Kremper-Fackner, Hildegard

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Hildegard Kremper wurde am 8. Juli 1933 in Temeswar geboren in einem Elternhaus, in dem sich die Musen heimisch fühlten und dem heranwachsenden Kinde oftmals zur Seite standen. Ihre Schulausbidung erfolgte an der Temeswarer Notre-Dame Klosterschule. Schon in den ersten Klassen machten die Lehrerinnen die Eltern auf das künstlerische Talent des Kindes aufmerksam. Anschließend besuchte sie das Temeswarer Kunstlyzeum. Ihr Studium an der Hochschule für Bildende Kunst absolvierte sie in Bukarest und erwarb 1958 ihr Diplom in Tafelgraphik und Buchillustration.  
Im Bukarester Kulturhaus "Friedrich Schiller" lernte sie 1957 den Studenten Simon Fackner, einen Siebenbürger Sachsen, kennen. Dieses Kulturhaus war Treffpunkt der Deutschen in der Hauptstadt. 1960 fand die Eheschließung der beiden statt und 1965 kam ihr einziger Sohn Ragnar zur Welt. Der Diplom-Ingenieur Simon Fackner hat das Praktische im Griff und geht seiner Frau stets liebevoll zur Hand, sei es beim Einrichten der Ausstellung oder beim Einrahmen von Bildern. Auch in ihrem künstlerischen Schaffen ist er ihr bester Berater.   
Nach ihrem Studium kam sie als freischaffende Künstlerin nach Temeswar zurück, wo sie vom Künstlerverband ein Atelier im Rosengarten zugeteilt bekam.   
Von 1962-1974 war sie als Lehrkraft an der Fakultät für Bildende Künste der Temeswarer Universität tätig. Künstlerisch widmete sie sich in dieser Zeit ausschließlich der Druckgraphik.   
Ihren künstlerischen Durchbruch hatte sie 1968 mit dem Zyklus "Banater Legenden", in dem sie phantastische Geschichten über die Burgruinen von Schoimosch, Lippa und Schiria darstellt.   
1970 erhielt sie eine Einladung von der Internationalen Druckwerkstatt des Schlosses Wolfsburg in Deutschland, verbunden mit einem Stipendium der Stiftung Bonn - Bad Godesberg für Aufenthalt und Studium. Es entstand der Zyklus Wolfsburg, 5 Farbradierungen, welche in der Galerie des Schlosses verbleiben und der Zyklus Eine Sommerreise.   
In den darauffolgenden Jahren machte sie mehrere Studienreisen nach Wien und nach Deutschland.   
Im Jahre 1978 wurde sie stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes für Bildende Künste in Bukarest.   
Das Jahr 1982 war ein großer Wendepunkt in der weiteren Weggestaltung der Künstlerin. Nach Vergiftungen am Arbeitsplatz wendet sie sich nun auch anderen Techniken zu. Es entstehen neue Zyklen in Pastell, Kohle und Federzeichnungen, sowie in Aquarell, Gouache und Tempera.   
Die Architektur der Stadt Temeswar war für ihr Schaffen stets Anregung. So entstanden die Zyklen Alt-Temeswar, Temeswarer Türme und Die Brücken der Begastadt.   
Der Mensch und die Natur sind die großen Themen der Künstlerin.  
Die Beziehung zur Natur war ein weiteres Schaffenselement für die Künstlerin. So entstanden der Zyklus Legende des Baumes sowie zahlreiche Landschaftsbilder, meist in Pastell.  
Das Banater Dorf mit seinen Barockgiebeln, die schwäbische Tracht, das Kirchweihfest, die Arbeit auf den Feldern, all das beschäftigte sie in ihrem Schaffen.  
Ihr bedeutendstes Schwabenbild ist Die schwäbische Braut (s. rechts). Das Bild entstand 1986 anläßlich der 200-Jahr-Feier des Dorfes Bakowa. Hier widerspiegelt sie die in Auflösung begriffene deutsche Gemeinschaft. Im Vordergrund steht die Braut in voller Anmut und jugendlicher Frische, im Hintergrund sieht man zu ihrer Rechten eine Gruppe Einwanderer und zu ihrer Linken eine zweite Gruppe, die der Auswanderer. Zwischen den beiden Gruppen ist das barocke Giebelhaus, das Symbol des Schaffens der Banater Schwaben. Das Gemälde ist im Besitz von Walter Konschitzky und im Büro der Landsmannschaft der Banater Schwaben in München ausgehängt.  
Seit 1989 lebt die Künstlerin in Berlin. Wenige Wochen vor der politischen Wende hat sie das Banat verlassen und in Berlin, wo ihr Sohn schon seit Jahren lebte, ein neues Zuhause gefunden. Der Schritt der Aussiedlung fiel ihr nicht leicht, denn tief sind die Wurzeln, die sie mit ihrer Heimatstadt Temeswar verbinden. Dort aber ist die Gemeinschaft der deutschen Bewohner in Auflösung begriffen.   
Aus der Geschichte, dem Brauchtum und der Volkskultur der Banater Schwaben schöpft sie heute noch eine Vielzahl ihrer Themen. Eine ihrer ersten Arbeiten in Berlin war Banat, deine Dörfer weinen. Das Gemälde entstand zum zehnten Todestag ihres ehemaligen Lehrers Franz Ferch. Das Bild ist eine Ehrung an den Mann, der dem Banat bis ins Tiefste seines Wesens verbunden war, schildert aber auch eine tiefe Trauer um die einst so stolzen und reichen Banater Dörfer.   
Ihre Werke sind in den Museen von Temeswar, Bukarest, Wolfsburg, Magdeburg und Rio de Janeiro zu sehen, sowie in Privatsammlungen in Rumänien, Deutschland, Österreich, Italien, Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika.   
Die Künstlerin ist während ihrer Laufbahn vielfach für ihre Werke ausgezeichnet worden. Sie erhielt mehrere Preise und wurde mehrfach im rumänischen Fernsehen für ihr Schaffen geehrt. Außerdem hatte sie weltweit eine Vielzahl von Eigen- und Gruppenausstellungen. Dank ihrer weltweiten Anerkennung erhielt sie mehrere Stipendien aus dem Ausland und konnte so einige Studienreisen machen. 

