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Das Banat und seine Kultur

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Anton Sterbling

Das Banat und seine Kultur

 Die Vorstellung „regionaler Kulturen“ wird von vielen Missverständnissen be­glei­tet, ins­be­son­dere dann, wenn es sich um Kulturen in Randbereichen, in Grenz­räumen, han­delt. Die ei­nen vermuten dabei stets etwas Provinzielles, etwas räumlich und zeit­lich Abgelegenes, etwas qualitativ Bescheidenes, also etwas von vornhe­rein Ab­ge­wer­tetes und Abzuwertendes. Dies obgleich eine Reihe äl­te­rer und neu­e­rer Ar­­beiten, etwa zur zeitgenössischen deutschen Literatur, mit gro­ßer Überzeu­gungs­kraft auf die Bedeutung der „Ränder“ in der kulturellen Pro­duk­­tion und In­no­­va­tion hin­wei­sen. In diesem Sinne wurde auf die deutsch­spra­chi­ge Prager des 19. und frühen 20. Jahrhunderts oder auf die deutsche Literatur der Bukowina hingewiesen. Man kann in den letz­ten Jahr­zehnten aber auch auf die öster­rei­chische Li­teratur, mit den Zentren Wien und Graz, auf die schwei­ze­ri­sche Li­te­ra­tur und si­cherlich auch auf die rumäniendeutsche Literatur verweisen, die eher als krea­tive „Rän­der“ denn als literarische Provinz erscheinen.

Der Begriff „regionale Kultur“ kann aber auch in einem anderen Sinne miss­ver­standen werden. Nämlich als politischer Kampfbegriff, zum Beispiel in den De­batten um die Rolle von Nationalstaaten im Zusammenhang mit Euro­päi­sie­rungs- und Regionalisie­rungs­prozessen. Regionen, Regionalbewegungen und re­gio­nale Kul­turen werden dabei vor­schnell als neue Fixpunkte, als zentrale Grö­ßen im na­tionalstaatlichen De­kompositions- und europäischen Integrations­pro­zess auf­ge­fasst. Sie gelten mit­hin als sozial und kulturell legitimere „Ersatz­ge­bil­de“ der als obsolet begrif­fe­nen Nationalstaaten und Nationalkulturen. Ebenso wie die Identifikation der re­gio­nalen Kultur mit Provinzialismus erscheint indes auch die­se, die regionale Kul­tur überhöhende und sie gewissermaßen über alles stel­len­de Auffassung in hohem Maße bedenk­lich.

Die Besonderheiten „regionaler Kulturen“ möchte ich an ei­nem Fall­beispiel, nämlich dem der Banater Kultur deutlich machen – einer besonders ausgeprägten multiethnischen Re­gio­nal­kul­­tur im Schnittfeld historisch vielfach umstrittener politischer Grenzen. Daraus ergeben sich mithin auch systematische Anhalts­punk­te für ver­gleichende Betrachtungen. Zu solchen vergleichenden Betrach­tun­gen würden sich nicht zuletzt „Grenzräume“ wie Schle­sien, Bukowina, Südtirol, Elsaß, die Dob­rudscha usw. an­bieten.

