Naturschönheiten im Banater Bergland

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Die Donauenge am "Eisernen Tor" 

Die Donauenge am "Eisernen Tor" ist der schönste Abschnitt des gesamten Donaulaufes. Hier bahnt sich die Donau ihren Weg durch die Karpaten auf der linken, rumänischen Seite und das Balkangebirge auf der rechten, jugoslawischen Seite.  
Schon die Römer bauten in der Donauenge die erste Straße. Der Banater Abschnitt der Donauenge erstreckt sich von Basiasch bis nach Orschowa. Die ersten Deutschen, die diese Gegend bewohnten, waren noch im Mittelalter (1430) die Ritter des Deutschen Ritterordens. Nach der Vertreibung der Türken war Orschowa die erste Ortschaft, in der Deutsche angesiedelt wurden. Eine katholische Pfarrei wurde 1718 gegründet. Graf Mercy ließ schon 1728 Orschowa zu einer Festung gegen die Osmanen ausbauen. Im Jahre 1910 lag der Deutsche Bevölkerungsanteil bei 36 %.  
Oberhalb der Stadt Orschowa liegt der landschaftlich schönste Donaulauf, die Donauenge "Eisernes Tor". Zwischen hohen Felsen ist die Donau nur noch 150 m breit dafür aber 120 m tief.  
In den sechziger Jahren wurden hier ein Staudamm und ein Wasserkraftwerk gebaut. Auch durch den Bau des Wasserkraftwerks hat das "Eiserene Tor" nichts von seiner Schönheit verloren.  
   

Die Tropfsteinhöhle von Komarnik 
   

Im Westen des Banater Berglands befindet sich das Aninaer-Gebirge mit einer Höhe von bis zu 1160 m.  
Die gestalterische Kraft des Wassers hat in das Kalkgestein der Banater Bergwelt einen wunderbaren Formenschatz geschliffen und die zahlreichen unterirdischen Flußläufe zersägten die Unterwelt dieser Kalksteinplattform zu bizarren Märchenpalästen, die Tropfsteinhöhlen, von welchen die Höhle von Komarnik die größte und prächtigste ist. Sie hat eine Länge von 4040 m und ist mit Sand und Kies belegt als stummer Zeuge eines ehemaligen Flußbettes. Die Höhle von Komarnik wurde zum Naturschutzgebiet erklärt und kann nur mit Touristenführung besichtigt werden. Sie hat zwei Eingänge, einer talabwärts in 440 m Höhe und einer talaufwärts in 470 m Höhe.  
Die Gänge der Höhle erstrecken sich über zwei Etagen. Die obere Etage steht den Touristen zur Besichtigung zur Verfügung, die untere jedoch wird von einem unterirdischen Wasserlauf durchquert und kann nur mit Spezialkleidung betreten werden.  
Die Länge der oberen Galerie beträgt 1600 m und hat eine Breite von 300-400 m. Sie besteht aus mehreren Sälen mit einer großen Vielfalt von Stalagmiten- und Stalaktiten-Formationen, welche der Höhle eine außergewöhnliche Schönheit verleihen.  
Die verschiedensten bizarren Formationen sind zu erkennen wie: Treppen, Säulen, Dome, Orgeln, Kerzen, Steinblumen. All das ist mit einem glitzernden Sinterbelag bedeckt und verleiht der Höhle ein phantastisches, unwirkliches Flair. 
Oben links im Bild ist die sogenannte "Orgel" zu sehen. 
 

Die Burgruine Schoimosch 
   

Um die vielfältigen und schwierigen Abwehraufgaben erfüllen zu können, ist das gesamte Banat schon früh mit einem dichten Netz von Wehrbauten durchzogen worden.  
Während man die Burgen im Flachland durch Wasser und Wassergräben zu schützen versuchte, hat man im Hügelland den Geländeverhältnissen entsprechend Höhenburgen erbaut. Die Burg von Schoimosch malerisch über dem Maroschtal gelegen war eine solche Ritterburg. Ihre stolze Lage auf einem die Marosch überkrönenden Felsen hat ihr zusammen mit ihrer Wehrschwester, der Burg von Lippa, eine Riegel- und Torfunktion in Kriegs- und in Friedenszeiten gesichert. Nordöstlich von Lippa liegt die Burgruine Schoimosch. Sie wurde im Mittelalter zur Abwehr gegen die Tataren erbaut. Die Burg Schoimosch ist seit dem 13. Jahrhundert schriftlich dokumentiert. Sie war Besitztum der Hunyadis und ging später durch Heirat an den Markgrafen von Brandenburg. Im Jahre 1514 haben sich hier unzufriedene Bauern zusammengerottet. Unter der Führung von Georg Dosza fielen sie plündernd und mordend in Tschanad ein, wo sie den Bischof pfählten und besetzten später die Burg Schoimosch.  
Die wichtige mittelalterliche Handelsware Salz ist hier auf ihrem Weg flußabwärts verzollt, eingelagert und weiterverkauft worden. Der Handels- und Umschlagplatz Lippa war von Bedeutung. Davon zeugt noch heute der Türkische Basar des Städtchens, der höchstwahrscheinlich tatsächlich in der Zeit der Türkenherrschaft erbaut wurde.  
 

