihrer Mitglieder nutzten den gegebenen Rahmen, um das deutsche Kulturleben zu unterstützen. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass in den Jahren 1971-1972 vier Schulen – je eine in Kronstadt, Hermannstadt, Temeswar und Arad – als Einheiten mit ausschließlich deutscher Unterrichtssprache neu gegründet worden sind.

Besondere Sympathie genossen die Lehrerbildungsanstalten. Nach dem Krieg entfalteten im Banat zwei deutsche Lehrerbildungsanstalten ihre Tätigkeit, eine in Temeswar und eine in Neuarad.

Die „Deutsche Pädagogische Lehranstalt Temeswar“ hat von 1948 bis 1958 über 500 Lehrerinnen, Lehrer und Kindergärtnerinnen ausgebildet. In den Erinnerungen der Absolventen lebt sie als Musterschule fort, denn eine solche Ballung von hochbegabten und engagierten Lehrkräften hat es im Banat nicht mehr gegeben. Sie begeisterten ihre Schüler mit Erfolg für Literatur, Theater, Musik, Sport und Brauchtumspflege.

Der erste Direktor, Dr. Stefan Binder (Deutsch), wurde 1956 zum Leiter des Lehrstuhls für deutsche Sprache an der neu gegründeten Pädagogischen Hochschule ernannt, aus der 1962 die Universität Temeswar hervorging. Dr. Maria Pechtol (Deutsch), Dr. Hans Weresch (Deutsch), Dr. Johann Wolf (Pädagogik, Logik und Psychologie) und Josef Zirenner (Deutsch) setzten ihre Tätigkeit am genannten Lehrstuhl der Universität fort. Friede Fuchs (Deutsch) wechselte von der Lehrerbildungsanstalt zum Lenau-Lyzeum und von dort zur Universität. Charlotte Gutmayer (Deutsch, Geschichte und Französisch) ging zum Fremdsprachen-Lehrstuhl des Polytechnischen Instituts, Gabriele Haivas (Russisch) nach einem Intermezzo als Schulinspektorin zum Slawistik-Lehrstuhl der Universität. Die Karriere von Josef Ackermann (Musik) gipfelte in seiner Arbeit als Dozent am Bukarester Konservatorium „Ciprian Porumbescu“. Anton Höckl (Sport) stieg nach einem Intermezzo als Direktor der Sportschule zum Dekan der Fakultät für Leibeserziehung auf, die der Universität angegliedert war. Dr. Peter Lamoth (Mathematik und Physik) promovierte 1965 zum Doktor der Physik und wurde 1967 zum Professor am Physik-Lehrstuhl der Elektrotechnik-Fakultät des Polytechnischen Instituts berufen. Ioan Géza Stoica (Rumänisch) bekleidete von 1958 bis 1964 das Amt des Dekans der Philologischen Fakultät der Universität und war zugleich Leiter des Lehrstuhls für rumänische Sprache und Literatur.

Im Laufe der Jahre sind mehrere Bücher mit Erinnerungen der Absolventen erschienen, zuletzt (2012) der auf jahrelangen Recherchen fußende Band „Deutsche Pädagogische Lehranstalt Temeswar 1948-1958“ in der Gesamtredaktion von Katharina Schmidt.

In Neuarad hatte die deutschsprachige Mittelsschule von 1950 bis 1955 den Status einer Lehrerbildungsanstalt. Sie entließ 1954 und 1955 je eine Serie von Grundschullehrern, insgesamt 77 Junglehrer.


