Lexikalische Besonderheiten in der Banater Mundartliteratur

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Hans Dama (Wien)

1 Das Banat – ein Überblick

Drei Jahrzehnte nach der Schlacht am Kahlenberg (1683) und der Befreiung Wiens von der türkischen Belagerung wurde das Banat, dieses zwischen Donau, Theiß, Marosch und den Karpaten liegende 28 523 km2 große Land, 1716 als letztes ungarisches Gebiet nach 164 Jahren durch Prinz Eugen von der osmanischen Herrschaft befreit. Nach Auffassung Prinz Eugens sollte dieses wichtige Grenzland als Keil zwischen den damals aufständi-schen Madjaren (Kuruzenkriege) und den ihnen freundlich gesinnten Türken ausgebaut werden. So wurde das neu erworbene Banat zu einer Krondomäne und blieb ein unveräu-ßerliches königliches Gut mit zunächst nur geschätzten 85 000 Einwohnern. Der Wiener Hof war jedoch in der Folgezeit bemüht, das Banat in ein vorbildliches Gebiet der Monar-chie zu verwandeln.

Drei Habsburger Kaiser waren es, unter deren Regierung sich die nun einsetzenden Schwabenzüge ins Banat ergossen: der erste unter Kaiser Karl VI. (1723–1726), der zweite unter Maria Theresia (1763–1773) und der dritte unter Joseph II. (1782–1787).

Das Kolonisationswerk selbst wurde in der Planung und Durchführung von Wien aus vorgenommen und zählte trotz aller zeitbedingten Mängel mit zu den großen Leistungen Österreichs in der Zeit des 18. Jh. Die angeworbenen Familien kamen mehrheitlich aus linksrheinischen Auswanderungsgebieten, hauptsächlich waren es Elsässer und Lothringer, Pfälzer und Luxemburger, Rhein- und Mainfranken, Thüringer und Schlesier, Schwaben und Baiern, aber auch Sauerländer, Hauensteiner sowie Siedler aus fast allen Gebieten Altösterreichs, Franzosen, Italiener, Spanier und Holländer.

Demnach sind die Banater Schwaben1 nicht Sprech-, sondern Nennschwaben, um einen von Heinrich Schmidt eingeführten Terminus zu gebrauchen (vgl. Hutterer 1963: 6).

Im Jahre 1734 befanden sich im Banat bereits 46 deutsche Ortschaften. Im Zeitraum 1763–1770 stieg die Zahl der Deutschen im Banat von etwa 24 000 auf 43 000. Bis 1773 wurden 31 Ortschaften neu gegründet und 29 Siedlungen erweitert. Die Großtat der Siedler bestand in der Umwandlung des Banats in eine der ertragreichsten Kornkammern Europas. Das Banat wurde jedoch im Jahre 1778 laut Vertrag, den Maria Theresia 1741 mit den Ungarn geschlossen hatte, Ungarn einverleibt.

Joseph II. ließ 164 Banater Orte in öffentlichen Versteigerungen an den Meistbietenden versteigern. Die deutschen Bauern, die vorher nur der Hofkammer unterstanden, wurden

1 Zum Terminus „Schwaben“ s. Petri 1965: 8 f. und Rein 1961: 8–13.

wieder Leibeigene. Im dritten Schwabenzug kamen nochmals rund 13 500 Personen ins Banat. Nach dem Tode des Kaisers Joseph II. (1790) wurde die Kolonisation eingestellt und nach 1829 ließ man nur noch Nachzügler zu, wenn diese 500 Gulden an barem Geld vorweisen konnten. Im Jahre 1840 erreichte die Zahl der deutschen Einwohner im (unge-teilten) Banat 207 720 (vgl. Kallbrunner 1938: 24).

Nach der Revolution 1848/1849 entstand die „Woiwodschaft Serbien und Temeser Ba-nat mit deutscher Amtssprache“. Die neue „Woiwodschaft“, deren Hauptstadt Temeswar wurde, umfasste neben dem Banat auch die Batschka und die Rumaer und Illoker Bezirke des Komitates Syrmien und war unmittelbar der Reichsregierung in Wien unterstellt. Die Bevölkerung der gesamten Woiwodschaft betrug im Jahre 1851 knapp 1, 4 Millionen Menschen, davon rund 400 000 Serben, 300 000 Deutsche, 300 000 Rumänen, 250 000 Ungarn und 13 000 Juden. Mit Wirkung vom 1. Jänner 1861 löste sich die Woiwodschaft auf, und das Banat wurde ein zweites Mal dem Königreich Ungarn einverleibt. Mit dem österreichisch-ungarischen „Ausgleich“ von 1867 gelangten die 1, 8 Millionen Deutschen unter den Einfluss des ungarischen Nationalismus. Das deutsche Schulwesen wurde nach und nach eingestellt. Die deutschen Zeitungen des Banates schmolzen von 37 im Jahre 1889 auf 12 im Jahre 1910 zusammen.

Am 30. Dezember 1906 wurde in Werschetz die „Ungarländische Deutsche Volkspar-tei" gegründet. Sie stellte sich die Aufgabe, die „Überfremdung“ abzuwehren und die im Nationalitätengesetz von 1868 den Volksgruppen zugesagten Rechte durchzusetzen. Die Volkszählung im Jahre 1910 wies im Banat unter 1 852 439 Einwohnern 512 601 (27,6 %) Deutsche auf.

