Das Banat und seine Kultur
Anton Sterbling
Das Banat und seine Kultur
Die Vorstellung „regionaler Kulturen“ wird von vielen Missverständnissen begleitet, insbesondere dann, wenn es sich um Kulturen in Randbereichen, in Grenzräumen, handelt. Die einen vermuten dabei stets etwas Provinzielles, etwas räumlich und zeitlich Abgelegenes, etwas qualitativ Bescheidenes, also etwas von vornherein Abgewertetes und Abzuwertendes. Dies obgleich eine Reihe älterer und neuerer Arbeiten, etwa zur zeitgenössischen deutschen Literatur, mit großer Überzeugungskraft auf die Bedeutung der „Ränder“ in der kulturellen Produktion und Innovation hinweisen. In diesem Sinne wurde auf die deutschsprachige Prager des 19. und frühen 20. Jahrhunderts oder auf die deutsche Literatur der Bukowina hingewiesen. Man kann in den letzten Jahrzehnten aber auch auf die österreichische Literatur, mit den Zentren Wien und Graz, auf die schweizerische Literatur und sicherlich auch auf die rumäniendeutsche Literatur verweisen, die eher als kreative „Ränder“ denn als literarische Provinz erscheinen.
Der Begriff „regionale Kultur“ kann aber auch in einem anderen Sinne missverstanden werden. Nämlich als politischer Kampfbegriff, zum Beispiel in den Debatten um die Rolle von Nationalstaaten im Zusammenhang mit Europäisierungs- und Regionalisierungsprozessen. Regionen, Regionalbewegungen und regionale Kulturen werden dabei vorschnell als neue Fixpunkte, als zentrale Größen im nationalstaatlichen Dekompositions- und europäischen Integrationsprozess aufgefasst. Sie gelten mithin als sozial und kulturell legitimere „Ersatzgebilde“ der als obsolet begriffenen Nationalstaaten und Nationalkulturen. Ebenso wie die Identifikation der regionalen Kultur mit Provinzialismus erscheint indes auch diese, die regionale Kultur überhöhende und sie gewissermaßen über alles stellende Auffassung in hohem Maße bedenklich.
Die Besonderheiten „regionaler Kulturen“ möchte ich an einem Fallbeispiel, nämlich dem der Banater Kultur deutlich machen – einer besonders ausgeprägten multiethnischen Regionalkultur im Schnittfeld historisch vielfach umstrittener politischer Grenzen. Daraus ergeben sich mithin auch systematische Anhaltspunkte für vergleichende Betrachtungen. Zu solchen vergleichenden Betrachtungen würden sich nicht zuletzt „Grenzräume“ wie Schlesien, Bukowina, Südtirol, Elsaß, die Dobrudscha usw. anbieten.
Zum Begriff der Regionalkutlur
Wie Justin Stagl überzeugend dargelegt hat, erfolgte die Entstehung oder Schaffung moderner Nationalkulturen in den letzten zwei bis drei Jahrhunderten, durch Anschlüsse an die europaweit sich erstreckende, übergreifende Hochkultur einerseits und durch die Aufwertung von Elementen der Volkskulturen andererseits, deren jahrtausendelange getrennte Entwicklung bis dahin kulturbestimmend war. Die Nationalkultur bildet sich durch die Ablehnung, gleichsam aber auch durch die selektive Übernahme und Aufwertung und die spezifische Verklammerung und Umformung bestimmter Aspekte der übergreifenden alteuropäischen Hochkultur und der räumlich weitaus begrenzteren Volkskultur heraus. Mit der modernen Staaten- und Nationenbildung kam es zugleich zur Entstehung und Konsolidierung einer modernen institutionellen Infrastruktur, die in vielen Fällen staatliche Schulen und Hochschulen, nationalen Museen, Nationaltheater, Akademien, national organisierten Künstler- und Gelehrtenverbände, landesweite Massenmedien usw. umfasste und die wesentlich zur Standardisierung und Diffusion nationalkulturellen Vorstellungen und Symbole sowie Wert- und Wissensbestände beitrugen. Dabei kam insbesondere bestimmten Gruppen der Intelligenz und der Intellektuellen nicht nur eine Schlüsselbedeutung in der Verbreitung nationalkultureller Ideen und Vorstellungen zu, sondern diese Intellektuellengruppen erwiesen sich vielfach auch als Schöpfer und Umgestalter nationalkultureller Wert- und Wissensbestände bis hin zur Erfindung nationaler Herkunftslegenden und historischer Mythen. In diesem historischen Entwicklungszusammenhang gewinnt gleichsam auch der Begriff der Regionalkultur seine spezifische Bedeutung.