Deutsche Studenten


Während unsere Historiker für jedes Jahr der Nachkriegszeit angeben können, wie viele Deutsche Rumänien legal verlassen haben, vermag keiner zu sagen, wie viele Deutsche im kommunistisch regierten Rumänien eine Hochschule absolvierten. Im Jahre 1962 sind aus dem kleinen Dorf Bakowa 15 Jugendliche an einer Hochschule angekommen – mehr Personen, als bis dahin insgesamt eine Hochschule besucht hatten.[27] Die Bilanz der Gemeinde Deutschsanktpeter, wo 1944 noch 1.617 Deutsche gezählt wurden und 1977 nur mehr 1.019, sieht für die Zeit nach 1948 so aus: 10 Grundschullehrer, 6 Kindergärtnerinnen, 1 Sportlehrer, 13 Lehrer für Mathe-Physik, Sprachen, Geschichte und Musik, 17 Techniker, 17 Ingenieure, 5 Ärzte.[28]

Mit Sicherheit lag der Prozentsatz der deutschen Studenten etwas über dem Prozentsatz der Deutschen in der Gesamtbevölkerung (bei der Volkszählung 1966 rund zwei Prozent), deshalb dürfen wir annehmen, dass im Schuljahr 1960-1961 mehr als 205 Deutsche eine Hochschule absolvierten, und im Schuljahr 1968-1969 mehr als 478.[29] Im Schuljahr 1971-1972 entfielen auf 10.000 Einwohner 75 Studenten.[30] Freilich darf man diese Zahlen nicht auf 40 Jahre hochrechnen, einerseits weil das Hochschulwesen sich in den fünfziger und sechziger Jahren rasant entwickelte, andererseits weil die Gesamtbevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg langsam anwuchs, während der Anteil der Deutschen stetig schrumpfte, insbesondere nach 1970.

Detaillierte Angaben für das Schuljahr 1976-1977 finden sich in der Monografie von Monica Barcan und Bert Millitz: Von rund 100.000 Studenten insgesamt waren 1.965 Deutsche, und zwar

-         

an Hochschulen mit pädagogischer Ausrichtung 843 (davon an Universitäten 763 und an dreijährigen pädagogischen Instituten 80);

-         

an Kunstinstituten 41;

-         

an technischen Hochschulen 725 (davon in Lehrgängen für Diplomingenieure 486, in Lehrgängen für Betriebsingenieure[31] 236 und in Lehrgängen für Bauleiter 3);

-         

an Hochschulen für Medizin und Pharmazie 193;

-         

an Hochschulen für Landwirtschaft und Tiermedizin 74;

-         

an Hochschulen für Volkswirtschaft 75;

-         

an Hochschulen für Rechtswissenschaften 14.[32]

Werfen wir noch einen Blick auf die Deutschlehrer. Zwischen 1948 und 1989 bildeten fünf Hochschulen Germanisten aus (Bukarest, Klausenburg, Temeswar, Jassy, Hermannstadt). Laut Luzian Geier, vormals Redakteur der "Neuen Banater Zeitung", erwarben sich insgesamt knapp 6.000 Personen die Qualifikation für den Deutschunterricht (Deutsch als erstes oder zweites Studienfach). Vviele unter diesen waren Deutsche, freilich längst nicht alle.

So wie die Absolventen der Lehrerbildungsanstalten – nach der Schulreform Temeswar und Schäßburg, später Hermannstadt – haben sich auch zahlreiche Deutschlehrer aktiv am Kulturleben beteiligt.

Im kommunistisch regierten Rumänien verband sich die schulische Ausbildung mit einem System materieller Unterstützung. Alle Schüler der Berufsschule erhielten eine Art Monatslohn, viele Schüler der postlyzealen technischen Schulen und mehr als die Hälfte der Studenten ein Stipendium. Im Falle der technischen Schulen und der Hochschulen wurde die Zuwendung vom Einkommen der Eltern und von der Lernleistung abhängig gemacht. So haben im Laufe der Jahrzehnte Millionen Jugendliche vom Staat ein Schulgeld erhalten, unter diesen auch Zehntausende Deutsche. Darum ist aber nicht weniger wahr, dass manchen Jugendlichen, sowohl Rumänen als auch Ungarn, Deutschen und Serben, der Zutritt zu gewissen Schulen und Berufen wegen ihrer sozialen Herkunft verwehrt worden ist. Ob wenige oder viele – für den Betroffenen und für dessen Familie war es eine Katastrophe. Ebenso wenig haben alle deutschen Studenten automatisch ein Stipendium bekommen. Beides war Teil der Wirklichkeit.

