Rußberg (Rusca Montană)

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Ortsname

Rumänisch: Rusca Montană

Deutsch: Russberg [manchmal auch Rußberg, Ruskberg]

Ungarisch: Ruszkabánya


Basisdaten

Koordinaten: 45°56' N / 22°45' O

Höhe über dem Meeresspiegel: 880 m.

Fläche: 15437 Hektar (insgesammt mit Russkitza):

980 ha „intravilan“ + 14.447 ha „extravilan“.

Anzahl der Bevölkerung 2012: ungefähr 1820 Einwohner (2002 waren 2389 Einwohner)

Wirtschaften: 764 mit 642 Wohnungen.

Kindergärten: 3; Schulen: 3

Kreisstraße: DJ 684 (Voislova - Russkitza)

PLZ: 327.320

Telefonvorwahl: (+40)255

Gemeindeart: Komune/ Gemeindesitz für zwei Dörfer: Russberg und Russkitza).

 

Spezifische ökonomische Beschäftigungen: Bergbau: Mineralien und Marmor. Holzfällen und Holzbearbeitung, Marmorbearbeitung

 

Gemeindewappen

Aprobiert und offiziell seit dem 26. September 2007. Aprobiert duch den Regierungsentschluß Nr. 66/ 2006, veröffentlicht - und seitdem offiziel geworden – im Monitorul Oficial al României, Nr. 87/2006.


Bevölkerungsentwicklung

1816: 215 Katholiken in der Matre und 29 in „Moravic-Ruszkberg“

1824: 126 Katholiken

1834: 571 Katholiken, 903 Orthodoxe, 15 Evangelische und 4 Reformierte Gläubigen.

1847: 1410 Katholiken, 1 Griechisch-Katholischer, 1000 Orthodoxe, 15 Evangelische und 1 Jude nur in Russberg (Im Schematismus des Bistums Tschanad, 1847 - Ruszkberg).

1880: 1256 Katholiken, 1125 Orthodoxe, 18 Evangelische und 6 Reformierte in Russberg und Lozna.

1883: 1193 Katholiken, 1199 Orthodoxe, 17 Evangelische, 1 reformierter und 4 Juden.

1900: 1087 Katholiken, 1201 Orthodoxe, 12 Evangelische nur am Gebiet der Ortschaft Russberg und des Ortsteils Lozna

1930: 555 Deutsche, 1394 Rumänen, 61 Ungarn, 158 andere (v.a. Italiener und Slowaken)

1935: 2.226 Einwohner

1948: 365 Röm.-Katholische, 5 Griechisch-Katholische, 815 Orthodoxe, 6 Evangelische, 2 Reformierte, 1 Jude, Andere 15 nur am Gebiet der Ortschaft Russberg

1966: 1634 Rumänen, 179 Deutsche, 38 Ungarn und 43 andere.

1992: 1671 Rumänen, 104 Deutsche, 27 Ungarn und 18 andere.

2002: 1954 Rumänen, 80 Deutsche, 32 Ungarn, 29 andere, am Gebiet der Ortschaft.


Lage

Russberg/ Rusca Montană befindet sich im Banat, im Bistra-Tal, im Nord-Osten des Kreises Karasch-Sewerin, in dem Poiana-Ruscăi-Gebirge. Die Ortschaft erstreckt sich auf einer Länge von fast 3 km, entlang des Flusses Bistra, der auf einem Trajekt – hier in Russberg – ungefähr vom Nord-Westen nach Süd-Osten fließt und die „Bistra Mărului“, bei Ferdinandsberg begegnet, um dann bei Jupa (Schuppa) in die Temesch zu münden. Die Ortschaft wird durch die DJ 684 durchquert. Diese macht die Verbindung zwischen Voislova, also auch mit dem DN 68, und Russkitza. Die deutschen Vorfahren erzählten dass, es in der Vergangenheit enge Waldspuren gab, die nach Ferdinandsberg oder nach Nadrag oder durch Russkitza nach Luncanii de Sus führten. Nachbarsdörfer, fast alle im Süden und Süd-Osten, sind: Zăvoi, Marga und Băuţar. Russberg liegt 16 km von Ferdinandsberg und 80 km vom Kreiszentrum, Reschitza, entfernt.