Die Regionalkultur besteht und entfaltet sich gewissermaßen unterhalb, aber zum Teil auch außerhalb nationalkultureller Standardisierungen und Diffusionsprozesse und nicht selten in Abgrenzung und Reaktion auf diese. Dies ist vor allem an regionalen Kulturen in Grenzräumen abzulesen, die nicht selten im Überschneidungsbereich und Spannungsfeld unterschiedlicher nationalkultureller Einflüsse liegen, aber zugleich ihre davon unabhängigen Besonderheiten konservieren und dabei ein spezifisches und durchaus eigenständiges Gebilde kultureller Interferenzen und Eigentümlichkeiten ergeben. An ihnen ist besonders gut zu erkennen, dass kulturelle Realitäten zumeist, wie Holenstein dies trefflich formuliert hat, „heterogene und – teils geschichtlich und geographisch, teils nur dem Typ nach – kontinuierlich „ineinanderströmende“ und ineinanderübergreifende Gebilde“ darstellen.
Insofern trifft auf das Phänomen der regionalen Kultur zwar gelegentlich oder auch häufiger zu, was Wolfgang Lipp zu Regionalismus und Heimatbewegungen bemerkt, nämlich: sie „sind beide auf Raum bezogen, resultieren beide aus der Spannung von Raumgrenzen und Raumträgern, Raumentfremdung und Raumaneignung“. Damit ist ihre Eigenart aber keineswegs erschöpfend erfasst. Der Territorialbezug wie auch die Spannung zu einem kulturellen oder politischen Zentrum oder zu verschiedenen Zentren sind zwar häufig zwei wichtige Aspekte regionaler Kultur; deren Besonderheit und relative Eigenständigkeit ist aber zugleich in spezifischen kulturellen Wert- und Wissensbeständen, Identitätsmustern und vor allem auch in spezifischen Interferenzen begründet. Insbesondere regionale Kulturen in Grenzräumen lassen erkennen, dass diese mehr als lediglich lokale Folklore und auch mehr als die Summe im Widerstreit liegender nationalkultureller Elemente und Einflüsse darstellen, und damit eigentlich auch nur einer kulturellen Betrachtungsweise, wie sie von Holenstein nahegelegt wurde, zugänglich sind. Dies soll nun am Beispiel der multiethnischen Banater Kultur illustriert werden.
Die Kultur des Banats als spezifische regionale Kultur
Das Banat ist ein Territorium, das gegenwärtig größtenteils die westlichste Region Rumäniens (das sogenannte „rumänische Banat“ mit den Kreisen Temesch, Arad und Karasch-Severin) umfasst, das historisch betrachtet aber auch einige Gebiete des heutigen südöstlichen Ungarn und des Nordens Serbiens (also Teile der Voivodina) einschließt. Damit stellt das ehemalige Banat einen schon seit dem Ersten Weltkrieg durch mehrfache staatliche Grenzen bestimmten „Grenzraum“ dar. Gleichzeitig ist allerdings bis heute für alle drei Teile des historischen Banats die multiethnische Bevölkerungsstruktur und eine davon geprägte kulturelle Mannigfaltigkeit kennzeichnend. Man kann insofern von einem geradezu paradigmatischen Fall regionalen kultureller Vielschichtigkeit und Vielgestaltigkeit in einem Grenzraum sprechen; von einem Kulturraum, der seine gegenwärtige Gestalt durch eine Reihe tiefgreifender historischen Wandlungsprozesse erfahren hat.