Der Ausgang des Ersten Weltkrieges brachte das Ende der k. u. k. Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Der Friedensvertrag von Trianon (4.6.1920) zerstückelte das Banat in drei Teile: 18 945 km2 fielen an Rumänien, 9 307 km2 kamen zu Jugoslawien und 217 km2 verblieben bei Ungarn. Im neuen Vaterland Rumänien gingen die Banater Schwaben ziel-strebig an die Aufbauarbeit. Nach 1933 mischte sich die deutsche Reichsregierung immer häufiger in die Angelegenheiten der deutschen Volksgruppe ein, bis die rumänische Regie-rung mit dem Dekret vom 21. November 1940 diese als juristische Person öffentlichen Rechts anerkannte. Ab Mai 1943 wurden auf Grund eines Abkommens zwischen Rumä-nien und dem Dritten Reich die Rumäniendeutschen in die deutschen Wehrverbände ein-gezogen. Ca. 8 500 von ihnen sind im Zweiten Weltkrieg gefallen (vgl. Kallbrunner 1938: 24).

Der Umsturz in Rumänien vom 23. August 1944 hat die Deutschen in Rumänien sehr getroffen: Politische, wirtschaftliche, kirchliche und kulturelle Organisationen wurden aufgelöst und verboten. Vertrieben wurden die Deutschen nicht. Im Januar 1945 wurde die arbeitsfähige deutsche Bevölkerung zur Aufbauarbeit in die Sowjetunion verschleppt. Durch die Bodenreform im März 1945 verlor die bäuerliche Bevölkerung ihre Existenz-grundlage. Im Sommer des Jahres 1951 wurden 40 000 Menschen entlang der jugoslawi-schen Grenze in die Bărăgan-Steppe zwangsumgesiedelt.

Bei der Volkszählung vom Januar 1948 gaben in Rumänien nur mehr 343 913 Perso-nen Deutsch als Muttersprache an, davon im Banat 171 022. Das vom „Neuen Deutschen Forum“ bei den Wahlen im Mai 1991 erzielte Ergebnis war katastrophal. Die kulturell-ethnische Überlebenschance der Volksgruppe wurde unter dem Assimilationsdruck der Ceauşescu-Diktatur immer geringer. Hinzu kam ab 1951 im Rahmen der Familienzusam-menführung eine Rückwanderung Deutscher aus dem kommunistischen Rumänien in den Westen. Im Zeitraum von 1950 bis 1992 beteiligten sich an der Aussiedlung rund 200 000 Banater Schwaben. Im Jahre 1950 waren es über 50 000, die in das Land ihrer Vorfahren zurückwanderten. Gegenwärtig dürften noch an die 25 000 Banater Schwaben in Rumä-nien leben.

Beim Herannahen der Front im September 1944 zogen zahlreiche Wagenkolonnen mit Flüchtlingen aus dem Banat nach Österreich. Die meisten von ihnen verbrachten den Win-ter 1944/1945 im Burgenland, in Nieder- und Oberösterreich sowie in Salzburg. Schon im Frühjahr 1945 lief eine Repatriierung der in der russischen Zone Österreichs befindlichen Flüchtlinge an. Unter russischer Eskorte fuhren vom Arsenal in Wien die Trecks der Volksdeutschen in ihre Heimat zurück.

Um 1975 lebten im rumänischen Teil des Banats noch schätzungsweise 173 000 Deut-sche, davon zirka 140 000 Banater Schwaben und 33 000 Berglanddeutsche, bestehend aus den im Banater Bergland lebenden Deutschböhmen und den Steirern, die in Reschitza und Umgebung siedeln (vgl. Barcan / Millitz 1977: 46 ff.). Besonders nach 1990 setzte mas-senweise die Rückwanderung nach Deutschland, weniger nach Österreich, ein; im rumäni-schen Banat leben derzeit schätzungsweise noch etwa 20 000 Personen.

2 Banater Dialektlandschaft

Mehrheitlich haben sich innerhalb der Banater Mundarten die südrheinfränkischen Dia-lekte behauptet, weil sie Merkmale aufweisen, die sich z. B. durch Übereinstimmung mit den Besonderheiten des Alemannischen und Bairischen gegenüber anderen Mundarten, vor allem dem Moselfränkischen, durchgesetzt haben. Sie bilden die größte Gruppe (vgl. Wolf 1987: 73 ff.), gefolgt von der bairisch-österreichischen Dialektgruppe.

In wenigen Gemeinden werden reine Mundarten gesprochen: moselfränkisch in Neube-schenowa, hochalemannisch in Saderlach, odenwäldisch in Guttenbrunn, bairisch in Wolfsberg, Weidental und Altsadowa. In den Stadtmundarten überwiegt das Bairisch-Österreichische wie in Lugosch, Werschetz, Arad, Karansebesch, Orawitza u. a. Temeswar ist z. B. auch wegen seiner Laut- und Formeigenheiten der österreichischen Mundarten bzw. durch den Einfluss des Wienerischen als „Klein-Wien“ in die Kulturgeschichte ein-gegangen. In den Banater Mundarten wurde der Sprachausgleich erster Stufe vollzogen; der Ausgleich zweiter Stufe erfolgte lediglich ansatzweise.


3 Wortgut der Banater Dialekte2

3.1 Aus der Standardsprache übernommen

Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich durch die Mobilität, das Pendler-wesen und die intensiveren Beziehungen zwischen den einzelnen Orten Ansätze einer Koiné entwickelt, die vor allem in den Werken der Banater Mundartautoren Eingang ge-funden hat. Einige dieser Autoren mit Wirkungskreis in Temeswar haben einfach Ausdrü-cke aus der Standardsprache in ihre Werke eingeflochten, ohne dass diese in der Mundart je gebraucht worden wären, etwa: Elpege (LPG) ‛Landwirtschaftliche Produktionsgenos-senschaft’, Friedhof (dial. Kerchhop, Freithof und Friedhof), Kausmonut (bewusste Ver-ballhornung von Kosmonaut), ebenso Protikoll, Kinschtler, pletzlich (dial. uf eemol), Qua-lifizierung, stillsitze (dial. ruhich sitze), sunderbares Gereisch, wirtschaftlichi Produktions-organisierung.