Lokale Verwaltung

Rathaus und Bürgermeisteramt:

Primăria Rusca Montană, Str. Principală Nr. 450, 327.320 Rusca Montană, Caraş-Severin

Tel: 0040-255-536.001, 0255-536.058, Fax: 0255-536.058, 0255-536.001

Bürgermeister: Dorin Ecobici, Vize-Bürgermeister: Cristel Jura, Sekretär: Ioan Boldea, Buchhaltung: Cornelia Iftime.

http://www.ghidulprimariilor.ro/business.php/PRIMARIA-RUSCA-MONTANA/44076/ 

 

Projekte der Lokalverwaltung

Einführung der Wasserversorgung und Kanalisation durch SAPARD-Projektfinanzierungen in Russberg – Erneuerung und Sanierung dieser Einrichtungen in Russkitza; Asphaltierung aller Sekundärwege, Befestigung der Ufer und Reinigung des Flußes Lozna; Sanierungen, Renovierungen und Modernisierungen: der allgemenen Schule mit den Klassen I-VIII, des Bürgermeisteramts, des Kulturheims. Einrichtung einer ökologischen und modernen Mülldeponie, Einrichtung von Parkanlagen und Spielplätzen für Kinder.


Andere Einrichtungen

„Kolping“-Haus, des katholischen Kolping-Vereins Banat im ehemaligen römisch-katholischen Pfarrhaus. Verantwortliche: Familie Sporer.

Deutsches Forum, Filiale Russberg. Vorsitzender: Helmut Piesz, pensionierter Lehrer, ebenfalls im „Kolping“-Haus.

 

Pfarreien und Kirchen:

A.Die Römisch-Katholische Kirche „Hl. Bernhard von Clairveaux“ (20. August), Russberg/ Rusca Montană, Str. Principală 289. Die Kirche wurde 1850-1855/ nach anderen Quellen 1857-1863/ von der Gessellschaft „Eisen- und Gruben A.G.” aus Kronstadt, am Platz einer anderen, älteren erbaut. Das Schematismus von 1847 spricht schon im selben Jahr von einer dem hl. Bernhardt geweihten Kirche! Angeblich ist die im Jahre 1847 erwähnte Kirche noch die alte, deren Baujahr wie Bauherr man nicht mehr kennt. Im Jahre 1887 fiel die neue Kirche teilweise den Flammen zum Opfer, wurde jedoch gleich wiedererbaut. Konsekriert wurde sie schon 1863 durch Bischof Alexander Bonnaz, der im Jahre 1878 hierher – wegen seinem gesundheitlichen Zustand – auf Luftkur kam. Ihre Mauer bestehen vorwiegend aus Stein und weniger aus Bauziegel. Sie ist die einzige Kirche im Bistum Temeswar und im Banat die dem Hl. Bernhard geweiht wurde. Bemalt wurde die Kirche im Jahre 1900, von einem Wiener Maler, dem ein Russberger Gläubiger, Karl Tiefenbeck, bei den Arbeiten geholfen hat. Die Malerei ist bis heute relativ gut und schön erhalten. Das Gemälde des Hauptaltars stellt den Hl. Bernhard dar und stammt vom Maler Emil Hoffmann 1888. Die Nebenaltäre zeigen die Auffahrt der Muttergottes Maria in den Himmel, die Hl. Barbara – Schutzpatronin der Bergleute, den Hl. Florian – Schutzpatron des einstmaligen Russberger Hammerwerks – und den Hl. Wendelin – Schutzpatron der Viehzüchter und der Tiere dar. Ein sehr interessantes Element in der Kirche ist die Treppe, die von der Sakristei zur Kanzel und zum Oratorium führen und in Spiralform, aus montierten Gußeisenteile besteht. Die Orgel wude im Atelier von Anton Dangl in Arad 1863 gebaut. Drei Glocken sind im Turm zu finden, von denen aber die älteste 1825 von einem Jakob [?] gegossen und der Muttergottes Maria geweiht wurde.