Auch die Direktoren der Temeswarer Deutschen Lehrerbildungsanstalt, Stefan Binder und Fridolin Klein, wiesen manche Kandidaten mit dem Hinweis auf ihre soziale Herkunft ab.[33] Um ihre Chancen beim geplanten Aufnahmewettbewerb an der Hochschule zu verbessern, haben sich fünf meiner Mitschüler im Lenau-Lyzeum nach der Matura[34] im Jahre 1959 in eine Berufsschule für Dreher eingeschrieben, die von den Temeswarer Maschinenbauwerken (UMT[35]) patroniert wurde, denn als Absolventen jener Schule zählten sie zu den Arbeitern. Ihre Rechnung ist aufgegangen.[36]

Erst Anfang der sechziger Jahre schaffte die Parteiführung die Einteilung der Hochschulkandidaten nach ihrer sozialen Herkunft ab, weil die Kinder der Parteifunktionäre ins entsprechende Alter gelangt waren und wegen der festgeschriebenen Bevorzugung der Kinder von Arbeitern und werktätigen Bauern zu kurz gekommen wären.

 

Folgen der Industrialisierung und der Auswanderung

 

Vor dem Zweiten Weltkrieg war der überwiegende Teil der Banater Deutschen mit der Landwirtschaft verschmolzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg lösten sie sich immer mehr von der Landwirtschaft und wechselten zur Industrie über. Der letzte auffällige Akt dieses Vorgangs vollzog sich Ende der siebziger Jahre, als die Erdölindustrie in die Banater Heide vorrückte. Damals nahmen alle noch jungen Leute die Gelegenheit wahr, um sich durch einen Lehrgang für die Arbeit in der Industrie zu qualifizieren, die sich gewissermaßen vor der Haustür breit machte, weil die Bedingungen viel günstiger waren als in der Landwirtschaft: geregelte Arbeitszeiten, geringere physische Anstrengungen, Arbeit in wettergeschützten Räumen, hohes Gehalt und eine für Genossenschaftsbauern fantastische Rente. Während 1945 annähernd 75 Prozent der Rumäniendeutschen zur bäuerlichen Bevölkerung zählten, waren 1977 weniger als 20 Prozent in der Landwirtschaft tätig, dagegen war der Anteil der Industriearbeiter auf mehr als 60 Prozent gestiegen.[37] Durch das stete Überwechseln zur Industrie, zum Handwerk und zur Dienstleistung hat sich die soziale Identität der Banater Schwaben im Laufe von mehr als drei Jahrzehnten verändert, genauso wie durch das Verschwinden der patriarchalisch geführten Einzelwirtschaften und die Arbeit in den vom Staat erzwungenen Kollektivwirtschaften bzw. auf den Staatsgütern. Auch ihr Bewusstsein hat sich verändert.

Industrialisierung und Landflucht bewirkten unvermeidlich den allmählichen Zerfall der dörflichen Gemeinschaften, und eine der Folgen war die Überfremdung der deutschen Sprache durch die rumänische. Parallel dazu bewirkte die Auswanderung für das Bildungswesen und Kulturleben in deutscher Sprache einen ständigen Aderlass, der sich am deutlichsten in der Fluktuation der Lehrkräfte äußerte, aber auch die Redaktionen der deutschsprachigen Zeitungen und die zwei deutschen Theater waren betroffen.[38] Die großen Chöre schmolzen zusammen; der Rest des 1969 gegründeten Schubert-Chors von Temeswar löste sich 1987 auf.[39] An die Stelle der ausgewanderten Lehrer traten immer öfter Rumänen, die des Deutschen nicht kundig waren. Seit den siebziger Jahren befanden sich die deutschen Klassenzüge in einer Existenzkrise, denn immer öfter wurden die oben genannten Mindestzahlen nicht erreicht, was die Menschen außerordentlich beschäftigte. In der Folge breitete sich in den Grundschulen der Simultanunterricht[40] aus, während den Schülern des zweiten Zyklus[41] nichts anderes übrig blieb, als in eine benachbarte Ortschaft zu pendeln oder sich in den rumänischen Klassenzug einzuschreiben.