Advokat ist altösterreichisch; vielleicht wird es vom Rumänischen gestützt, weil es dort gleichlautend (allerdings mit kurzem a) gebraucht wird. (Doch das ist lediglich meine Annahme.) Paradeiser wird in den Banater Mundarten als Paradeis (Sg. und Pl.) ge-braucht. Ramasuri, Remasuri ‛Durcheinander’ (bair.-öst. ‛großes Durcheinander, Trubel’) ist auch in den Dorfmundarten gebräuchlich.

3.2 Typische Mundartausdrücke

Dazu zählen Sonderformen – größtenteils nicht von den Siedlern mitgebrachte pfälzi-sche Dialektwörter3.

3.2.1 In den Dorfmundarten

Zum typischen Wortgut aus den Banater Mundarten4 zählen z. B. die Modaladverbien aarich, stark und hart: Sie stehen für ‛sehr’ und dienen der Steigerung: aarich gut, hart gfror, stark geere; hart lache auch im Sinne von ‛laut lachen’. Das Substantiv Arsch-kapplmuschter hat als Schimpfwort etwa die Bedeutung von ‛Dummjan’ (etwa: ‛Blödmann’), vgl. Hügel (1873: 25). Aus dem dial. Substantiv Hartschlechter ‛Lausbub’ wurde hartbrave abgeleitet, das in der Mundart nicht gebräuchlich ist. Bohnesode

2 Hinweis zur Aussprache: Im primären und sekundären Auslaut wird e als Schwa-Laut (Murmelvo-kal) ausgesprochen. Vokalverdoppelungen aus den Quellentexten werden als solche beibehalten. Ansonsten wird die Schreibweise der Mundartdichter gegebenenfalls vereinfacht und vereinheit-licht.

3 Mitunter scheinen in dieser Arbeit Wortbeispiele zweimal auf: erstens als den Stadt- oder Dorf-mundarten zugeordnete Ausdrücke und zweitens mit Entlehnungsursprung.

4 Die Notation der Belege folgt der (traditionellen) Schreibung der Mundartdichter, vgl. die Liste der Mundartautoren auf S. ? (von den Hg. einzufügen, wenn endgültige S.zahl feststeht).

‛Sodabikarbonat’, Fechtemacherei von ‛fechten’, nicht im Sinne von ‛hausieren’ oder ‛betteln’, sondern ‛ohne Ziel herumstreifen’; gotterkeit (Adv. < lat. quod dicat ‛was sagen will’) ‛gewissermaßen’ bzw. ‛wie um zu sagen’; im Österreichischen gotichkeit (vgl. ÖstWb. 392005: 249). Nach gotterkeit erfolgt gewöhnlich ein Anakoluth (vgl. Wolf 1987: 246). Erklärungen wie „aus ital. codiga = come si dicesse ‛als ob man sagte’ werden ange-zweifelt.

Im Satz für des werde mir jo gezahlt wäre bezahlt die korrekte standarddeutsche Form des Perfektpartizips, das somit in der auch bairisch üblichen Form erscheint. Die Form gephetzt geht auf phetze ‛zwicken, kneifen’ zurück. Kreische steht dial. für ‛weinen’. Mit der eigentlichen Grundbedeutung von ‛grell, scharf schreien’ wird das Verb nur in den Dörfern mit moselfränkischem Dialekt bzw. mit moselfränkischem Einschlag gebraucht. Maje / Maje geen ‛in die Spinnstube gehen bzw. diese besuchen’ ist pfälz., hess., rheinisch (mhd. meigen ‛wie im Mai fröhlich sein’, altes Dialektwort!). Das Substantiv Modi (vgl. ÖMdaWb.: 27, Hügel: 109) darf in den Banater Mundarten nicht nur auf Kleidertracht, Zeitgeschmack bezogen werden. Man könnte es mit ‛Sitte, fester Lebensstil der Gemeinde, herkömmliche überlieferte Ordnung innerhalb der Gemeinschaft’ übersetzen: Des ist so Modi.

Un jeder hat so a ordentliche Hemtreiwer (‛Ochsenziemer’); a Rilps (von ‛rülpsen’) ‛ein unflätiger Mensch’; wenn etwas tripst oder tripselt, dann tropft oder tröpfelt es. Vun etwas Wind krien (‛kriegen’, Jägerspr.) ‛etwas in Erfahrung bringen’. Eine nhd. Entleh-nung: Omezzeaier ‛Ameiseneier’; verpatscht (< verpatsche ‛aufspringen, platzen’) ‛ge-platzt’. Ein zwaa-Meter-Schwein bezieht sich nicht auf die Länge des Borstenviehs, son-dern auf sein Gewicht von 200 kg; gemeenerhand ‛gewöhnlich’ (pfälzisch).

Das Verb schenne (< ‛schänden’) bedeutet ‛schimpfen, schelten’; phischpre ‛pispern = flüstern’ (nach Wolf 1987: 260 eine Schallnachahmung), scharwenzle können Frauen, die geziert-anmutig durch die Straßen gehen. Das Adjektiv knatschich bedeutet wie im Süd-hessischen etwa ‛zum Kneten weich, breiig, zäh’; verkrumbelt ist etwas Zerknittertes; ver-schnuppt bedeutet außer dem herkömmlichen Sinn auch ‛eingeschnappt, beleidigt’. Ein Schliwwer (von [unter die Haut] ‛schlüpfen’) ist ein Holzsplitter, Span. De Ranze fille (gleichbedeutend mit Phans, Pansen) ‛den Bauch füllen’.