Die Pfarrei wurde schon 1808 auf Initiative der Königlichen Bergkammer gegründet. Seitdem und bis in die ´70er Jahre des 20. Jahrhunderts führte sie eigene Matrikeln. Die Königliche Bergkammer übte dementsprechend bis 1817 auch die Patronatsrechte aus. In der Zeitspanne 1817-1827 wurde Russberg wieder der Pfarrei Karansebesch einverleibt. Ab 1827 erlangte die metallurgische Gesellschaft der Familien Hoffmann und Maderspach die Neuaktivierung der Pfarrei und übte selber die Patronatsrechte aus. Das Einkommen des Pfarrers wurde auf 800 Florin festgelegt. Dazu kamen noch die Erträge einer Hutweide und eines Baumgartens. Die Kantorlehrer der Gemeinde – die Bezeichnung beweist die Existenz einer katholischen Schule – bekammen 530 Florin und Wohnung in Russberg gesichert. Ihre Namen, entnimmt der Chronist, Pfr. Basch, nur aus der Tradition und erwähnt sie 1894 in seiner kurzen Pfarrgeschichte: Hag, Fratrovich, Vichnalek, Schwanenfeld, Ditz, Kaziez, Lavas, Bednar, Brevis, Felsmann, Rutzky, Barth, Basch János şi Csokány Károly.

Ab dem 1. Januar 1992 wurde die Pfarrei wieder aufgelöst; nun fungiert sie als Filiale der Pfarrei Ferdinandsberg. Pfarr-Administrator Călin Ciocian (seit Sommer 2009), aus Ferdinandsberg, kommt jeden zweiten Sonntag um den Gottesdienst für die Russberger Gläubigen zu zelebrieren. Renovierungsarbeiten wurden am Dach 2011 durchgeführt und mit einer regen Teilnahme der Gläubigen abgeschlossen. Bis zur Auflösung 1992 hatte die Pfarrei Russberg folgende Filialen: Lozna (eigentlich ein Ortsteil von Russberg), Luncani/ Lunkany und Russkitza. In Lunkany gab es schon 1737 eine katholische Seelsorgestelle mit dem Rang einer „Curatia”(Kuratie).

 

B. Die Rumänisch-Orthodoxe Pfarrkirche „Ausgießung des Heiligern Geistes” (Pogorârea Sf. Duh), Str. Principală Nr. 1. Die orthodoxe Pfarrei führt eigene Matrikelbücher seit 1823 – vielleicht ist dies ihr Gründungsjahr. Manche Historiker meinen, die orthodoxe Pfarrei Russberg sei „antiqua”, andere sagen dass, die Ortschaft selber erst 1803 ins Leben gerufen wurde, was aber nicht stimmen kann. Tatsache ist es, dass bei der Josephinischen Landaufnahme 1769-1772 Russberg, Ruskitza und Ferdinandsberg gar nicht auf der Landkarte erscheinen. Die orthodoxe Kirche von Russberg wurde 1858 gebaut, zur selben Zeit mit der Katholischen. Damals leitete Pfarrer Nicolae Velovan die Gemeinde. Die Innenmalerei datiert aus dem Jahre 1913 und wurde vom Maler Nicolae Popoviciu gemacht. Eine orthodoxe konfessionelle Schule existierte hier nie, laut Nicolae Cornean. Peter Basch, der katholische Pfarrer von Russberg, sagt aber 1894, dass auch die Orthodoxen in der Ortschaft eine eigene Schule hatten. Im Jahre 1845 zählte die orthodoxe Gemeinde 925 Seelen, 200 kirchlich verheiratete Paare und 56 Schüler. Im selben Jahre als Pfarrer und Lehrer (zugleich!) ist Zacharias Bottosch erwähnt. Die Kirche wurde erst im Jahre 1937 vom damaligen Karansebescher Bischof Dr. Vasile Lăzărescu feierlich konsekriert. Im Jahre 1940 ist Pfr. Stefan Bololoiu, Mitarbeiter des Karansebescher Bistumsblatts „Foaia Diecezană“ und gelobter Verwalter der Kirchengemeinde tätig. In der Epoche wurde diese Pfarrei als „Pfarrei erster Klasse“ eingestuft. Zur orthodoxen Pfarrei Russberg gehörte, als Filiale, bis 2002 auch Russkitza. Seit 1997 fungiert hier als Pfarrer Sorin Adrian Toma.


Man verzeichnet auch die Existenz je eines baptistischen und eines pfingstlerischen Gebetshauses.


