Grabstätten in der Domkrypta

DruckversionSend by emailPDF-Version

 

Die Domgruft ist in Form eines lateinischen Kreuzes angelegt. Das erste Grab wurde bereits 1741, noch lange vor der Fertigstellung der Domkirche, und noch in deren ersten Bauphase, zum Tode des aus Italien stammenden Domherren Carlo Tazolli, direkt im Fußboden errichtet.

Das jüngste Grab ist die Ruhestätte des Altbischofs von Temeswar, Sebastian Kräuter (1922-2008), in seliger Erinnerung, der neben seinen Vorgängern, Bischof Augustin Pacha (1870-1954) und neben Titularerzbischof Adalbert Boros (1908-2003) zu Grabe gelegt wurde. Adalbert Boros wurde 1948 im Geheimen als Weihbischof von Temeswar konsekriert. Kurz danach wurde er inhaftiert und für die „Sünde“ katholischer Bischof zu sein von den kommunistischen Machthabern zu 13 Jahre Haft – die er auch durchlitt – verurteilt.

Die alterhwürdige Domgruft, eine der ältesten ihrer Art aus unserer Stadt, beherbergt die Grabstätten der Bischöfe der Diözese Csánad, wie Nikola Stanislavich, Franz Anton Engl zu Wagrain, Emerich Christovich, Ladislaus Köszeghy, Alexander Csajághy, Alexander Bonnaz, Alexander Dessewffy, Josephus Németh (Weihbischof), und deren Nachfolger, die Bischöfe von Temeswar: Augustin Pacha, Adalbert Boros (Weihbischof) und Sebastian Kräuter.

Ferner ruhen hier die sterblichen Überreste der Pröpste und Kapitulare des Domkapitels, von denen wir hier den Domherrn und Historiker, Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften, Szentkláray Jenő erwähnen möchten. In der Domgruft ruhen ebenfalls einige hochrangige Offiziere und Festungskomandanten der Stadt Temeswar, wie Georg Rukawina zu Widowgrad, Karl Freiherr von Braum, u.a.

Einige Gräber sind auch heute noch sichtbar, andere leider nicht mehr, auch wenn man den Namen der hier bestatetten noch kennt. Dies ist auch der Fall des Bischofsgrabes Emericus Christovich´s, der ebenfalls hier 1798 bestattet wurde. Zu Kriegszeiten und während der Belagerungen der Festung war die Krypta ein Zufluchtsort für die Einwohner der Stadt, diente aber auch zur Unterbringung von Kulturgütern und Kunstwerken, die dadurch aus dem Weg der Plünderungen wegkamen.

Anlässlich von Wallfahrten und großen liturgischen Feierlichkeiten, aber auch an Allerheiligen und an Allerseelen (1. und 2. November) wird die Domgruft geöffnet. Zu diesen Anlässen geht man in die Krypta runter und es werden kurze Gebete für die im Herrn entschlafenen und dort ruhenden Oberhirten und Seelsorger gesprochen. Zu Allerheiligen und Allerseelen gehen jedes Jahr, Bischof und Domkapitel in die Domkrypta und verrichten eine Totenandacht. Nun können sich auch die Gläubigen die diesen Wunsch haben, dem Bischof und den Domherren zur Seite stellen, um für die Verstorbenen zu beten.

Die Domkrypta kann nur mit Genehmigung des Bischöflichen Ordinariats Temeswar, in einem organisierten Rahmen, besichtigt werden. Dadurch möchte man die Stille und den einfachen, schlichten, funerären Charakter dieser alten Grabestätte bewahren.

Text und Übersetzung: drd. Claudiu Călin (Diözesanarchivar)

 

Fotos: Dorotea Momir und Petru Isac, 2. November 2009 

 

Zufälliges Bild

Freidorf - Heimatbuch

Benutzeranmeldung

Wer ist online

Zur Zeit sind 0 Benutzer und 1 Gast online.

Display Pagerank