Ab 1985 wurden die fünf selbstständigen deutschsprachigen Lyzeen umstrukturiert, indem man in der I. Klasse und in den „Übergangsklassen“ V, IX und IX rumänische Klassenzüge eröffnete.

Die verstärkte Auswanderung hat um 1970 begonnen, aber noch 19 Jahre später, als das kommunistische Regime zusammenbrach, lebten in Rumänien mehr als 200.000 Deutsche. Im Schuljahr 1979-1980 waren im Banat, d. h. in den drei Kreisen Temesch, Arad und Karasch-Severin, noch 13.290 Kinder in deutschen Klassen von Allgemeinschulen und Lyzeen eingeschrieben.[42]

 

 

Bibliografie


Baier, Hannelore: Das „Antifa“ und der „Neue Weg“. Einiges aus der Geschichte des Deutschen Antifaschistischen Komitees. In: ALLGEMEINE DEUTSCHE ZEITUNG FÜR RUMÄNIEN. Ausgabe vom 15. Januar 2009.

Barcan, Monica, und Millitz, Bert: Die deutsche Nationalität in Rumänien. Bukarest: Kriterion, 1977. (Das Buch erschien gleichzeitig in deutscher, rumänischer, englischer und französischer Sprache.)

Breviarul statistic al Republicii Socialiste România. Direcţia Centrală de Statistică: Bucureşti, 1970.

Fink, Hans: Die Presse für den Unterricht. Der Beitrag der deutschen Presse in Rumänien zur Förderung des Unterrichts in der Muttersprache. In: BANATICA. Nr. 3-4/1997, S. 43-62. In diesem Heft wurden mehrere Vorträge zum Schulleben publiziert, die bei der Ulmer Tagung im September 1997 gehalten worden sind. Ihr Thema lautete: „Identitätsbewahrung in einem totalitären System. Das Banater deutsche Schulwesen nach 1944 und seine Perspektiven nach der Wende 1989“.

Geier, Luzian: Die „Neue Banater Zeitung“. Aspekte der Berichterstattung und der kulturelle Auftrag. In: Walter Engel und Walter Tonţa (Hg.): Banater Stadtkultur. Temeswar – das kulturelle Zentrum der Banater Deutschen (II). Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Beiträge der 47. Kulturtagung in Sindelfingen – 19./20. November 2011. S. 83-108.

Gitzing, Christian: Deutschsanktpeter. Heimat für fast drei Jahrhunderte. Geschichte der deutschen Bewohner von der Ansiedlung bis zur Aussiedlung. Reschitza: Intergraf, 2005.

Hügel, Kaspar, u. a.: Das Banat und die Banater Schwaben. Vierter Band. Schule und andere Kultureinrichtungen. München: Landsmannschaft der Banater Schwaben, 1991.

Milata, Paul: Zwischen Hitler, Stalin und Antonescu. Rumäniendeutsche in der Waffen-SS. Köln, Weimar, Wien: Böhlau, 2007.

Schmidt, Katharina (Gesamtredaktion): Deutsche Pädagogische Lehranstalt Temeswar 1948-1958. Hg. von der Landsmannschaft der Banater Schwaben. München, 2012.

Schenk, Annemie, und Weber-Kellermann, Ingeborg (unter Mitarbeit von Michael Motzer und Walter Stolle): Interethnik und sozialer Wandel in einem mehrsprachigen Dorf des rumänischen Banats [Kleinbetschkerek]. Marburg: Marburger Studienkreis für Europäische Ethnologie, 1973.

Schuster, Gudrun: Leben mit und gegen Ideologien. Aufsätze, Erfahrungsberichte, Rezensionen. Kronstadt: Aldus, 2006.

Temeschburg – Temeswar. Eine südosteuropäische Stadt im Zeitenwandel. Herausgegeben von der HOG Temeschburg-Temeswar. Karlsruhe, 1994.