Kurze Ortschronik

Die katholischen Priester von Russberg und Ferdinandsberg stellen die Gründungen ihrer Ortschaften, aber auch die von Russkitza, schon vor dem Jahre 1787 unter dem Einsatz der Familien Hoffmann und Maderspach, die gemeinsam eine Bergbau und Metallurgie-Gesellschaft mit Filialen in den drei Ortschaften besaßen. Nicolae Cornean, der Historiker des Karansebescher orth. Bistums ist der Meinung dass, die Ortschaft Russberg erst 1803 gegründet worden ist. Die Gesellschaft der Familien Hoffmann und Maderspach wird als „Ohababisztrai kohótársulat“/ Ohababistra-er Metallurgische Gesellschaft erwähnt. Diese zwei Familien sollten angeblich für 100 Jahre die hiesigen Wälder und Industrieanlagen von der ungarischen Königlichen Schatzkammer verpachtet haben. Um 1850 herum wurde das ganze Areal von der „Ersten Banater Bergbauindustrie“-Firma in Besitz genommen. Sie vereinigte sich 1858 mit der Gessellschaft „Eisen- und Gruben A.G.” aus Kronstadt.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts (1762) wurde das Gebiet um Russberg herum der habsburgischen Militärgrenze einverleibt; die Ortschaft erhielt dann, bei ihrer Gründung, eine Militärverwaltung, sowie alle anderen Ortschaften des Banater Confinium Militare.

Die Bergleute, Waldarbeiter und Arbeiter der metallurgischen Öfen und der Ateliers wurden schon Ende des 18. Jahrhunderts aus der heutigen Slowakei, aus Österreich, aus der Gegend um Orawitz, Steierdorf, Reschitz und Bokschan, sowie später aus dem Sudetenland und Italien kolonisiert.

Schon im Jahre 1848 übernahmen kurzzeitig ungarische Revolutionäre die Herrschaft in der Gegend. Im April 1849 gab es Kämpfe im ganzen Tal der Bistra, bei Bucova, Băuţari, Voislova, Marga, Vama Marga und Măru (dt. lokale Bezeichnung Merl). Ein Teil der ungarischen revolutionären Truppen, unter Befehl von General Josef Bem, versuchten durch den Eisernen-Tor-Paß von Siebenbürgen ins Banat einzumarschieren. Es gelang ihnen die Kompanien Nr. 23 und Nr. 25 des Rumänischen-Banater Grenzregiments Nr. 13 in Richtung Karansebesch, aber nicht ohne Wiederstand zurückzudrängen. Die rumänische Bevölkerung von Valea Mare (heute Valea Bistrei) und Marga hat den Revolutionären auch Widerstand geleistet. Die Aufständischen benannten Ferdinandsberg nach dem polnisch-ungarischen General Bem in Bemhegy um. In Russberg wurden für die revolutionären ungarischen Truppen kleinere Kanonen und Kugeln gegossen. Am 23. August 1849, nachdem die kaiserlichen Truppen die Region wieder unter Kontrolle genommen hatten, wurde Franziska Maderspach auf Befehl des Fedmarschalls Haynau mit 25-25 Stockschlägen nackt, öffentlich durch Rittmeister Anton Gröber bestraft. Ihr Ehemann, Karl Maderspach, begann am selben Tag, aus Scham, Selbstmord.

Am 4. Mai 1887, nachmittags zwischen 15.00 und 16.00 Uhr entstand ein großes Feuer. Der Turm der katholischen Kirche und das Dach fielen dem Feuer zum Opfer. Die Glocken sind vom Turm herabgestürzt, die Turmuhr ist geschmolzen, das Innere der Kirche blieb jedoch unversehrt. Das Pfarrhaus, die Schule und viele Häuser sind ebenfalls niedergebrannt.

Im Jahre 1894 gab es in Russberg ein Post- und Telegraphenamt, eine ärtztliche Praxis mit Apotheke, sowie ein „Rotes-Kreuz“-Verein. Im selben Jahr funktionierten hier drei Hammerwerke (Hammer, Vorschlaghammer, Picke, Hauen, Axt, Schaufel), die nach Rumänien, Bulgarien und Serbien exportiert wurden.

Die rumänische Bevölkerung kam teilweise aus Siebenbürgen, aus der Hatzeger Gegend, teilweise aus dem Banat, aus der Umgebung und dies angeblich noch vor den deutschsprachigen. Die Prostestanten, die in Ferdinandsberg eine Kirche auch heute noch haben, kamen aus Würtemberg und Baden. Sie wurden von den Eigentümern der Hammerwerke – zu einem gewissen Zeitpunkt war es die Familie Milasevits – kolonisiert. Im Jahre 1892 gab es auch ein Jude in Russberg, der die Steuer eingetrieben hat. Mit der Gründung der katholischen Pfarrei 1806 ist auch die Gründung der ersten Schule zu verzeichnen.