Nach rund hundertfünfzigjähriger osmanischer Herrschaft, die eine durch vielzählige kriegerische Auseinandersetzungen, Raubzüge, Zerstörungen und Ausbeutung weitgehend verwüstete und entvölkerte Region hinterlassen hat, erfolgte nach der habsburgischen Rückeroberung dieser Gebiete im 18. und auch noch im 19. Jahrhundert eine Wiederbevölkerung des Banats durch systematische Ansiedlungsprozesse und sonstige Zuwanderungen. Im Zuge dieser Wanderungs- und Ansiedlungsprozesse kamen zu der weitgehend dezimierten ansässigen ungarischen, rumänischen und südslawischen Bevölkerung eine größere Zahl deutscher Siedler, die sogenannten Banater Schwaben, wie auch kleinere Gruppen von Italienern, Slowaken, Bulgaren, Zigeuner, Ruthenen, ebenso Juden und Griechen und weitere rumänische und südslawische, insbesondere serbische, Zuwanderer hinzu, so dass das Banat im 18. und 19. Jahrhundert wie auch noch im 20. Jahrhundert über eine ausgeprägte multiethnische Bevölkerungsstruktur verfügte. Entsprechend vielfältig war die kulturelle wie übrigens auch die konfessionelle und natürlich auch die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung des Banats. Der kulturellen Entfaltung der verschiedenen ethnischen Gruppen im Banat haben nicht zuletzt die institutionellen Reformen unter Maria Theresia und Joseph II., die unter anderem zur breiten Förderung des Bildungs- und des Kirchenwesens beitrugen, wichtige Impulse gegeben.
So bildeten sich mithin schon im 18. und 19. Jahrhundert markante Grundzüge einer vielschichtigen und durchaus widersprüchlichen, zugleich nachhaltig wirksamen regionalen Kultur heraus. Deren Besonderheiten waren einerseits traditional und religiös begründete kulturelle Abgrenzungen und betont eigenständige Entwicklungen der einzelnen ethnischen Gruppen mit allenfalls punktuellen interethnischen Berührungspunkten im ländlichen Bereich; andererseits aber auch intensive kulturelle Austausch- und Interferenzprozesse und mithin auch kulturelle Anpassungs- und Assimilationsvorgänge, insbesondere in städtischen und kleinstädtischen sozialen Milieus.
Insgesamt war die regionale Kultur des Banats, trotz ihrer langfristigen, bis heute nachwirkenden partiellen Traditionalität und ausgeprägten multiethnischen Vielfalt, zugleich durch eine bemerkenswerte Toleranz, Offenheit, und Weltoffenheit gekennzeichnet, deren äußere Anzeichen nicht zuletzt in weiträumigen kulturellen Kontakten wie auch in der Mehrsprachigkeit vieler Banater Bürger zu erkennen waren und sind. Bei diesen weiträumigen sozialen und kulturellen Kontakten spielen nicht nur die verschiedenen europäischen Herkunftsgebiete der ins Banat gekommenen Zuwanderer eine wichtige Rolle, sondern auch die fortgesetzten Wanderungsbewegungen und nicht zuletzt die verschiedenen Auswanderungsprozesse und ihre Rückwirkungen. So erfolgte um die Wende zum 20. Jahrhundert auch aus dem Banat eine massive Auswanderung in die Vereinigten Staaten. Ebenso fanden während und in der Folge beider Weltkriege und in der Zeit der kommunistischen Herrschaft vielfältige Wanderungsprozesse erheblicher Teile der Banater Bevölkerung, nicht zuletzt der Juden und Deutschen, statt.