Wegendt, Gerhild: „...dass das Herz fest werde...“ Schulalltag hinter dem Eisernen Vorhang. Thaur: Wort und Welt, 1995.


 


[1]           Heinrich Lauer: Sachsen und Schwaben, Landler und Zipser. Statistisches, Geschichtliches, Geographisches und Ethnographisches über die Deutschen in Rumänien. In: NEUER WEG KALENDER 1967, S. 36-37. Dieser Aufsatz wurde vierzig Jahre später unter demselben Titel im BANATER KALENDER 2009, herausgegeben von Walther Konschitzy in Erding bei München, erneut veröffentlicht. S. 62-65.

            „Neuer Weg“ – in Bukarest erscheinende überregionale deutschsprachige Tageszeitung 1949-1992.

[2]           Paul Milata: Zwischen Hitler, Stalin und Antonescu. Rumäniendeutsche in der Waffen-SS. Köln, Weimar, Wien 2007. S. 277.

Peter Krier: Historische Fakten – politische Interpretation. In: BANATER POST. Ausgabe vom 20. November 2007, S. 5.

„Banater Post“ – in München erscheinende Zeitung der Landsmannschaft der Banater Schwaben aus Rumänien.

[3]           Angaben für das Jahr 1950 laut einer Meldung des Deutschen Antifaschistischen Komitees: 116 Kindergärten und 7 Tagesstätten, 242 Vier-Klassen-Schulen, 146 Sieben-Klassen-Schulen, 9 allgemeinbildende und 18 technische Lyzeen sowie 10 Berufsschulen mit deutscher Unterrichtssprache. Für diese Schulen wurden 67 Lehrbücher in deutscher Sprache gedruckt. In: Hannelore Baier: Das „Antifa“ und der „Neue Weg“. Einiges aus der Geschichte des Deutschen Antifaschistischen Komitees. In: ALLGEMEINE DEUTSCHE ZEITUNG FÜR RUMÄNIEN. Ausgabe vom 15. Januar 2009.

„Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien“ – seit dem 1. Januar 1993 in Bukarest erscheinende überregionale deutschsprachige Tageszeitung.

Deutsches Antifaschistisches Komitee – siehe weiter unten.

Die eine Lehrerbildungsanstalt entstand in Temeswar, die andere in Schäßburg. Sie bildeten Grundschullehrer und Kindergärtnerinnen aus.

Temeswar – der bei der deutschen Stadtbevölkerung übliche Name. Die amtliche Bezeichnung in der Bundesrepublik ist Temeschburg.

[4]           Hans Fink: Die Axt im Haus erspart den Zimmermann. An der Allgemeinschule Nr. 1 von Jimbolia richtete Prof. Nikolaus Horn das erste Kabinett für Deutschunterricht ein. In: NEUER WEG. Ausgabe vom 19. Juni 1973.

[5]           Heinrich Schubkegel: Schule und andere kulturelle Einrichtungen in Rumänien 1944 bis zur Gegenwart. In: Kaspar Hügel u. a.: Das Banat und die Banater Schwaben. Vierter Band. Schule und andere Kultureinrichtungen. München 1991. S. 47-51, hier S. 48.

[6]           Gudrun Schuster: Schule und Ideologie im sozialistischen Rumänien. In: Dies.: Leben mit und gegen Ideologien. Aufsätze, Erfahrungsberichte, Rezensionen. Kronstadt 2006. S. 124-169, hier S. 154.

[7]           In Rumänien wird ein Lehrer mit Hochschulbildung, der ab dem V. Schuljahr unterrichtet, als Professor bezeichnet, der Arzt als Doktor.

[8]           Annemie Schenk und Ingeborg Weber-Kellermann: Interethnik und sozialer Wandel in einem mehrsprachigen Dorf des rumänischen Banats. Marburg 1973. S. 138.

[9]           Ebd., S. 128.

[10]          Die einzige Ausnahme bildete die Bukarester „Deutsche Schule“, damals offiziell „Lyzeum für Mathematik-Physik Nr. 6“. Vermutlich hatte sich Ministerpräsident Ion-Gheorghe Maurer selbst für sie verwendet, dessen Sohn dort Schüler war. Siehe: Gerhild Wegendt: „...dass das Herz fest werde...“. Schulalltag hinter dem Eisernen Vorhang. Thaur 1995. S. 63.