Zu den Fluss- und Ortsnamen (auch Namen von Bergen) im Russberger Gebiet wurden 1894 schon folgende erwähnt: Dialu Negru, Lozna, Ruszkita, Losnicioara Mare, wie Poiana Padiş (1500 M) und Poiana Ruscă (1665 M). Die letzten zwei erwähnten Berge sind eine längere Zeit im Jahr mit Schnee bedeckt.


Persönlichkeiten

Ferdinand Hoffmann (1774-1833), Mitbegründer der Ortschaft Russberg; nach dessen Taufnamen erhielt Ferdinandsberg seine historische Bezeichnung.

Karl Anton Maderspach (1791-1849), studierte an der Chemnitzer Bergakademie, Hütteningenieurwesen, Mitbesitzer zusammen mit den Gebrüder Hoffmann eines Eisenbergwerks in Russberg und Ferdinandsberg, beschäftigte sich auch mit dem Bau von eisernen Hängebrücken (in Lugosch und Herkulesbad), erforschte die Kohlenbergwerke in Petroschen. Da seine Ehefrau Franziska 1849 öffentlich bestraft wurde – sie sympathisierte mit der ungarischen Revolution und half den aufständischen Truppen und lieferte ihnen Waffen – begang er Selbstmord am 23. August 1849. Anton Maderspach ist am Russberger Friedhof begraben.

Franziska Maderspach, geb. Buchwald (1804-1880), Ehefrau des Karl Anton Maderspach. Auf Befehl des Generals Julius Jakob Freiherr von Haynau wurde sie wegen Paktierung mit den ungarischen Revolutionären öffentlich in Russberg durch Rittmeister Anton Gröber mit 25-25 Stockschlägen bestraft. Franziska Maderspach ist in Budapest gestorben, wurde aber in Russberg begraben.

Josef Pančič, Hausartzt und Hauslehrer der Kinder der Familien Hoffmann und Maderspach in Russberg in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts; berühmter Botaniker, Naturforscher und Bergwanderer. Blieb zwei Jahre in Russberg.

Nicolae Velovan, orthodoxer Pfarrer. Zu seiner Zeit wurde die orthodoxe Kirche gebaut.

Stefan Velovan (1852-1932), Professor und Pädagoge, Studien in Wien und Gotha, Direktor des Pädagogischen Instituts in Karansebesch, später Gründer und Direktor der Normalschule in Craiova. Beigesetzt in Karansebesch.

Pfr. Franz Vuchetich (1811-1889) Pfarrer in Russberg 1838-1884, paktierte ebenfalls mit den ungarischen Revolutionären und „beerdigte“ (angeblich) 1848 mit mehreren Bewohnern Russbergs symbolisch die kaiserliche schwarz-gelbe Fahne (Episode wurde aber vom Pfarrer als Kalomnie bezeichnet). Musste deswegen nur in seiner priesterlichen Kleidung nach Karansebesch und Temeswar, in Gefangenschaft, mit den kaiserlichen Truppen, die Russberg erreichten, gehen. Dort blieb er von August bis zum 21. Dezember 1849. Man wollte ihn, in Russberg, mit 25-25 Stockschlägen für seine Tat bestrafen. Passionierter Botaniker und Bergwanderer. Starb 1889 in Russberg und wurde ebenda begraben. Sein Grab ist auch heute noch im katholischen Friedhof zu sehen.

Pfr. Nikolaus Schwarz (1900-1975), Ehrendechant. Langjähriger (1933-1975) Pfarrer in Russberg, 1945-1947 nach Russland/ UdSSR verschleppt. Schrieb nach seiner Rückkehr eine Beschreibung seiner Deportationsjahre und seiner abenteuerlichen und lebensgefährlichen Flucht aus dem sowjetischen Lager über Polen, Deutschland, Österreich, Ungarn, zurück nach Rumänien. Sein Grab ist auch heute noch zu sehen.