De Schlickser han bedeutet ‛Schluckauf haben’; kriwwle ‛kribbeln, jucken’. Knecht im Ausdruck mei Knecht ist ein Kosename für die eigenen Kinder, die bis zur Hälfte des 19. Jh. im Haus und auf dem Flur arbeiteten. Erst später nahmen fremde Knechte und Mägde ihren Platz ein. Naupe han bedeutet ‛Eigenheiten, Launen, schlechte Angewohnheiten, Unart’, auch ‛Gelüste’. Im Bairischen, Schwäbischen, Nassauischen, Kurhessischen auch im Sinne von ‛Capricen’ gebräuchlich (vgl. Gehl 2005: 713). Leicht (substantivisch) be-deutet ‛Begräbnis, Beerdigung’ und enthält epithetisches -t (vgl. Gehl 2005: 628). Das Wort ist im Pfälzischen, aber auch im Österreichischen gebräuchlich (hier ohne epitheti-sches -t).

Die Kausaladverbien for das, for drum und das Zweckadverb defor, dafor stehen für ‛deshalb, darum, dafür’ standardsprachlich, und die Interrogativpronomen was for / was forche bedeuten ‛was für, (was für) welche’. Für das Demonstrativpronomen ‛selber’ bzw. ‛jener’ ist sell, seller, sels (lb > l assimiliert) gebräuchlich; sellmols ‛damals’. Das Pronominaladverb derdriwwert bedeutet ‛darüber’, während ‛woraus’, ‛woran’, ‛worauf’ den Dialektformen aus was, an was, uf was entsprechen.

3.2.2 In den Stadtmundarten

Die für die Stadtmundarten typischen Ausdrücke stammen mehrheitlich aus dem Bair.-Öst.: staad im Sinne von ‛langsam, ruhig’ (sei staad); Beistand ‛Trauzeuge’; beidle ‛beu-teln, schütteln’; Bovist/Trapist öst. für ‛Staubpilz’; Falott/-e ‛Gauner’; Fisimatenten ‛Winkelzüge, Quertreibereien’; Gfries ‛abstoßendes Gesicht’; Grienzeich < österr. ‛Sup-pengrün’; Grammeln ‛Grieben’; Grammelpogatscheln ‛Griebenkuchen’; Germ, dial. Ger-we ‛Hefe’; Haderlum ‛Taugenichts’; sich gfretten ‛sich plagen, mühen’; Ha(r)mur ‛Hu-mor’; Hallodri ‛leichtsinniger junger Mensch’; kaschulieren ‛sich einschmeicheln, hofie-ren’; Kredenz ‛Anrichte, Küchenkredenz’, vgl. dazu auch das Verb kredenzen ‛Wein, Er-frischung aufwarten’; Krischpindl ‛ein kleiner, kränklicher, schwacher Mensch’; Professi-onist ‛Handwerker, Facharbeiter’ ist z. B. in der Wiener Ma. nur mehr selten gebräuchlich, wohl aber belegt, vgl. WBÖ 3, 1034 (ugs.), Ammon 2004: 592 (öst.). Man sagt zwar Fiso-len für ‛Gartenbohnen’, aus dem bair.-öst. Äquivalent für ‛grüne Bohne’, doch statt wiene-risch Erdäpfel wird in den Stadtmundarten Krumpiern (aus den Banater Dialekten) ge-braucht.

Weiteres: Tachinierer ‛wer sich vom Arbeiten drückt’; Teerische ‛Tauber’ (von terisch, törisch für ‛schwerhörig’), Trafik ‛Tabakladen’; Wuchtl, Wuchtel (vgl. ÖstWb. 392005: 709) ‛Buchtel’; Wurschtl, Wurstel ‛Hanswurst, Kasperl’ (vgl. ebda.: 710; s. a. Jakob 1980: 222).

3.3 Entlehnungen aus anderen Sprachen

Zu dieser Gruppe gehören vor allem direkte Entlehnungen aus den Nachbarsprachen, mit denen die deutschen Siedler/Bewohner des Banats in Berührung kamen.

Aus dem Französischen stammen größtenteils indirekte Entlehnungen – aus dem Pfäl-zischen von den Siedlern mitgebrachte Wörter –, doch inwieweit im neuen Siedlungsraum direkte Entlehnungen aus dem Französischen erfolgt sind, müsste noch erforscht werden.

3.3.1 Aus dem Rumänischen

Obwohl im vortrianonischen Banat die Beziehungen zu den Rumänen gegeben waren, machte sich besonders nach dem Ersten Weltkrieg, als mehr als zwei Drittel des Banats an Rumänien abgetreten worden sind, und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg durch ge-sellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen der Einfluss des Rumänischen auch in den Dialekten nachhaltig bemerkbar. Viele der Ausdrücke aus der rumänischen Verwal-tungssprache sind ihrerseits Entlehnungen, daher ist eine eindeutige Zuordnung oft schwie-rig.