[11]          Kreisräte der Werktätigen deutscher Nationalität – von der politischen Führung eingesetzte Gremien.

Deutsche Nationalität – im offiziellen Sprachgebrauch übliche Bezeichnung. Ein in Rumänien lebender Deutscher war rumänischer Staatsbürger deutscher Nationalität.

[12]          Heinrich Schubkegel: Schule und andere kulturelle Einrichtungen. A. a. O., S. 48.

[13]          Volksrat – die im kommunistisch regierten Rumänien etablierte Form der lokalen Verwaltung.

[14]          Hans Fink: Siebzehn Jahre Generalschulinspektor. Zur Erinnerung an Jakob Neumann (1920-2009). In: SIEBENBÜRGISCHE ZEITUNG. Ausgabe vom 15. November 2009, S. 12. In: ALLGEMEINE DEUTSCHE ZEITUNG FÜR RUMÄNIEN. Ausgabe vom 17. November 2009.

            „Siebenbürgische Zeitung“ – in München erscheinende Zeitung der Gemeinschaften der Siebenbürger Sachsen.

[15]          Josef Täuber und Radegunde Täuber: Heinrich Schubkegel. Ein Banater Pädagoge, der viel bewegt hat. In: SEMLAKER HEIMATBRIEF. Nr. 23 (Dezember 2004), S. 2-15.

„Semlaker Heimatbrief“ – von der HOG Semlak herausgegebene Zeitschrift.

[16]          Annemie Schenk und Ingeborg Weber-Kellermann: Interethnik und sozialer Wandel. A. a. O., S. 136.

            Der Kreis (rumänisch judeţ) ist eine Verwaltungseinheit. Das Banat gliedert sich in die Kreise Arad, Temesch und Karasch-Severin.

[17]          Franz Quitter: Gestaltung deutscher Lehrbücher in Rumänien. Bemerkungen zur Verlagsarbeit in Temeswar-Temeschburg. In: BANATICA. Nr.3-4/ 1997, S. 75-78.

„Banatica“ – vom Kulturverband der Banater Deutschen in München herausgegebene Zeitschrift 1984-2003.

[18]          Mitteilung von Alfred Huth, von 1956 bis 1965 Lektor und leitender Redakteur. In: Deutsche Schulbücher. Typoskript, ein Beitrag für die vom IKGS-Verlag München geplante Anthologie „Jein, Genossen“.

[19]         Michael Markel: Aus Kompromissen geboren und gegen die Staatsideologie durchgesetzt. Zwanzig Jahre deutsche Schulbucharbeit unter der rumänischen Zensur. Eine Innenansicht der Probleme. In: SIEBENBÜRGISCHE ZEITUNG. Teil I – 16. März 1995; Teil II – 30. März 1995; Teil III – 15. April 1995.

[20]         Dorothea Götz: „Lehrerhandbuch für den Aufsatzunterricht in den Klassen V-VIII. Bukarest: Editura didactică şi pedagogică, 1979.

[21]          Hans Fink: Ei des Kolumbus in der Schulphysik. Das ungewöhnliche Labor des Prof. Franz Pretz. Was sich mit Aufbauteilen machen lässt. In: NEUER WEG. Ausgabe vom 27. Februar 1968.

[22]          Mündlich von Franz Pretz.

[23]          Franz Straub: Zur Geschichte des Neuarader Gymnasiums. In: BANATICA. Nr. 3-4/ 1997, S. 63-66, hier S. 64-65.

[24]          Hans Tittenhofer: Schulalltag in Warjasch. Eine Fallstudie über eine deutschsprachige Banater Volksschule. In: BANATICA. Heft 3-4/ 1997. S. 67-74, hier S. 72.