Insofern kann man ohne Zweifel von der Herausbildung einer spezifischen, unverwechselbaren und bis heute nachhaltigen regionalen Kultur des Banats sprechen, und dies obgleich das historische Banat nicht nur räumlich durch staatliche Grenzen auseinandergerissen wurde, sondern auch längerfristig im Spannungsfeld zum Teil gegensätzlicher nationalkulturellen und nationalistischer Entwicklungstendenzen stand. Dazu sind unter anderem die Magyarisierungsbestrebungen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts, die nach den Grenzziehungen infolge des Ersten Weltkriegs einsetzenden Rumänisierungsbestrebungen und die gleichzeitigen Diskriminierungen nichtslawischer Minderheiten im neuentstandenen „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“, die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn und Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg, die Deportationen von Deutschen und anderer Minderheiten aus allen drei Teilen des historischen Banats, die nationalkommunistischen Repressionen während der Ceauşescu-Herrschaft und die nationalistischen Bestrebungen des Milošević-Regimes zu zählen. Die regionale Kultur des Banats ist nicht nur durch diese widerstreitenden nationalkulturellen Bestrebungen im Zeichen nationalistischer Ideologien mitgeprägt worden. Ihrer Besonderheit und relative Eigenständigkeit ist zum Teil sicherlich auch aus der Reaktion und dem Widerstand gegenüber solchen rücksichtslosen zentralistischen Kulturtendenzen zu begreifen.
Es ist insofern wohl kein Zufall, dass der Aufstand gegen das Ceauşescu-Regime in der größten Stadt des Banats, in Temeswar, begann. Ebenso wenig ist es wohl zufällig, dass die Voivodina und das serbische Banat wichtige Zentren des Widerstandes gegen das Milošević-Regime waren.
Bei näherer Betrachtung zeigt sich auch, dass sich bestimmte Städte und Orte des Banats immer wieder als hervorragende Zentren avantgardistischer Kunst, kultureller Innovationen, interkultureller Begegnungen, ausgeprägter Weltoffenheit und kosmopolitischen Geistes im Kontext der jeweiligen nationalen Kulturen hervorgetan haben.
In ihren kleinräumigen Abgrenzungen und ihrem gleichzeitigen „Ineinanderfließen“ und „Ineinanderübergehen“, in ihren engen Grenzziehungen und ihren oft weitläufigen Grenzüberschreitungen, in der davon geprägten kreativen und produktiven Auseinandersetzung und Andersartigkeit liegt wohl ein wichtiger Grundzug der regionalen Kultur in Grenzräumen. Darin besteht gleichsam auch die unersetzliche Bedeutung kultureller „Ränder“, die aus der Sicht der sich überragend und mächtig begreifenden Zentren zumeist weitgehend unterschätzt wird.
Literatur
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Dieser Text geht auf Teile eines Vortrages zurück, der im Rahmen der Sommerakademie des Graduiertenkollegs „Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa“, an der Universität Neusatz/Novi Sad am 2. Oktober 2008 gehalten wurde.
In diesem Sinne wurde schon auf die Prager deutsche Literatur in der zweiten Hälfte des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hingewiesen, die in Franz Kafka ihren wohl bedeutendsten Vertreter hatte. Sodann auf die einmalige deutschsprachig-jüdische Literatur der Bukowina und in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten auch auf die rumäniendeutsche Literatur. Siehe: Wichner, Ernest/Wiesner, Herbert: Prager deutsche Literatur. Vom Expressionismus bis zu Exil und Verfolgung, Berlin 1995; Rosenkranz, Moses: Kindheit. Fragmente einer Autobiographie, Aachen 32003; Solms, Wilhelm (Hrsg.): Nachruf auf die rumäniendeutsche Literatur, Marburg 1990; Wichner, Ernest (Hrsg.): Ein Pronomen ist verhaftet worden. Die frühen Jahre in Rumänien – Texte der Aktionsgruppe Banat, Frankfurt a. M. 1992; Sterbling, Anton: „Am Anfang war das Gespräch“. Reflexionen und Beiträge zur „Aktionsgruppe Banat“ und andere literatur- und kunstbezogene Arbeiten, Hamburg 2008
Siehe zum Beispiel: Blaschke, Jochen (Hrsg.): Handbuch der westeuropäischen Regionalbewegungen, Frankfurt a. M. 1980; Winkler, Heinrich August/Kaelble, Hartmut (Hrsg.): Nationalismus – Nationalitäten – Supranationalität, Stuttgart 1993; Balla, Bálint/Sterbling, Anton (Hrsg.): Globalisierung, Europäisierung, Regionalisierung –unter besonderer Berücksichtigung ihrer Erscheinungsformen und Auswirkungen im östlichen Europa, Hamburg 2009.