Wintersport 
   

Das Semenik-Plateau 
   

Im Westen des Temesch-Tscherna-Tals entfaltet sich das Banater Bergland mit seinem höchsten Gebirge, dem Semenik-Gebirge mit einer Höhe von bis zu 1447 m. Der Name Semenik kommt von einer kleinen Blume mit rosa-weißen Blütenblättern, die in den Monaten Juli-August ihre Blütezeit hat und auf den Wiesen dieses Gebirges weit verbreitet ist. Im Semenik-Gebirge entspringt auch die Temesch, die der Hauptstadt des Banats ihren Namen gegeben hat.  
Wegen seiner landschaftlichen Schönheit und seiner Abgeschiedenheit von jedwelchen zerstörerischen Einflüssen der Zivilisation ist der Berg gleichermaßen sowohl bei Naturliebhabern als auch bei den Wintersportlern sehr beliebt.  
Zu der herrlichen Landschaft, welche das Auge des Besuchers verwöhnt, kommt das wohltuende Klima hinzu. Mit über 1700 Stunden Sonnenschein und über 5 Monaten Schnee im Jahr ist der Semenik einer der beliebtesten Skiorte des Banats. Zum besonderen Reiz der Banater Bergwelt tragen auch die überdurchschnittlich hohen Niederschlagsmengen bei.  
Eine moderne Landstraße führt zu dem Touristenzentrum "Semenik" in 1400 m Höhe, aber auch mehrere Wanderwege führen zu dem beliebten Urlaubsort, welcher mit modernen Hotels ausgestattet ist. Bizarre Wände durchfurcht von kristallklarem Wasser laden zum Wandern ein. 
Links oben im Bild ist die Kirche auf dem Semenik-Plateau zu sehen.  
  
 

Literaturnachweis:

"Nikolaus Engelmann / Die Verteidigung des Bescheidenen / Kirche, Schule und Schrifttum der Banater Schwaben", Herausgeber: Landsmannschaft der Banater Schwaben, 1998 München  
"Durch gewesene deutsche Dörfer des Banats / Deutsche im Tscherna-Tal", v. Anton Zollner  
"Durch gewesene deutsche Dörfer des Banats / Busiasch", v. Anton Zollner  
"Durch gewesene deutsche Dörfer des Banats / Deutsche in der Klissura", v. Anton Zollner  
"Landschaften aus dem Banat", v. Vasile Sencu, Verlag Sport-Tourismus, 1983 Bukarest  
"Das Banat", v. Helmut Schneider, Konrad-Theiss-Verlag, 1986 Stuttgart  
"Das Banat / Die unvergessene Heimat der Banater Schwaben", v. Peter Mildenberger, Druckhaus Horch GmbH, 2001 Neckarsulm  
  
 

Bildnachweis:

Das Kloster Maria Radna, Postkarte, Foto I. Petcu 
Die Herkulesstatue in Herkulesbad, "Landschaften aus dem Banat", v. Vasile Sencu, Sport-Tourismus Verlag, 1983 Bukarest  
Der Park in Bad Busiasch, alte Postkarte  
Das Semenik-Plateau, "Landschaften aus dem Banat", v. Vasile Sencu, Sport-Tourismus Verlag, 1983 Bukarest  
Das Eiserne Tor, alte Postkarte  
Die Tropfsteinhöhle von Komarnik, "Landschaften aus dem Banat, v. Vasile Sencu, Sport-Tourismus Verlag, 1983 Bukarest  
Die Burgruine von Schoimosch, "Das Banat", v. Helmut Schneider, Konrad-Theiss-Verlag, 1986 Stuttgart  
  
 

Elisabeth Packi 
  Copyright by: http://www.kulturraum-banat.de

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