Adewerintza ‛Bestätigung’ (aus rum. adeverinţă, dasselbe); Administrator ‛Verwalter’; Aprozar ‛Gemüseladen’; Brigadier ‛Leiter einer Arbeitsbrigade’; Buletin ‛Personalaus-weis’; Bunda ‛Hirtenpelzmantel’ (urspr. ung., vgl. WBÖ 3, 1386); Defekt ‛Panne’; Dispen-sar ‛Ambulatorium’; Dossar ‛Dossier, Akte’; Fotball(e) ‛Fußball’ (urspr. engl.); Fridschi-där ‛Kühlschrank’; Gaschka ‛Sippschaft, Bande’; Inventar ‛Inventur’; Karnet ‛Führerschein’ (von rum. carnet < lat. conducere, dasselbe); (im) Kollektiv ‛Kollektivwirtschaft’; Konkurs for Weinverkoschte ‛Weinkostproben-Wettbewerb’; Kon-tabil ‛Buchhalter’; Kontrakt ‛Vertrag’; Koperatiwa ‛Genossenschaft’; Kunschtatierung ‛Beobachtung, Feststellung’; Maschur ‛Oberfeldwebel’ (Kurzform < rum. sergent-major); Mertscholog ‛Warenkenner, Warenagent, Warenhändler’; Mamaliga ‛Maisbrei’ (in Sie-benbürgen als Pallukes und in Österreich als Sterz bekannt); Metsch ‛Spiel’ (< englisch match, vermutlich über das Rumänische meci [lies: Metsch] übernommen worden); Miliz (früher) ‛Polizei’; multzam, Ortak! ‛danke, Kumpel! ’; operativ ‛tätig eingreifend, wirk-sam, wirkungsvoll’; Permis ‛Passierschein, Erlaubnis, Genehmigung’; Persekutor (früher: Reitschandar) ‛berittener Gendarm im Vorkriegsrumänien’; Postan, Bostan ‛Kürbis, Was-sermelone’ (von rum. bostan); Preschedintje ‛Präsident, Vorsitzender, Obmann’; present ‛anwesend’; Promovierung von Frauen ‛Frauenförderung’ (< rum. promovarea femeilor); Remorka ‛Traktoranhänger’; Reputation ‛Leumund, Ruf’; Responsabil ‛Verantwortlicher’; schedintza(s) ‛Sitzung(en), Besprechung(en)’; Schoferschul ‛Fahrschule’; Schofsbrinse ‛Schafkäse’ (< rum. brânză ‛Käse’, vgl. a. WBÖ 3, 957); Schudetz ‛Verwaltungskreis, Verwaltungsbezirk’ (< rum. judeţ); Selwerporträt, auch Autoportret ‛Selbstbildnis’ (< dial. selwer + rum. portret); Telewisor ‛Fernsehgerät’; Tschitro ‛zitronenhaltiges Fruchtsaftge-tränk’.

3.3.2 Aus dem Ungarischen

Besonders nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 (bis nach dem Ersten Weltkrieg) hat viel ungarisches Wortgut Eingang in die Banater Dialekte gefunden. Dazu zählen:

Aldemasch bzw. die volksetymologische Variante Aldemarsch ‛Kauftrunk’ bzw. ‛Um-trunk für die Arbeiter nach beendetem Dreschen’ (< ung. áldomás ‛Kauftrunk’, eigentlich ‛Segenswunsch’, < ung. áld ‛segnen’), ins Rum. als aldămaş übernommen. Das Pronomen akárwas bedeutet ‛was immer’; az ischkolajat! (< ung. iskola ‛Schule’) ist ein Ausruf mit schimpfender/fluchender Bedeutung, wie z. B. ‛Zum Teufel!’; Bago ‛Kautabak, Zigarre’; Bandegasde ‛Anführer der Dreschergruppe’, nach der Sonderbedeutung ‛Arbeitsgruppe’ und ung. gazda ‛(Haus-)Herr’: es war schon spot am Owed gewen un de Bandagasde hat de Dreschkaschte noch wannre wille; Biko, Bika ‛Stier’ (< ung. bika ‛Stier’), auch ins Rum. übernommen; dehogy ‛keineswegs’; Gatjehosen ‛lange leinene Männerunterhose’ (als Kompositum aus der öst. Militärsprache). Der ursprünglich ungarische Begriff Gatje wird auch im Serb. gebraucht, etwa im Ausrufesatz (aufgeschnappt auf dem Markt, wo Serbienreisende aus dem rumänischen Banat in der kommunistischen Zeit ihre Waren feilboten): Kupite gatju! ‛Kauft Gatjehosen!’ (im Sinne von ‛männlicher Unterwäsche’). 7

hát ‛also’; Kokosch ‛Hahn’ (< ung. kakas, aber auch rum. cocoş und wallonisch kokoš (vgl. Petri / Wolf 1983: 489); másik Seitn ‛die andere Seite’ (direkt oder indirekt aus dem öst. Deutsch Maschikseite); Mosi ‛Kino’ (< ung. mozi); Owoda, Owida ‛Kindergarten’ (< ung. óvoda); Owodaneni ‛Kindergärtnerin’ (ung. ovoda + néni ‛Tante’); Paprikasch ‛Gulasch’ (< ung. paprikás, das von ung. paprika abgeleitet ist); Hinglpaprikasch ‛Hühnergulasch mit viel rotem Paprika’; Tauwepaprikasch ‛dasselbe mit Taubenfleisch’ (intervok. b > w: rheinfränkisch, vgl. Wolf 1987: 67; ebenso bair., vgl. Kranzmayer 1956: 86 f., § 30b); Seresch hann ‛sich einen Liebhaber halten’ (< ung. szeres!, Imperativ 2. Pers. Sg. von szeretni ‛lieben’); Suppasch ‛lang dienender Unteroffizier im k. u. k.-Heer’ (scherzhaft: er bekundete durch seinen langen Militärdienst Vorliebe für die Soldatensup-pe; von Suppe + ung. Suffix -as) mit Bedeutungswandel zu ‛Säufer’: e alder Suppasch (vgl. Petri 1965: 69); tolwaj!, Ausruf: ‛Räuber!, haltet den Dieb!’ (< ung. tolvaj ‛Räuber, Dieb’; dieser sollte durch Schreien vertrieben werden, daher: Tolwaj schreie); Teresch / uf te Teresch leje (< ung.) ‛auf der Prügelbank liegen’ (auf der bis 1848 vor dem Gemeinde-amt die Stockstrafe an Delinquenten vollzogen wurde); Tscherres ‛Kirschenverkäufer’, < ung. cseresznye ‛Kirsche’; Tschibeser ‛Spitzbube, Lausbub’ (< ung. csibész); Warischhaus ‛Rathaus, Gemeindehaus’ (< ung. városháza); udri, neki < ung. usdgyi, neki ‛hau ab!’.