Siehe auch: Sterbling, Anton: Kultur in Grenzräumen. Ausgangspunkte und Ansätze zu vergleichenden Betrachtungen, in: Land-Berichte. Halbjahresschrift für ländliche Regionen, Nr. 12, 1. Halbjahr 2004, Aachen 2004 (S. 5-19); Sterbling, Anton: Räume, Grenzen, Grenzräume. Ein Ansatzpunkt zur kritischen Reflexion sozialphilosophischer, kulturwissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Grundbegriffe, in Sterbling, Anton: Zumutungen der Moderne. Kultursoziologische Analysen, Hamburg 2007 (S. 47-63); Sterbling, Anton: Kultur der Ränder – das multiethische Banat, in: Pudlat, Andreas (Hrsg.): Grenzen und Grenzräume im 20. Jahrhundert, Hildesheim 2009 (im Druck).
Siehe auch: Müller, Michael G./Petri, Rolf (Hrsg.): Die Nationalisierung von Grenzen. Zur Konstruktion nationaler Identität in sprachlich gemischten Grenzregionen, Marburg 2002.
Die alteuropäische „Hochkultur“ war vor allem die des Adels und der zumeist lateinisch kommunizierenden Geistlichkeit und Gelehrtenschaft, zumindest soweit es das katholische Alteuropa betrifft. Mit der Reformation setzte sodann bekanntlich die allmähliche Entwicklung nationaler Kulturen einher, ein nationalkultureller Entwicklungsvorgang, der sich zeitlich verzögert dann auch in anderen Teilen Europas, zum Beispiel in Südosteuropa, zutrug. Siehe: Stagl, Justin: Volkskultur, Hochkultur, Nationalkultur, in: Balla, Bálint/Sterbling, Anton (Hrsg.): Zusammenbruch des Sowjetsystems – Herausforderung für die Soziologie, Hamburg 1996 (S. 213-238).
Siehe dazu auch: Sterbling, Anton: Unterdrückung, Ideologie und Mythen in Südosteuropa, in: Sterbling, Anton: Modernisierungsprobleme und Ungleichzeitigkeiten des Denkens in Ost und West. Rothenburger Beiträge. Schriftenreihe der Fachhochschule für Polizei Sachsen, Band 3, Rothenburg/OL 1999 (S. 61-89), insb. S. 69 ff.
Besonders anschaulich lässt sich dies am Beispiel der „verspäteten“ Prozesse der Staaten- und Nationenbildung in Südosteuropa verfolgen. Siehe dazu: Sterbling, Anton: Kontinuität und Wandel in Rumänien und Südosteuropa. Historisch-soziologische Analysen, München 1997, insb. S. 99 ff.