Zum Begriff der Regionalkutlur

Wie Justin Stagl überzeugend dargelegt hat, erfolgte die Entstehung oder Schaf­fung moderner Nationalkulturen in den letzten zwei bis drei Jahrhunder­ten, durch Anschlüsse an die europaweit sich erstreckende, übergreifende Hochkultur einer­seits und durch die Aufwertung von Elementen der Volks­kul­turen an­de­rer­seits, deren jahrtausendelange getrennte Entwicklung bis da­hin kul­tur­be­stim­mend war. Die Nationalkultur bildet sich durch die Ableh­nung, gleich­sam aber auch durch die selektive Übernahme und Aufwertung und die spe­zifische Ver­klam­merung und Umformung bestimmter Aspekte der über­grei­fenden alteu­ro­päi­schen Hochkultur und der räumlich weitaus begrenzteren Volks­kultur her­aus. Mit der modernen Staaten- und Nationenbildung kam es zugleich zur Ent­ste­hung und Kon­solidierung einer modernen institutionellen In­fra­struk­tur, die in vie­len Fällen staatliche Schulen und Hochschulen, na­tio­na­len Museen, Na­tional­thea­ter, Akade­mien, natio­nal organisierten Künstler- und Gelehrten­verbände, lan­des­weite Mas­sen­medien usw. um­fasste und die we­sent­lich zur Standardisierung und Diffusion na­tio­nalkulturellen Vorstellun­gen und Sym­bole sowie Wert- und Wis­sens­be­stände beitrugen. Dabei kam ins­be­son­de­re be­stimmten Gruppen der In­­tel­ligenz und der Intellektuellen nicht nur eine Schlüs­selbedeutung in der Ver­brei­tung na­tio­nalkultureller Ideen und Vorstel­lun­gen zu, sondern diese Intel­lek­tuel­len­grup­pen erwiesen sich vielfach auch als Schöp­fer und Umge­stalter na­tio­nalkultureller Wert- und Wissensbestände bis hin zur Erfindung na­tionaler Her­kunftslegenden und historischer Mythen. In die­sem hi­storischen Ent­wick­lungs­zusammenhang ge­winnt gleichsam auch der Begriff der Re­gio­nalkultur seine spe­zi­fi­sche Be­deutung.

Die Regionalkultur besteht und entfaltet sich gewissermaßen unterhalb, aber zum Teil auch außerhalb nationalkultureller Standardisierungen und Diffusions­pro­zesse und nicht selten in Abgrenzung und Reaktion auf diese. Dies ist vor al­lem an regionalen Kulturen in Grenz­räumen abzulesen, die nicht selten im Über­schneidungsbereich und Spannungsfeld unter­schiedlicher nationalkulturel­ler Ein­flüsse liegen, aber zugleich ihre davon unabhängigen Be­sonderheiten kon­servie­ren und dabei ein spezifisches und durchaus eigenständiges Gebilde kul­tureller Interferenzen und Eigentümlichkeiten ergeben. An ihnen ist beson­ders gut zu er­­kennen, dass kulturelle Realitäten zumeist, wie Holenstein dies trefflich for­mu­liert hat, „he­terogene und – teils geschichtlich und geographisch, teils nur dem Typ nach – kontinuier­lich „ineinanderströmende“ und ineinanderübergrei­fen­de Gebilde“ darstel­len.

Insofern trifft auf das Phänomen der regionalen Kultur zwar gelegentlich oder auch häu­figer zu, was Wolfgang Lipp zu Regionalismus und Heimatbewe­gun­gen bemerkt, nämlich: sie „sind beide auf Raum bezogen, resultieren beide aus der Spannung von Raumgrenzen und Raumträgern, Raumentfremdung und Raum­aneignung“. Damit ist ihre Eigenart aber kei­neswegs erschöpfend er­fasst. Der Territorialbezug wie auch die Spannung zu einem kulturel­len oder po­li­ti­schen Zentrum oder zu verschiedenen Zentren sind zwar häufig zwei wich­ti­ge As­pekte regionaler Kultur; deren Besonderheit und relative Eigenstän­digkeit ist aber zugleich in spezifischen kulturellen Wert- und Wissensbestän­den, Iden­ti­täts­mus­tern und vor allem auch in spezifischen Interferenzen begründet. Insbeson­de­re regionale Kulturen in Grenz­räumen lassen erkennen, dass diese mehr als le­dig­lich lokale Folklore und auch mehr als die Summe im Widerstreit liegender na­tio­nal­kultureller Elemente und Einflüsse darstellen, und damit eigentlich auch nur ei­ner kulturellen Be­trach­tungsweise, wie sie von Holenstein nahegelegt wur­de, zugänglich sind. Dies soll nun am Beispiel der multiethnischen Ba­nater Kul­tur il­lu­striert wer­den.

