Lenauheim

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Koordinaten

45° 52′ 19″ N, 20° 48′ 2″ E

 

Adresse

Lenauheim 307240
Rumänien

 

Namen

Rumänisch: Lenauheim
Deutsch: Lenauheim
Ungarisch: Csatád

 

Einwohner

 

1880

Gesamt: 8780
Rumänen: 44
Ungarn: 56
Deutsche: 8138

 

 
2002
 
Gesamt: 5676
Rumänen: 4617
Ungarn: 99
Deutsche: 193

 

 

Geschichte

Tschadat, das heutige Lenauheim, wurde 1767 als deutsche Siedlung neu angelegt und liegt in der Banater Heide.   
Die überwiegende Mehrzahl der Ansiedler kam aus Trier, Luxemburg, Lothringen, aus dem Saarland und aus der Pfalz. Im gleichen Jahr wurde auch die Pfarrei gegründet und eine Kapelle errichtet und 1778 ist die Pfarrkirche im Barockstil erbaut worden. Lenauheim war ein deutsches Dorf. Bis zum Zweiten Weltkrieg lag der Anteil der    deutschen Bevölkerung stets über 90%. Laut der Volkszählung von 1930 lebten hier 2456 Einwohner, davon waren 2366 Deutsche was einem Bevölkerungsanteil von 96,3% entsprach. Heute leben noch 80 Deutsche in Lenauheim.  
Der wohl bekannteste Bürger Lenauheims ist der Dichter Nikolaus Lenau der 1802 hier das Licht der Welt erblickte. 1876 wurde eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus enthüllt und 1902 der Grundstein des Lenau-Denkmals gelegt. 1920 wurde Tschadat ihm zu Ehren in Lenauheim umbenannt. 1932 wurde das Lenau-Museum eröffnet und 1967 mit einer Ethnographie-Abteilung erweitert. Letztere ist der Lebensweise der Banater Schwaben gewidmet. Hier ist auch eine einzigartige Puppensammlung untergebracht. Sie besteht aus Puppen, die in den banat-schwäbischen Trachten aus 52 Ortschaften gekleidet sind.   

Zeittafel der Lenauheimer Ortsgeschichte  

1307-42  
 Gründung Tschatads   
1415  
 Erstmaliges urkundliches Auftauchen des Namens "Tschatad"  
1520  
 Tschatad verschollen   
1716  
 Die Schlacht von Peterwardein; Die Türken werden von Prinz Eugen von Savoyen vernichtend geschlagen  
1718  
 Der Friede von Passarowitz; Das Banat fällt an Österreich  
1716-33  
 Graf Florimund Mercy ist Gouverneur des Banats  
1767  
 Banatrat Johann Wilhelm von Hildebrand erbaut Tschatad und siedelt 202 deutsche Familien an. Bau der Schule und des Pfarrhauses  
1774  
 Tschatad wird Sitz eines der vier Distrikte des Banats; Kreisamt  
1775  
 Bau des Kreisamtsgebäudes (später Rentamt genannt)  
1778  
 Die Familie Habsburg-Lothringen überschreibt das Temescher Banat politisch an Ungarn. Komitatseinteilung: Temesch, Torontal und Karasch. Lenauheim fällt an Torontal.  
1778  
 Bau der Pfarrkirche im Barockstil   
1779    
 Errichtung eines Kamaralamtes  
1781  
 Tschatad wird zum Verkauf angeboten                                             
1802  
 Geburt von Nikolaus Lenau  
1804  
 Bau einer neuen Schule  
1817  
 Bau eines neuen Pfarrhauses  
1819  
 Tschatad ist Marktflecken  
1831  
 Errichtung der Apotheke  
1840  
 Gründung des Lesevereins  
1848  
 Beginn der bürgerlichen Revolution. Das Banat ist auch von den Revolutionswirren betroffen. In Tschadat gibt es Gefechte.  
1849  
 Das Banat wird wieder österreichisches Kronland  
1860  
 Der "Ausgleich" innerhalb der Doppelmonarchie findet statt. Das Banat fällt erneut an Ungarn.  
1856  
 Bau der Friedhofskapelle in Tschatad  
1874  
 Gründung der Gewerbeinnung  
1876  
 Tschatad wird Großgemeinde; Enthüllung der Gedenktafel am Geburtshaus Lenaus   
1880  
 Gründung der Filiale des Roten Kreuzes und des Leichenvereins  
1886  
 Grüngung des Schützenkorps, des Kasinos der Dorfintellektuellen und des Landwirtschaftsvereins  
1888  
 Gründung der ersten Sparkasse  
1902    
 Grundsteinlegung des Lenau-Denkmals   
1905  
 Gründung des Handels- und Gewerbevereins  
1911  
 Eröffnung der Bahnlinie Hatzfeld-Tschatad-Lowrin  
1914-18  
 Erster Weltkrieg. Lenauheim beklagt einige Tote.  
1916  
 Kriegseintritt Rumäniens auf Seiten der Allierten.  
1918  
 Zerfall der k.u.k. Monarchie. Ausrufung der Autonomen Banater Republik.  
1919  
 Rumänien unterzeichnet den Minderheitenschutz.  
1920  
 Der Friedensvertrag von Trianon hat die Dreiteilung des Banats zur Folge: Tschatad fällt an Rumänien.  
1920  
 Umbenennung in Lenauheim  
1923  
 Die Zweihundert-Jahr-Feier der Ansiedlung der Deutschen im Banat wird am 28. September 1923 in Temeswar gefeiert. Zahlreiche Lenauheimer nehmen an der euphorischen Geburtstags-Feier teil.  
1924  
 Gründung der Lenauheimer Freiwilligen Feuerwehr  
1927  
 Bau des heutigen Pfarrhauses  
1929  
 Errichtung des Kriegerdenkmals     
1932  
 Eröffnung des Lenau-Museums   
1939  
 Ausbruch des Zweiten Weltkrieges  
1941  
 Kriegseintritt Rumäniens an der Seite des Deutschen Reiches  
1943  
 Zwischenstaatliches Abkommen über die Einreihung rumänischer Staatsbürger deutscher Zugehörigkeit in die Deutsche Wehrmacht  
1944  
 Seitenwechsel Rumäniens; Fluchtwelle der Deutschen in Richtung Westen  
1945  
 Deportation aller deutschen Frauen und Männer in arbeitsfähigem Alter in Arbeitslager nach Rußland  
1945  
 Bodenreformgesetz; Enteignung der Deutschen  
1948  
 Verstaatlichung der gesamten Wirtschaftsbetriebe  
1949  
 Gründung der Kollektivwirtschaft  
1951  
 Zwangsevakuierung in die Baragan-Steppe   
1956  
 Die Baraganverschleppten kehren zurück und bekommen ihre mittlerweile von rumänischen Kolonisten verwahrlosten Häuser wieder  
1967  
 Eröffnung des Heimatmuseums und Erweiterung des Lenau-Museums  
1967  
 Bonn nimmt diplomatische Beziehungen zu Bukarest auf  
1972   
 Bau der neuen Volksschule in Lenauheim  
   
   
  
  
Copyright by: 
http://www.kulturraum-banat.de

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