3.3.3 Aus dem Serbokroatischen

Magarac (< serbokr.) bedeutet ‛Esel’ und wurde häufig als Schimpfwort gebraucht: Raatz, Raatz, Magaratz (vgl. Petri 1965: 42); Raatz ist eine Benennung für die Serben, die von diesen allerdings pejorativ aufgefasst wird (vgl. Walachen für Rumänen). Robot ‛Frondienst’, vermittelt durch österreichische Beamte (eigentlich ein slaw. Wort, vgl. ser-bokr. robóta ‛Fronarbeit, Plackerei, Zwangsarbeit’; doch auch mhd. robāt, robāte, rum. ro-botă, vgl. Gehl 2005: 832); demnach sind verschiedene Entlehnungswege möglich. In den Banater Mundarten als Rowrt, Rowertleit ‛Leute, die zu verpflichtenden, unangenehmen Gemeindearbeiten angehalten werden’ gebräuchlich. Schokan, auch rum. ciocan de rachiu ‛langhalsiges Schnapsglas’ (< serbokr. čokanj, bulg. čokan, dasselbe).

3.3.4 Aus dem Französischen5

atje, adjé ‛zu Gott, mit Gott, auf Wiedersehen’ (< franz. à Dieu), schwäb. Ade; affek-teert ‛Vorliebe haben für etwas, begierig streben nach etwas, erkünsteln, zur Schau tragen, eingebildet’ (< franz. affecter); Agrassl ‛Stachelbeere’ (< franz. groseille < lat. acris ‛bitter’, ribes uva crispa ‛Stachelbeere’, über öst. Agrasel); allegr ‛munter, lebhaft, lustig, gesund’ (< franz. allègre ‛munter, lustig’); Arrende ‛auf Ertrag, Feldpacht’ (< franz. à rendement); attackeere ‛angreifen, Wortgeplänkel führen’ (< franz. attaquer); allert ‛wachsam, munter, flink, lebhaft, aufgeweckt’ (< franz. alerte); Ambaschur ‛Mündung,

5 Entlehnung ist auch über das Bairisch-Österreische, besonders Wienerische, möglich, vgl.: Agrassl, Lawoor, Malär, Moodi, Professionist, rewellisch mache, Ringlotte, Rolloo, Trafik, Wisit.

Mundstück’ oder ‛Ansatz’, auch ‛Geschick, Stimmung, Lust’ (< franz. embouchure), auch Ambaschur haben ‛Schwung haben (wie beim Üben mittels eines Mundstücks, eines An-satzes beim Spielen eines Blasinstruments)’; Bagasch ‛Gepäck’ (< franz. bagage, im 13. Jh. von altfranz. bagues ‛Paket’, später bis ins 19. Jh. als Schimpfwort gebraucht, etwa ‛schlechte Horde’; vgl. a. WBÖ 1, 87 f.); balweere ‛den Bart abschneiden, rasieren’ (< franz. ébarber); Dischkorsch ‛Rede, Aussprache, Diskussion’ (< franz. discours); eschte-meere ‛schätzen, hochachten, achten, ehren’ (< franz. estimer); Krischpindl ‛dumme, unan-sehnliche Person’ (< franz. crispin ‛Bedienstetentypus in der Komödie, kleiner Kerl’); Khulleger ‛Amtsgenosse, Kamerad, Freund, Herzbruder’ (< franz. collègue); kusche ‛nie-derlegen, zu Bett bringen, schweigen’ (< franz. coucher); Lawoor ‛Waschhaus, Waschkü-che, Waschbecken, Waschschüssel, Waschgefäß’ (< franz. lavoir); Malär ‛Unglück, Leid’ (< franz. malheur); margere ‛merken, bezeichnen, angeben, vortäuschen, sich wichtig ma-chen’ (< franz. marquer); Moodi ‛Art, Weise, Sitte, Gewohnheit, Brauch’ (< franz. mode); Professionist ‛Handwerker, Facharbeiter’ (< franz. profession ‛Bekenntnis, Beruf, Stand, Fach’); retereere ‛zurückziehen, entziehen, davonlaufen, fliehen’ (< franz. retraire, teri-rer); rewellisch mache ‛erwecken, aufwecken, schreien, sich ungebührlich benehmen’ (< franz. réveiller); Ringlotte ‛eine Pflaumensorte, Reneklode’ (< franz. reine ‛Königin’ + Claude [Frau des franz. Königs Franz I (1499–1524)]), öst. Ringlotte; Rolloo ‛Rolladen, Fenster- oder Türschutz aus Blech oder Holz mit Gurten’ (< franz. rolleaux); Trafik ‛Ta-bakhandlung’ (< franz. trafic ‛Handel, Verkehr’); verprodäje ‛verprassen, verschwenden’ (< franz. prodiguer ‛verschwenden’ mit der dt. Vorsilbe ver-); Wisit ‛Besuch, ärztliche Konsultation’, seltener ‛Besuch’ (< franz. visite).

3.3.5 Aus dem Englisch-Amerikanischen

Kowboi ‛Kuhhirte’ (< engl.-amerikan. cowboy), vermutlich durch die Western-Filme bzw. über die Literatur in die Ma. gelangt; Zwetter ‛Pullover’ (< sweater), aus der Stan-dardsprache von der Ma. übernommen.

3.3.6 Aus dem Jiddischen und der Gaunersprache

Über die bair.-öst. Umgangssprache, besonders das Wienerische: Gseres ‛Geschrei’; Haber ‛Kumpan’; koscher ‛einwandfrei’; Masel ‛Glück’; Melo ‛schwere Arbeit’; me-schugge ‛verrückt’; Ganeff ‛Gauner, Spitzbube’; Rebach ‛Gewinn, Verdienst’; verscha-chern ‛(billig) verkaufen’.