Die Kultur des Banats als spezifische regionale Kultur

Das Banat ist ein Territorium, das gegenwärtig größtenteils die westlichste Re­gion Rumäniens (das sogenannte „rumänische Banat“ mit den Kreisen Te­mesch, Arad und Karasch-Severin) umfasst, das historisch betrachtet aber auch eini­ge Ge­biete des heutigen südöstlichen Ungarn und des Nordens Serbiens (also Teile der Voivodina) einschließt. Damit stellt das ehemalige Ba­nat einen schon seit dem Ersten Weltkrieg durch mehrfache staatliche Gren­zen be­stimmten „Grenz­raum“ dar. Gleichzeitig ist allerdings bis heute für alle drei Teile des historischen Ba­nats die multiethnische Bevölkerungsstruktur und eine davon geprägte kul­tu­rel­le Mannigfaltigkeit kennzeichnend. Man kann inso­fern von einem geradezu pa­radigmatischen Fall regionalen kultureller Viel­schich­tigkeit und Vielgestaltig­keit in einem Grenzraum sprechen; von einem Kul­turraum, der seine gegen­wär­ti­ge Gestalt durch eine Reihe tiefgreifender hi­sto­rischen Wand­lungsprozesse erfah­ren hat.

Nach rund hundertfünfzigjähriger osmanischer Herrschaft, die eine durch viel­­zählige kriegerische Auseinandersetzungen, Raubzüge, Zerstörungen und Aus­beutung weitgehend verwüstete und entvölkerte Region hinterlassen hat, er­folg­te nach der habsburgischen Rückeroberung dieser Gebiete im 18. und auch noch im 19. Jahrhundert eine Wiederbevölkerung des Banats durch systemati­sche Ansiedlungsprozesse und sonstige Zuwanderungen. Im Zuge dieser Wan­de­rungs- und Ansiedlungsprozesse kamen zu der weitgehend dezimierten ansäs­si­gen ungarischen, rumänischen und südslawischen Bevölkerung eine grö­ße­re Zahl deut­scher Siedler, die sogenannten Banater Schwaben, wie auch klei­ne­re Grup­pen von Italienern, Slowaken, Bulgaren, Zigeuner, Ruthenen, e­ben­so Ju­den und Grie­chen und weitere rumänische und südslawische, ins­be­son­de­re ser­bi­sche, Zu­wan­derer hinzu, so dass das Banat im 18. und 19. Jahr­hun­dert wie auch noch im 20. Jahrhundert über eine ausge­präg­te multiethnische Bevölkerungsstruktur ver­füg­te. Ent­spre­chend viel­fältig war die kulturelle wie übrigens auch die konfes­sio­nelle und na­tür­lich auch die soziale Zu­sammensetzung der Bevölkerung des Ba­nats. Der kul­tu­rel­len Entfaltung der ver­schiedenen ethnischen Gruppen im Ba­nat haben nicht zu­letzt die institutio­nel­len Reformen unter Maria Theresia und Jo­seph II., die un­ter anderem zur breiten För­derung des Bildungs- und des Kir­chen­wesens bei­tru­gen, wich­tige Im­pulse ge­ge­ben.

So bildeten sich mithin schon im 18. und 19. Jahrhundert markante Grund­zü­ge einer vielschichtigen und durchaus widersprüchlichen, zugleich nachhaltig wirk­samen regionalen Kultur heraus. Deren Besonderheiten waren einerseits tra­ditional und religiös begründete kulturelle Abgrenzungen und betont eigen­stän­dige Entwicklungen der einzelnen ethni­schen Gruppen mit allenfalls punktuellen in­terethnischen Berührungs­punk­ten im ländlichen Bereich; andererseits aber auch intensive kulturelle Aus­tausch- und Interferenzprozesse und mithin auch kul­turelle Anpassungs- und As­si­milationsvorgänge, insbesondere in städtischen und kleinstädtischen so­zialen Mi­lieus.