Siehe: Berding, Helmut (Hrsg.): Mythos und Nation. Studien zur Entwicklung des kollektiven Bewußtseins in der Neuzeit 3, Frankfurt a. M. 1996; Boia, Lucian: Istorie şi mit în conştiinţa românească (Geschichte und Mythos im rumänischen Bewusstsein), Bukarest 1997; Höpken, Wolfgang/Sundhaussen, Holm (Hrsg.): Eliten in Südosteuropa. Rolle, Kontinuitäten, Brüche in Geschichte und Gegenwart, München 1998; Sterbling, Anton: Strukturfragen und Modernisierungsprobleme südosteuropäischer Gesellschaften, Hamburg 1993, insb. S. 169 ff; Sterbling, Anton: „Kritik als Beruf“ oder das „Dauerdilemma“ der Intellektuellen „zwischen Ost und West“, in: Sterbling, Anton/Zipprian, Heinz (Hrsg.): Max Weber und Osteuropa, Hamburg 1997 (S. 205-227); Sterbling, Anton: Eliten, Intellektuelle, Institutionenwandel. Untersuchungen zu Rumänien und Südosteuropa, Hamburg 2001.
Siehe auch: Müller, Michael G./Petri, Rolf (Hrsg.): Die Nationalisierung von Grenzen. Zur Konstruktion nationaler Identität in sprachlich gemischten Grenzregionen, Marburg 2002.
Siehe: Holenstein, Elmar: Kulturphilosophische Perspektiven. Schulbeispiel Schweiz. Europäische Identität auf dem Prüfstand. Globale Verständigungsmöglichkeiten, Frankfurt a. M. 1998, vgl. S. 239.
Siehe: Lipp, Wolfgang: Heimatbewegung, Regionalismus. Pfade aus der Moderne?, in: Neidhardt, Friedhelm/Lepsius, M. Rainer/Weiß, Johannes (Hrsg.): Kultur und Gesellschaft. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 27, Opladen 1986 (S. 331-355), vgl. S. 339.
Siehe dazu auch: Sterbling, Anton: Modernisierung und soziologisches Denken. Analysen und Betrachtungen, Hamburg 1991, insb. S. S. 224 ff; Sterbling, Anton: Kontinuität und Wandel in Rumänien und Südosteuropa. Historisch-soziologische Analysen, München 1997, insb. S. 49 ff.
Siehe ausführlicher: Rieser, Hans-Heinrich: Das rumänische Banat – eine multikulturelle Region im Umbruch, Stuttgart 2001.
Zugleich trifft die Beobachtung sicherlich zu, dass die kommunistische Herrschaft und ihre Homogenisierungstendenzen massive zerstörerische Einflüsse auf diese eigenartige und lebendige Regionalkultur ausübte. Siehe auch: Sterbling, Anton: Stalinismus in den Köpfen – zur kommunistischen Gewaltherrschaft in Rumänien, in: Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde, 30.(101.) Jg., Heft 1, Köln-Weimar-Wien 2007 (S. 78-88).
Siehe auch: Molnár, Miklós: Geschichte Ungarns. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Hamburg 1999; Lendvai, Paul: Die Ungarn. Ein Jahrtausend Sieger in Niederlagen, München 1999.
Siehe: Röder, Annemarie: Deutsche, Schwaben, Donauschwaben. Ethnisierungsprozesse einer deutschen Minderheit in Südosteuropa, Marburg 1998; Sterbling, Anton: Reflexionen zur Bedeutung von Ursprungsmythen und historischen Mythen in der kollektiven Erinnerung – dargelegt am Beispiel der Banater Schwaben, in: Sozialwissenschaftliches Journal 8, Jahrgang III, Heft 3, 2008, Aachen 2008 (S. 37-51).
Detailliert dazu siehe: Wolf, Josef: Development of Ethnic Structure in the Banat 1890 – 1992, Wien 2004.
Die theresianisch-josephinischen Reformen waren neben den Ideen der deutschen Romantik und der Französischen Revolution zugleich wichtige Ausgangspunkte des nationalen „Wiedererwachens“. Siehe: Hösch, Edgar: Geschichte der Balkanländer. Von der Frühzeit bis zur Gegenwart, München 21993, insb. S. 164.