4 Schlussbemerkungen

Im Alltagsleben der Mundartsprecher werden die folgenden, lediglich in der Literatur vorkommenden Ausdrücke wohl kaum oder äußerst selten gebraucht: a spanischer Bi-koschlächter ‛Matador’; a Besmstilportion ‛eine Tracht Prügel mit dem Besenstiel’;

schwowische Grundsatzdeklarazion (Berwanger 1974: 111). In der Ma. werden auch die folgenden Redewendungen eher selten gebraucht: a kleene Bruder anschaffe ‛Nachwuchs für die Geschwister erhoffen’; de Pheder hat eene gflecht ghat ‛Peter hat eine geflochten: Peter hat einen Rausch gehabt’; brunnewasserkloori Wohrheit ‛klar wie Brunnenwasser’ (ein origineller Superlativ von ‛wahr’); uf die Erd gepheffert ‛auf den Boden geworfen’; zu viel ingspannt ‛sehr beschäftigt, sehr in Anspruch genommen’; wu dr Teiwl gut Nacht saat (Bildung nach der Redewendung: „Wo sich Hase und Fuchs gute Nacht sagen“).

Es liegt auf der Hand, dass vorliegende Arbeit nicht die gesamte Fülle des umfangrei-chen und vielschichtigen Mundartmaterials aufzuarbeiten vermag. Vielmehr soll sie eine Anregung für die wissenschaftliche Aufarbeitung von so viel brachliegender mundartlicher Literatur darstellen, die ein reiches Betätigungsfeld für Dialektologen zur Erarbeitung von Diplomarbeiten oder Dissertationen bietet.

Die berücksichtigten Banater deutschen Mundartautoren

Anheuer, Johann (Ps. [= Pseudonym] Hans von der Hecke; Hans Heckenbusch): * 14. 5.1842 Neupetsch – † 26.9.1928 Neupetsch [Variante: Temeswar]; Landwirt, Sparkassen-direktor, Mundartautor.

Berwanger, Nikolaus: (Ps. Sepp Zornich, ’m Berwanger sei Niklos, Willi Frombach, Nicolae Bergovan): * 5.7.1935 Temeswar-Freidorf – † 1.4.1989 in Ludwigsburg; Journa-list, Schriftsteller, Mundartautor.

Bohn, Hans: * 13.1.1927 Kleinsanktpeter/Totina; Rundfunkredakteur, Schriftsteller.

Braun, Karl: * 7.1.1886 Temeswar-Mehala – † 27.10.1949 Sanktandres; Apotheker, Mundartautor.

Erk, Heinrich senior: * 1.1.1895 Liebling – † 6.4.1970 Gräfelfing bei München; Land-wirt, Heimatschriftsteller.

Gabriel der Ältere, Josef: * 5.11. [Variante: 5.12.] 1853 Mercydorf – † 24.6.1927 Mer-cydorf; Landwirt, Dichter, Mundartautor, Volkskundesammler.

Gabriel der Jüngere, Josef: * 31.7.1907 Mercydorf – † 15.1.1947 Frankfurt/Oder; Volksschullehrer, Landwirt, Dichter, Mundartautor.

Gehl, Johann: * 10.3.1877 Alexanderhausen – † 7.2.1935 Tschakowa; Pfarrer, Schrift-steller.

Gerhardt, Jakob (Ps.: Schenikelsjakob): * 17.5.1865 Heufeld – † 4.12.1941 Neube-schenowa; Pädagoge, Mundartautor.

Haupt, Egydius: * 23.8.1851 [Variante:1862] Bogarosch – † 14.8.1930 [Variante: 6.8.] Jahrmarkt; Kurschmied, Mundartautor, Schriftsteller.

Kämpfer, Jakob (Ps. Kruwlichs Jakob): * 18.8.1898 Großscham – † 3.6.1956 Temes-war; Diplomkaufmann, Mundartschriftsteller.

Kehrer, Hans (eigentlich Heinz, Stefan: Ps. auch: Vetter Matz vun Hopsenitz): * 28. 2.1913 Kleisanktpeter/Totina; Lehrer, Journalist, Schauspieler, Schriftsteller.

Marschang, Franz: * 1932 Johannisfeld; seit 1977 in Heidelberg; Tierarzt, Hochschul-lehrer, Redakteur, Schriftsteller.

Rieß, Peter (Ps. Trum-Pheder): * 28.5.1932 Großsanktnikolaus – † 23.9.2006 Olpe; Philharmoniker, Mundartautor, Redakteur.

Schwarz, Ludwig (Ps. Michl Gradaus): * 22.8.1925 in Dolatz [Variante: 21.8.] – † 2. 7.1981 Bukarest; Baumeister, Journalist, Schriftsteller.

Szimits, Johann: * 5.7.1862 Bogarosch – † 26.3.1910 Mödling/Wien; k. u. k. Feldwe-bel, Bibliothekar/Militärakademie, Mundartautor.

Vorberger, Jakob: * 20.10.1926 Temeswar-Freidorf – † 29.9.2001 Freilassing/Bayern; Tischler, Journalist, Mundartautor.

Wagner, Johann: * 20.4.1870 Kreuzstätten – † 23.5.1955 Budapest; Dr. phil. h. c. (Uni Budapest), Botaniker, Schulinspektor, Mundartautor.

Bibliografie

1 Quellen

Berwanger, Nikolaus (1974): Schreiwes vum Vetter Sepp Zornich aus Umseck. Te-meswar.

– (1979): 44 Buwe-Stickle vom Lekwarseppi un vum Eisnpeppi. Temeswar.

– (1980): Ich häng mei Gsicht net an de Nagel u. a. Gedichte in banat-schwäbischem Dialekt. Innsbruck.

– (1987): I mecht mich verabschieda. Banatschwäbische Gedichte. Stuttgart.