Insgesamt war die regionale Kultur des Banats, trotz ihrer lang­fristi­gen, bis heute nachwirkenden partiellen Traditionalität und ausge­präg­ten multi­ethnischen Viel­falt, zugleich durch eine bemerkenswerte Tole­ranz, Of­fen­heit, und Welt­of­fen­heit gekennzeichnet, deren äußere Anzeichen nicht zu­letzt in weit­räu­migen kul­turellen Kontakten wie auch in der Mehr­sprachigkeit vie­ler Bana­ter Bürger zu er­kennen waren und sind. Bei diesen weiträumigen sozialen und kulturellen Kon­tak­ten spielen nicht nur die ver­schie­denen europäischen Herkunftsgebiete der ins Ba­nat gekommenen Zuwanderer eine wich­tige Rolle, sondern auch die fortge­setz­ten Wanderungsbewegungen und nicht zuletzt die verschiedenen Auswande­rungs­prozesse und ihre Rückwirkungen. So erfolgte um die Wen­de zum 20. Jahr­hun­dert auch aus dem Banat eine massive Auswanderung in die Ver­einig­ten Staa­ten. Ebenso fanden während und in der Folge beider Weltkriege und in der Zeit der kommunistischen Herrschaft vielfältige Wanderungsprozesse erheblicher Tei­le der Banater Bevölkerung, nicht zuletzt der Juden und Deutschen, statt.

Insofern kann man ohne Zweifel von der Herausbildung einer spezifischen, un­verwechselbaren und bis heute nachhaltigen regionalen Kultur des Banats spre­chen, und dies obgleich das historische Banat nicht nur räumlich durch staat­liche Grenzen auseinandergerissen wurde, sondern auch längerfristig im Span­nungsfeld zum Teil gegensätzlicher nationalkulturellen und nationalisti­scher Ent­wick­lungstendenzen stand. Dazu sind unter anderem die Magyarisie­rungs­be­stre­bun­gen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahr­hunderts, die nach den Grenzziehungen infolge des Ersten Weltkriegs ein­set­zenden Rumä­ni­sierungsbestrebungen und die gleichzeitigen Diskriminie­run­gen nicht­sla­wi­scher Minderheiten im neuentstandenen „Königreich der Ser­ben, Kroa­ten und Slowenen“, die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn und Ju­go­slawien nach dem Zweiten Weltkrieg, die Deportationen von Deutschen und an­derer Minder­hei­ten aus allen drei Teilen des historischen Banats, die na­tional­kommu­nis­ti­schen Repressionen während der Ceauşescu-Herrschaft und die nationalisti­schen Bestrebungen des Milošević-Regimes zu zäh­len. Die regionale Kultur des Ba­­nats ist nicht nur durch diese widerstreiten­den na­tional­kulturellen Bestre­bun­gen im Zeichen nationalistischer Ideologien mit­ge­prägt worden. Ihrer Besonder­heit und relative Eigenständigkeit ist zum Teil si­cher­lich auch aus der Reaktion und dem Widerstand gegenüber solchen rück­sichts­losen zentralisti­schen Kultur­ten­denzen zu begreifen.

Es ist insofern wohl kein Zufall, dass der Aufstand gegen das Ceauşescu-Re­gime in der größten Stadt des Banats, in Temeswar, begann. Ebenso wenig ist es wohl zufällig, dass die Voivodina und das serbische Banat wichtige Zen­tren des Widerstandes gegen das Milošević-Regime waren.

Bei nä­he­rer Betrachtung zeigt sich auch, dass sich bestimmte Städte und Orte des Ba­nats immer wieder als hervorragende Zentren avantgardistischer Kunst, kul­tu­rel­ler Innovationen, interkultureller Begegnungen, ausgeprägter Welt­offen­heit und kos­mo­po­li­ti­schen Geistes im Kontext der jeweiligen na­tio­na­len Kulturen her­vor­ge­tan ha­ben.