Zum Beispiel die gemeinsame konfessionelle Zugehörigkeit verschiedener ethnischer Gruppen, aber natürlich auch wirtschaftlich und beruflich bedingte soziale und kulturelle Kontakte.
Siehe dazu: Neumann, Victor: Die bürgerliche Kultur in Siebenbürgen und im Banat: Die Rolle Temeswars in den politischen Umgestaltungsprozessen vom Dezember 1989, in: Gleichwertig nicht gleichförmig. Multikulturalismus als Politikum und als Modell. Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, 11. Jg., Heft 1, Dinklage 1999 (S. 38-51).
Siehe dazu auch: Sterbling, Anton: Deutsche in Rumänien – eine langfristige Betrachtungsperspektive, in: Sterbling, Anton: Modernisierungsprobleme und Ungleichzeitigkeiten des Denkens in Ost und West. Rothenburger Beiträge. Schriftenreihe der Fachhochschule für Polizei Sachsen, Band 3, Rothenburg/OL 1999 (S. 127-159); Sterbling, Anton (Hrsg.): Migrationprozesse, Probleme von Abwanderungsregionen, Identitätsfragen. Beiträge zur Osteuropaforschung, Band 12, Hamburg 2006.
Siehe: Röder, Annemarie: Deutsche, Schwaben, Donauschwaben. Ethnisierungsprozesse einer deutschen Minderheit in Südosteuropa, Marburg 1998, insb. S. 53 ff.
So die ursprüngliche Bezeichnung des von allem Anfang an eigentlich stark serbisch dominierten Königreichs, das ab 1929 „Königreich Jugoslawien“ hieß. Siehe: Hösch, Edgar: Geschichte der Balkanländer. Von der Frühzeit bis zur Gegenwart, München 21993; Sundhaussen, Holm: Experiment Jugoslawien. Von der Staatsgründung bis zum Staatsverfall, Mannheim-Leipzig-Wien-Zürich 1993.
Siehe: Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (Hrsg.): Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa. Band II: Das Schicksal der Deutschen in Ungarn, München 1984; Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (Hrsg.): Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa. Band III: Das Schicksal der Deutschen in Rumänien, München 1984; Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (Hrsg.): Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa. Band V: Das Schicksal der Deutschen in Jugoslawien, München 1984; Bohmann, Alfred: Menschen und Grenzen. 2. Band: Bevölkerung und Nationalitäten in Südosteuropa, Köln 1969.
Siehe: Frauendorfer, Helmuth/Wagner, Richard (Hrsg.): Der Sturz des Tyrannen. Rumänien und das Ende einer Diktatur, Reinbek bei Hamburg 1990; Wagner, Richard: Sonderweg Rumänien. Bericht aus einem Entwicklungsland, Berlin 1991; Gabanyi, Anneli Ute: Systemwechsel in Rumänien. Von der Revolution zur Transformation, München 1998.
Siehe: Leber, Reinhard: Politische Kultur und Systemtransformation in Rumänien. Lokalstudie zu der Stadt Temeswar, Frankfurt a. M. usw. 1996; Neumann, Victor: Die bürgerliche Kultur in Siebenbürgen und im Banat: Die Rolle Temeswars in den politischen Umgestaltungsprozessen vom Dezember 1989, in: Gleichwertig nicht gleichförmig. Multikulturalismus als Politikum und als Modell. Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, 11. Jg., Heft 1, Dinklage 1999 (S. 38-51).
Siehe: Solms, Wilhelm (Hrsg.): Nachruf auf die rumäniendeutsche Literatur, Marburg 1990; Wichner, Ernest (Hrsg.): Ein Pronomen ist verhaftet worden. Die frühen Jahre in Rumänien – Texte der Aktionsgruppe Banat, Frankfurt a. M. 1992; Sterbling, Anton: „Am Anfang war das Gespräch“. Reflexionen und Beiträge zur „Aktionsgruppe Banat“ und andere literatur- und kunstbezogene Arbeiten, Hamburg 2008.