Studienreisen: 

 - 1963 nach Ungarn   
-  1964 in die Sowjetunion   
-  1970 Stipendium für die Druckerei in Wolfsburg / Deutschland   
-  1978 erneut Studienreise nach Deutschland   
-  1980 und 1983 Studienreisen nach Wien / Österreich   
-  1984 Stipendium des Magdeburger Pleinairs / DDR  

Eigenausstellungen: 

-  1968, 1971, 1974, 1979, 1983, 1987 in Temeswar / Rumänien   
-  1980 Sathmar und Dewa / Rumänien   
-  1982 Galerie am Markt in Hofgeismar / Deutschland   
-  1982 Kunstgalerie am Markt in Herzberg / Deutschland   
-  1982 Galerie Schollbrockhaus in Herne / Deutschland   
-  1984 Schwanebeck / Deutschland   
-  1988 und 1989 Kunstgalerie in Reschitza und Arad / Rumänien   
-  1991 Stadttheater in Ingolstadt / Deutschland   
-  1991 Konzerthaus in Heidenheim / Deutschland   
-  1992 Bürgerzentrum in Oberschleißheim / Deutschland   
-  1992 Haus der Donauschwaben in Sindelfingen / Deutschland  

Gruppenausstellungen:  

-  1958 Moskau / UdSSR   
-  1959 und 1979 in Novi-Sad und Belgrad / Jugoslavien   
-  1970 Wolfsburg / Deutschland   
-  1970 Modena und Abano-Therme / Italien   
-  1967 und 1977 in Hofgeismar und Dortmund / Deutschland   
-  1979 Rio de Janeiro / Brasilien   
-  1982, 1983 und 1984 in Jena, Gera und Magdeburg / DDR   
-  1983, 1984 und 1989 in St. Pölten, Vöcklabruck und Eisenstadt / Österreich   
-  1990, 1993 und 1996 in Kassel, Nürnberg und München  

Preise: 

-  1980 zweiter Landespreis für Druckgraphik in Bukarest /Rumänien   
-  1982 erster Landespreis für Graphik in Bukarest / Rumänien   
-  1984 erneut erster Preis für Druckgraphik in Bukarest / Rumänien   
-  1995 Medaille der Triennale in Majdanek / Polen  

Fersehauftritte: 

-  1979 Portätfilm über die Künstlerin im Bukarester Fernsehen in deutscher Sprache   
-  1979-1989 Fernsehauftritte bei Vernissagen großer Ausstellungen, bei dem Jahressalon für Zeichnen und        Druckgraphik in Bukarest und bei den Kunstsalons verschiedener Galerien der Provinz   
-  1983 erneut Porträtfilm über die Künstlerin im Bukarester Fernsehen in deutscher Sprache 

Literaturnachweis: 

-  "Hildegard Kremper-Fackner / Eine Künstlerin aus dem Banat", Annemarie Podlipny-Hehn, Herausgeber: Landsmannschaft der Banater Schwaben, 1991 München  

Bildnachweis: 

-  Foto H. Kremper-Fackner, Fotosammlung der Künstlerin   
-  "Die schwäbische Braut" v. Hildegard Kremper-Fackner, Fotosammlung der Künstlerin   
  
 

Elisabeth Packi 

Copyright by: http://www.kulturraum-banat.de  

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