In ihren kleinräumigen Abgrenzungen und ihrem gleichzeitigen „Inein­an­der­fließen“ und „Ineinanderübergehen“, in ihren engen Grenzziehun­gen und ih­ren oft weitläufigen Grenzüberschreitungen, in der davon geprägten kreativen und pro­duktiven Auseinandersetzung und Andersartigkeit liegt wohl ein wich­ti­ger Grund­zug der re­gionalen Kul­tur in Grenzräumen. Darin besteht gleichsam auch die unersetzli­che Be­deu­tung kultureller „Ränder“, die aus der Sicht der sich über­ra­gend und mächtig begreifenden Zentren zumeist weitgehend unter­schätzt wird.

Literatur

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Wichner, Er­nest/Wiesner, Herbert: Prager deutsche Literatur. Vom Ex­pres­sionismus bis zu Exil und Verfolgung, Berlin 1995

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     Dieser Text geht auf Teile eines Vortrages zurück, der im Rahmen der Sommerakademie des Graduierten­kol­legs „Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungs­struk­turen in Südosteuropa“, an der Universität Neusatz/Novi Sad am 2. Oktober 2008 gehalten wur­de.

     In diesem Sinne wurde schon auf die Prager deutsche Li­te­ra­tur in der zwei­ten Hälfte des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hin­ge­wiesen, die in Franz Kafka ihren wohl bedeutendsten Vertreter hatte. So­dann auf die einmalige deutsch­sprachig-jüdische Li­te­ratur der Bukowina und in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten auch auf die rumänien­deut­sche Literatur. Siehe: Wichner, Er­nest/Wiesner, Herbert: Prager deutsche Literatur. Vom Ex­pres­sionismus bis zu Exil und Verfolgung, Berlin 1995; Ro­senkranz, Moses: Kind­heit. Fragmente einer Autobiographie, Aachen 32003; Solms, Wilhelm (Hrsg.): Nachruf auf die rumäniendeutsche Literatur, Marburg 1990; Wich­­ner, Ernest (Hrsg.): Ein Pronomen ist ver­haftet worden. Die frühen Jahre in Rumänien – Texte der Ak­tionsgruppe Banat, Frank­furt a. M. 1992; Sterbling, Anton: „Am Anfang war das Ge­spräch“. Reflexionen und Bei­trä­­­ge zur „Aktionsgruppe Banat“ und andere literatur- und kunstbezogene Arbeiten, Ham­burg 2008

     Siehe zum Beispiel: Blaschke, Jochen (Hrsg.): Handbuch der westeuropäischen Regio­nal­be­wegungen, Frankfurt a. M. 1980; Winkler, Heinrich August/Kaelble, Hartmut (Hrsg.): Na­­­tionalismus – Nationalitäten – Supranationalität, Stuttgart 1993; Balla, Bálint/Sterbling, An­ton (Hrsg.): Globalisierung, Europäisierung, Regionalisierung –unter besonderer Be­rück­sich­tigung ihrer Erscheinungsformen und Auswirkungen im östlichen Europa, Ham­burg 2009.

     Siehe auch: Sterbling, Anton: Kultur in Grenzräumen. Ausgangspunkte und Ansätze zu vergleichenden Betrachtungen, in: Land-Berichte. Halbjahresschrift für ländliche Regio­nen, Nr. 12, 1. Halbjahr 2004, Aachen 2004 (S. 5-19); Sterbling, Anton: Räume, Gren­­zen, Grenz­räume. Ein Ansatzpunkt zur kritischen Reflexion sozialphilosophischer, kul­turwis­senschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Grundbegriffe, in Sterbling, Anton: Zu­mu­tun­gen der Moderne. Kultursoziologische Analysen, Hamburg 2007 (S. 47-63); Sterbling, An­ton: Kultur der Ränder – das multiethische Banat, in: Pudlat, Andreas (Hrsg.): Grenzen und Grenz­räume im 20. Jahrhundert, Hildesheim 2009 (im Druck).