Berwanger, Nikolaus / Heinz, Stefan (Ps. Hans Kehrer) / Schwarz, Ludwig (1972): Pi-patsch-Buch. Prosa und Stücke in Banater Schwäbischer Mundart. Temeswar.

Berwanger, Nikolaus / Schwarz, Ludwig (1974): Schwowische Owed, Sticker, Stickle un allerhand anres an eem Stick. Hg. vom Komitee für Kultur und sozialistische Erziehung des Kreises Temesch. [o. O.].

Engel, Walter (Hg.) (1978): „Von der Heide“. Anthologie einer Zeitschrift. Bukarest.

Erk, Heinrich (1969): Noom Dresche is nimmi lang bis Kerwei. A Vrzählung vun dr Lieblinger Ähn. München.

Fassel, Horst (Hg.) (1958): Engelmann, Nikolaus: Schwowische Sache zum Schmunzle un Lache. Schnurren und Geschichten in donauschwäbischen Mundarten (= Donauschwä-bische Beiträge 24). Freilassing.

Gabriel, Josef der Ältere (1937): Gedichte. Temeswar.

Gauß, Adalbert K. (1979): Wege und Irrwege in Rot-Weiß-Rot (= Donauschwäbische Beiträge 73). Salzburg.

Heinz, Franz (Hg.) (1973): Szimits, Johann: Blume vun dr Heed und sunscht allerhand Luschtiches. Bukarest.

Helli vun Bogarosch (Helen Alba) (1996): E Schmunzle vun der Heed. Geschichte in schwowischer Mundart. Temeswar.

Hockl, Hans Wolfram (1988): Oweds am Brunne. Gsätzle vun domols un heit. Linz.

Kämpfer, Jakob (Ps. Kruwlichs Jokob) (1928): Matz, schnall de Rieme zam oder aller-hand luschtichi Gschichte vum Kruwlichs Jokob. In: Arader Zeitung, [o. Jg.], S. 80.

Lammert, Erich (1958): Banater Ortsneckereien. In: Neue Literatur (Bukarest), Jg. 10, Heft 1, 132–140; Heft 2, 98–104.

Leber, Peter-Dietmar (2006): La Roque sur Pernes und seine Banater Geschichte. In: Dama, Hans (Hg.): Österreich und die Banater Schwaben. Festschrift. An der Schwelle zum 100-jährigen Jubiläum des Verbandes der Banater Schwaben Österreichs (1907–2007). Ehrengabe für Franz Klein zum 85. Geburtstag. 2., geänderte Aufl. Wien, 219–234.

Marschang, Franz-Johann (1974): Wann de Tuwak gliht … Was zum Lache far die Schwowe. Bukarest.

Schwarz, Ludwig (1977): De Kaule-Baschtl. Temeswar.

– (1978): Es zweiti Buch vom Kaule-Baschtl. Temeswar.

– (1981): Es dritti Buch vom Kaule-Baschtl. Temeswar.

Streit, Karl / Zirenner, Josef (Hg.) (1969): Schwowische Gsätzle ausm Banat. Gedichte in Banater Schwäbischer Mundart. Temeswar.

– (1970): Schwowisches Volksbuch. Prosa und Stücke in Banater Schwäbischer Mund-art. Temeswar.

2 Sekundärliteratur

Ammon, Ulrich et al. (Hg.) (2004): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standard-sprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Berlin / New York.

Barcan, Monica / Millitz, Adalbert (1977): Die Deutsche Nationalität in Rumänien. Bukarest.

Gehl, Hans (2005): Wörterbuch der donauschwäbischen Lebensformen (= Schriftenrei-he des IdGL 14). Stuttgart.

Hügel, Franz Seraphim (1873): Der Wiener Dialekt. Lexikon der Wiener Volkssprache (Idioticon Viennense). Wien / Pest / Leipzig.

Hutterer, Claus Jürgen (1963): Das ungarische Mittelgebirge als Sprachraum. Histori-sche Lautgeographie der deutschen Mundarten in Mittelungarn (= Mitteldeutsche Studien 24). Halle/Saale.

Jakob, Julius (1980): Wörterbuch des Wiener Dialektes mit einer kurzgefaßten Gram-matik von Julius Jakob. Nachdruck der Ausgabe von 1929. Dortmund.

Kallbrunner, Joseph (1938): Deutsche Erschließung des Südostens seit 1683 (= Ost-mark-Schriften). Jena.

Koschak, Emil (1948): Werke der Liebe führen zum Frieden. Wien.

Kranzmayer, Eberhard (1956): Historische Lautgeographie des gesamtbairischen Dia-lektraumes mit 27 Laut- und 4 Hilfskarten in besonderer Mappe. Wien.

ÖMdaWb. = Sonnleithner, Joseph [anonym zus.gestellt] (1811): Mundart der Oester-reicher oder Kern ächt österreichischer Phrasen und Redensarten. Von A bis Z. Wien.

ÖstWb. = Österreichisches Wörterbuch (392005). Wien.

Petri, Anton Peter (1965): Kulturgeschichtliches Wortgut in den Mundarten der Donau-schwaben (= Donauschwäbisches Schrifttum 10). Stuttgart.

Petri, Anton Peter / Wolf, Josef (1983): Heimatbuch der Heidegemeinde Triebswetter im Banat. Tuttlingen.

Rein, Kurt (1961): ‛Sächsisch’ und ‛Schwäbisch’ als Stammesbezeichnungen im Süd-ostdeutschtum. In: Südostdeutsche Semesterblätter 7, 8–13.

WBÖ = Institut für Österreichische Dialekt- und Namenlexika (Hg.) (1970–lfd.): Wör-terbuch der bairischen Mundarten in Österreich (WBÖ). Wien.

Wolf, Johann (1987): Banater deutsche Mundartenkunde. Erw. Neuausgabe. Bukarest

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