Erneut im Elternhaus

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Hans Dama

Erinn‘rung tropft aus Nostalgie,
straßauf-straßab ich schreite;
so lebhaft fühlte ich noch nie
Vergangnes mir zur Seite.

Die Wege damals wie auch heut,
jedoch viel ungepflegter.
Tristesse herrschet, nichts mehr freut
mich, mein Gemüt bewegter.

Wo Gärten blühten, Duft gestreut
in Überschwänglichkeiten …
Zurzeit ein endlos Gärtnerleid
In neuen freien Zeiten.

Wohl kuscheln Häuserzeilen sich
vertraut eng Seit an Seite;
ich strebe fort, beeile mich,
mein Gang mich heimwärts leite.

Der Bau verludert – welch ein Graus,
abbröckelnd Schichte um Schichten,
steh vor bedauernswertem Haus,
die Blicke sich nicht lichten.

Vor wunden Mauern, im Gehöft
sind Zaun und Tor verschwunden;
kühlender Brunnen totgeschöpft
im Leerstall Löcher runden

und laden Wind und Wetter ein
im Inneren zu hausen.
Wie mag es in den Zimmern sein?
Darob kommt mir das Grausen.

Gar mancher so wie ich erlebt;
Gedächtnis – mach mal Pause!
Verlassen, öd – das Herz mir bebt:
War das mal mein Zuhause?

Trotz Wehmut, heißt’s gelassen sein:
Noch steht aus Kindheitstagen
mein „Tempel“ mit verblasstem Schein,
jetzt darf ich nicht verzagen.

Der Vorsatz, stark zu bleiben –, gut:
Muß schleunigst mich entfernen –
geschieden – doch mit frischem Mut,
such Zukunft ich in Fernen…


Großsanktnikolaus, August 2011

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