     Siehe auch: Müller, Michael G./Petri, Rolf (Hrsg.): Die Nationalisierung von Grenzen. Zur Kon­struktion nationaler Identität in sprachlich gemischten Grenzregionen, Marburg 2002.

    Die alteuropäische „Hochkultur“ war vor allem die des Adels und der zumeist lateinisch kom­muni­zie­ren­den Geistlichkeit und Gelehrtenschaft, zumindest soweit es das ka­tho­li­sche Alt­europa betrifft. Mit der Reformation setzte sodann bekanntlich die allmähliche Ent­wick­lung na­tio­naler Kulturen einher, ein nationalkultureller Entwicklungsvorgang, der sich zeit­lich ver­zö­gert dann auch in anderen Teilen Europas, zum Beispiel in Südost­euro­pa, zutrug. Siehe: Stagl, Justin: Volkskultur, Hochkultur, Na­tio­nal­kultur, in: Bal­la, Bá­lint/Sterbling, An­ton (Hrsg.): Zusammenbruch des Sowjet­sy­stems – Heraus­for­de­rung für die Soziolo­gie, Ham­burg 1996 (S. 213-238).

    Siehe dazu auch: Sterbling, Anton: Unterdrückung, Ideologie und Mythen in Südosteu­ro­pa, in: Sterbling, Anton: Modernisierungsprobleme und Ungleichzeitigkeiten des Den­kens in Ost und West. Rothenburger Beiträge. Schriftenreihe der Fachhochschule für Po­li­zei Sach­sen, Band 3, Rothenburg/OL 1999 (S. 61-89), insb. S. 69 ff.

    Besonders anschaulich lässt sich dies am Beispiel der „verspäteten“ Prozesse der Staaten- und Nationenbildung in Südosteuropa verfolgen. Siehe dazu: Sterbling, Anton: Konti­nui­tät und Wandel in Rumänien und Südosteuropa. Historisch-soziologische Analysen, Mün­chen 1997, insb. S. 99 ff.

    Siehe: Deutsch, Karl W.: Nationenbildung, Nationalstaat, Integration, Düsseldorf 1972.

   Siehe: Berding, Helmut (Hrsg.): Mythos und Nation. Studien zur Entwicklung des kol­lek­tiven Bewußtseins in der Neuzeit 3, Frankfurt a. M. 1996; Boia, Lucian: Istorie şi mit în conştiinţa românească (Geschichte und Mythos im ru­mänischen Be­wusstsein), Bukarest 1997; Höpken, Wolfgang/Sundhaussen, Holm (Hrsg.): Eliten in Südosteuropa. Rolle, Kon­ti­nuitä­ten, Brü­che in Geschichte und Gegen­wart, München 1998; Sterbling, Anton: Struk­turfragen und Modernisierungsprobleme süd­osteuropäischer Gesellschaften, Ham­burg 1993, insb. S. 169 ff; Sterbling, Anton: „Kri­tik als Beruf“ oder das „Dauer­di­lem­ma“ der In­tel­lektuellen „zwischen Ost und West“, in: Sterbling, Anton/Zipprian, Heinz (Hrsg.): Max We­ber und Osteuropa, Ham­burg 1997 (S. 205-227); Sterbling, Anton: Eliten, Intellektuelle, In­stitutionenwandel. Untersuchungen zu Rumänien und Südosteu­ropa, Ham­burg 2001.

    Siehe auch: Müller, Michael G./Petri, Rolf (Hrsg.): Die Nationalisierung von Grenzen. Zur Kon­struktion nationaler Identität in sprachlich gemischten Grenzregionen, Marburg 2002.