[25]          Emanuel Bretter: Schule, Unterricht und Erziehung in der einheimischen deutschen Presse. Nebst Hinweisen auf einige rumänische Artikel und Aufsätze. Bibliographische Zusammenstellung 1. Jan. 1971 – 30. Okt. 1972. In: VOLK UND KULTUR. Nr. 11/1972, S. 51-58.

„Volk und Kultur“ – vom Kulturministerium in Bukarest veröffentlichte Zeitschrift für den Bedarf der Kulturheime 1949-1989.

[26]          Hannelore Baier: Das „Antifa“ und der „Neue Weg“. A. a. O.

            Im Banat hieß das DAK ursprünglich DAO – Deutsche Antifaschistische Organisation.

[27]          Mündlich von Dr. Walther Konschitzky.

[28]         Christian Gitzing: Deutschsanktpeter. Reschitza 2005. S. 319-325. Laut einer Bestandsaufnahme vom Jahre 1935 besaßen von insgesamt 522 Familien 135 bis zu 5 Joch Feld und 211 keinen Boden (wobei die Handwerker und Intellektuellen hier mitinbegriffen sind). S. 301.

[29]          Breviarul statistic al Republicii Socialiste România. Bukarest 1970. S. 382-383.

[30]          Aus meinen Unterlagen beim „Neuen Weg“, Hans Fink.

[31]          Betriebsingenieur – Absolvent einer Fachhochschule.

[32]          Monica Barcan und Adalbert Millitz: Die deutsche Nationalität in Rumänien. Bukarest 1977. S. 86.

[33]          Mitteilung von Juliane Becker, vormals Grundschullehrerin an der Temeswarer Allgemeinschule Nr. 8, in einem Brief, datiert 12. April 2010 in Ingolstadt. Sie hatte von der Sache erfahren, weil die Allgemeinschule Nr. 8 die Nachfolgeeinrichtung der Übungsschule der Deutschen Pädagogischen Lehranstalt war.

[34]          Matura – Reifeprüfung, entsprechend dem Abitur an bundesdeutschen Schulen. Das im Banat benützte Wort ist ein Austriazismus. Die offizielle rumänische Bezeichnung lautete ursprünglich examen de maturitate. Sie wurde 1968 durch bacalaureat ersetzt.

[35]          UMT – Uzinele mecanice Timişoara.

[36]          Jene Mitschüler waren: Günther Arendt, Dr. Knud Klingler, Dr. Walter Kreiling, Helmut Machka, Dr. Hartwig Michels.

[37]          Joachim Born, Sylvia Dickgießer: Deutschsprachige Minderheiten. Ein Überblick über den Stand der Forschung für 27 Länder. Mannheim: Institut für deutsche Sprache, 1989. S. 175.

[38]          1981 musste das Deutsche Staatstheater von Temeswar neun Schauspieler wegen ihres Ausreiseantrags entlassen. 1983 kehrte sein Intendant Hans Linder von einer Studienreise nicht mehr zurück.

[39]          In Deutschland fanden die ehemaligen Mitglieder 1985 unter ihrem früheren Dirigenten Adrian Nucă-Bartzer wieder zusammen. In: Hans Gehl: Neue Qualität Banater Chortätigkeit – der Schubert-Chor. In: Temeschburg – Temeswar. Karlsruhe 1994. S. 517-520, hier S. 519.

[40]          Simultanunterricht – in einer Schulklasse sind Kinder aus zwei, drei oder sogar vier Jahrgängen zusammengefasst.

[41]          Zweiter Zyklus – die Klassen V bis VIII der Allgemeinschule.

[42]          In: NBZ-Volkskalender 1980. S. 107-109. NBZ – NEUE BANATER ZEITUNG.

„Neue Banater Zeitung“ – in Temeswar erscheinende regionale deutschsprachige Tageszeitung 1968-1993.

Zufälliges Bild

Sackelhausen - Heimatblatt

Benutzeranmeldung

Wer ist online

Zur Zeit sind 0 Benutzer und 1 Gast online.

Visitors

  • Total Visitors: 1143266
  • Unique Visitors: 61338
  • Since: Sa, 11/28/2015 - 00:56

Display Pagerank