 

Tourismus

Russberg ist kein touristischer Ort, jedoch kann die Gegend durch ihre Berge, durch die Natur, die Geschichte des Bistra-Tals, des Marmorsteinbruchs davon ein wahrer Anziehungspunkt sein. Schon im 19. Jahrhundert und noch vor 1948 kamen oft Besucher aus Ungarn und dann, später auch Temeswarer nach Russberg für Wanderungen in den Wäldern und in den Bergen und für Erholung bei Familien auf dem Land. Einige von den alten Schmelzöfen, die noch im Lozna-Tal, in den Wäldern und in Russkitza zu sehen sind, können ebenfalls eine wichtige Anziehungskraft auf Touristen ausüben. Das Touristendenkmal (welches jedes Jahr im August in einem Festakt gefeiert wird), ein Unikat in der Gegend und vielleicht sogar in ganz Europa (eine Kopie wurde nach 2005 in Poiana Mărului errichtet), wurde 1936 bei der Einfahrt in die Ortschaft Russberg aufgestellt. Die Natur und die Wälder bieten reiche Möglichkeiten für Jagd, Fischfang und Wanderungen im Naturparkreservat „Pleşu“. Ein Novum ist auch das „Peter Pan“-Museum in Russberg.

 

Bibliographie

  1. Bohn, Gerlinde, Familienbuch der römisch-katholischen Pfarrgemeinde Kreuzstätten im Banat 1771-1991, Herausgegeben von der HOG Kreuzstätten, Deutschland, 2011.
  2. Brudnjak, Johannes, Gräf Rudolf, Kremm Werner, Das Rumänische Banat. Reiseführer für Südwestrumänien, Austria Medien Service Graz 1998;
  3. Basch Peter, Ruszkabánya, manuscris autograf păstrat în Archivum Dioecesanum Timisoarense (Arhiva Diecezană Romano-Catolică de Timişoara), Fond: Brevis Historia Domus, 5 august 1894;
  4. Cornean, Nicolae, Monografia Eparhiei Caransebeş, Editura Autorului, Tiparul Tipografiei Diecezane, Caransebeş 1940;
  5. Mărgan, Serafim, Popescu, Dan, Mărgan Silvia, Studiu Monografic Uzina Oţelul Roşu 1796-1971, Tipografia Reşiţa, 1971;
  6. Opruţ Petru, Voislova, Ed. Marineasa, Timişoara, 2008;
  7. Reesch de Lewald, Aloysius, Universalis Schematismus Ecclesiasticus Venerabilis Cleri Orientalis Ecclesiae Graeci Non Uniti Ritus I[ncliti]. Regni Hungariae Partiumque eidem Adnexarum nec non Magnus Principatus Transsilvaniae item Literarius seu Nomina Eorum qui Rem Literariam Scholarem Ejusdem Ritus Procurant, pro anno 1843/44, Budae, Tipographiae Scientiarum Universitatis Hungariae.
  8. Ţigla, Erwin Josef, Biserici Romano-Catolice din Arhidiaconatul Montan / Römisch-Katholische Kirchen im Erzdechanat des Banater Berglands / A Bánsági Hegyvidék Főesperességének Római katolikus Templomai, Asociaţia Germană de Cultură şi Educaţie a Adulţilor Reşiţa, Color Print Reşiţa, 2004;a
  9. Catalogus Venerabilis Cleri Dioecesis Csanadiensis pro Anno Domini 1816, Szegedini, Typis Urbani Grünn, priv. Typogr;
  10. Catalogus Venerabilis Cleri Dioecesis Csanadiensis pro Anno Bissextili 1824, Szegedini, Typis Urbani Grünn, Reg. priv. Typogr.;
  11. Schematismus Venerabilis Cleri Dioecesis Csanadiensis pro Anno a Christo Nato 1834, Szegedini, Typis Heredum Urbani Grünn;
  12. Schematismus Venerabilis Cleri Dioecesis Csanadiensis ad Annum Jesu Christi MDCCCXLVII, Budae, Typis Typographiae R.(egiae) Universitatis;
  13. Schematismus Cleri Dioecesis Csanadiensis pro Anno Domini 1880, Temesvarini, Typis Dioecesis Csanadiensis 1880;
  14. Schematismus Cleri Dioecesis Csanadiensis pro Anno Domini 1883, Temesvarini, Typis Typographiae Dioecesis Csanadiensis 1883;
  15. Schematismus Cleri Dioecesis Csanadiensis pro Anno Jubilari 1900, Temesvarini, Typis Typographiae Dioecesis Csanadiensis 1900;
  16. Schematismus Cleri Dioecesis Timisoarensis pro Anno Domini 1948, Timisoara, Typis Typographiae “Victoria” 1948;

 

Drd. Claudiu Călin

Diözesanarchivar, Temeswar

5. März 2012

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