    Siehe: Holenstein, Elmar: Kulturphilosophische Perspektiven. Schulbeispiel Schweiz. Eu­ro­päische Identität auf dem Prüfstand. Globale Verständigungsmöglichkeiten, Frank­furt a. M. 1998, vgl. S. 239.

   Siehe: Lipp, Wolfgang: Heimatbewegung, Regionalismus. Pfade aus der Moderne?, in: Neid­hardt, Friedhelm/Lepsius, M. Rainer/Weiß, Johannes (Hrsg.): Kultur und Gesell­schaft. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 27, Opladen 1986 (S. 331-355), vgl. S. 339.

   Siehe dazu auch: Sterbling, Anton: Modernisierung und soziologisches Denken. Analy­sen und Betrachtungen, Hamburg 1991, insb. S. S. 224 ff; Sterbling, Anton: Kontinuität und Wan­del in Rumänien und Südosteuropa. Historisch-soziologische Analysen, Mün­chen 1997, insb. S. 49 ff.

   Siehe ausführlicher: Rieser, Hans-Heinrich: Das rumänische Banat – eine multikulturelle Re­gion im Um­bruch, Stuttgart 2001.

   Zugleich trifft die Beobachtung sicherlich zu, dass die kommunistische Herrschaft und ihre Homogenisierungstendenzen massive zerstörerische Einflüsse auf diese eigenartige und le­bendige Regionalkultur ausübte. Siehe auch: Sterbling, Anton: Stalinismus in den Köpfen – zur kom­mu­nistischen Gewaltherrschaft in Rumänien, in: Zeit­schrift für Sieben­bür­gi­sche Lan­des­kun­de, 30.(101.) Jg., Heft 1, Köln-Wei­mar-Wien 2007 (S. 78-88).

   Siehe auch: Molnár, Miklós: Geschichte Ungarns. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Ham­burg 1999; Lendvai, Paul: Die Ungarn. Ein Jahrtausend Sieger in Niederlagen, Mün­chen 1999.

   Siehe: Röder, Annemarie: Deutsche, Schwaben, Donauschwaben. Ethnisierungs­pro­zes­se einer deutschen Minderheit in Südosteuropa, Marburg 1998; Sterbling, Anton: Reflexionen zur Bedeutung von Ursprungsmythen und historischen Mythen in der kol­lek­ti­ven Erin­ne­rung – dargelegt am Beispiel der Banater Schwaben, in: So­zialwis­sen­schaft­li­ches Jour­nal 8, Jahrgang III, Heft 3, 2008, Aachen 2008 (S. 37-51).

   Detailliert dazu siehe: Wolf, Josef: Development of Ethnic Structure in the Banat 1890 – 1992, Wien 2004.

   Die theresianisch-josephinischen Reformen waren neben den Ideen der deutschen Ro­man­tik und der Französischen Revolution zugleich wichtige Ausgangspunkte des nationalen „Wie­­der­erwachens“. Siehe: Hösch, Edgar: Geschichte der Balkanländer. Von der Früh­zeit bis zur Gegenwart, München 21993, insb. S. 164.

   Zum Beispiel die gemeinsame konfessionelle Zugehörigkeit verschiedener ethnischer Grup­­pen, aber natürlich auch wirtschaftlich und beruflich bedingte soziale und kulturelle Kon­takte.

   Siehe dazu: Neumann, Victor: Die bürgerliche Kultur in Siebenbürgen und im Banat: Die Rolle Temeswars in den politischen Umgestaltungsprozessen vom Dezember 1989, in: Gleichwertig nicht gleichförmig. Multikulturalismus als Politikum und als Modell. Halb­jahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, 11. Jg., Heft 1, Dink­lage 1999 (S. 38-51).

   Siehe dazu auch: Sterb­ling, An­ton: Deutsche in Rumänien – eine langfristige Betrachtungs­per­spektive, in: Sterb­ling, An­ton: Modernisierungsprobleme und Ungleichzeitigkeiten des Den­kens in Ost und West. Ro­thenburger Beiträge. Schriftenreihe der Fachhochschule für Po­lizei Sach­sen, Band 3, Ro­then­­burg/OL 1999 (S. 127-159); Sterbling, Anton (Hrsg.): Migra­tionprozesse, Probleme von Abwanderungsregionen, Identitätsfragen. Bei­trä­ge zur Ost­eu­ropaforschung, Band 12, Ham­burg 2006.

   Siehe: Röder, Annemarie: Deutsche, Schwaben, Donauschwaben. Ethnisierungsprozesse einer deutschen Minderheit in Südosteuropa, Marburg 1998, insb. S. 53 ff.

   So die ursprüngliche Bezeichnung des von allem Anfang an eigentlich stark serbisch do­mi­nierten Königreichs, das ab 1929 „Königreich Jugoslawien“ hieß. Siehe: Hösch, Ed­gar: Ge­schichte der Balkanländer. Von der Früh­zeit bis zur Gegenwart, München 21993; Sund­haus­sen, Holm: Experiment Jugoslawien. Von der Staatsgründung bis zum Staats­ver­fall, Mann­heim-Leipzig-Wien-Zürich 1993.

   Siehe: Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (Hrsg.): Do­kumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa. Band II: Das Schick­sal der Deutschen in Ungarn, München 1984; Bundesministerium für Vertriebene, Flücht­linge und Kriegsgeschädigte (Hrsg.): Dokumentation der Vertreibung der Deut­schen aus Ost-Mitteleuropa. Band III: Das Schicksal der Deutschen in Rumänien, Mün­chen 1984; Bun­desministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (Hrsg.): Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa. Band V: Das Schicksal der Deutschen in Jugoslawien, München 1984; Bohmann, Alfred: Men­schen und Grenzen. 2. Band: Be­völkerung und Nationalitäten in Südosteuropa, Köln 1969.

   Siehe: Frauendorfer, Helmuth/Wagner, Richard (Hrsg.): Der Sturz des Tyrannen. Ru­mä­nien und das Ende einer Diktatur, Reinbek bei Hamburg 1990; Wagner, Richard: Son­der­weg Ru­mänien. Bericht aus einem Entwicklungsland, Berlin 1991; Gabanyi, Anneli Ute: Sys­temwechsel in Rumänien. Von der Revolu­tion zur Transforma­tion, Mün­­chen 1998.

   Siehe: Leber, Reinhard: Politische Kultur und Systemtransformation in Rumänien. Lo­kal­studie zu der Stadt Temeswar, Frankfurt a. M. usw. 1996; Neumann, Victor: Die bür­gerli­che Kultur in Siebenbürgen und im Banat: Die Rolle Temeswars in den politi­schen Um­ge­staltungsprozessen vom Dezember 1989, in: Gleichwertig nicht gleichför­mig. Multikultu­ralismus als Politikum und als Modell. Halbjahresschrift für südosteuro­pä­i­sche Geschichte, Literatur und Politik, 11. Jg., Heft 1, Dinklage 1999 (S. 38-51).

   Siehe: Rüb, Matthias: Balkan Transit. Das Erbe Jugoslawiens, Wien 1998, insb. S. 142 ff.

   Siehe: Solms, Wilhelm (Hrsg.): Nachruf auf die rumäniendeutsche Literatur, Marburg 1990; Wichner, Ernest (Hrsg.): Ein Pronomen ist verhaftet worden. Die frühen Jahre in Ru­mä­nien – Texte der Aktionsgruppe Banat, Frankfurt a. M. 1992; Sterbling, Anton: „Am An­fang war das Gespräch“. Reflexionen und Beiträge zur „Aktionsgruppe Banat“ und an­dere li­teratur- und kunstbezogene Arbeiten, Hamburg 2008. 

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